Schlefaz-Moderation zu „Hulk Hogan – der Hammer“

  • 05 September, 2015
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Oliver Kalkofe und Peter Rütten sind ein Duo, das aus Scheiße Gold machen kann. Das schreibt das Medienmagazin DWDL. Die beiden sind die Moderatoren der ratzfatz zum Kult gewordenen Schlefaz-Reihe auf Tele 5. Schlefaz – kurz für: die schlechtesten Filme aller Zeiten. Tele 5 weiß, dass es reihenweise Drecksfilme zeigt – und macht aus der Not eine Tugend.

Kalkofe und Rütten machen sich einen Spaß daraus, die Filme schon im Vorfeld zu zerreißen und laden die Zuschauer somit zumindest zu einem unterhaltsamen Scheißfilmabend ein. Kürzlich hatte es den Wrestling-Film „Hulk Hogan – der Hammer“, oder im Orginal: „No Holds Barred“ erwischt.

Wir haben uns die Mühe gemacht und die grandios-bitterböse und für Wrestling-Fans schwer verdauliche Moderation von Kalkofe und Rütten abgetippt (ich weiß immer noch nicht, ob ich dabei lachen oder mich deswegen aus dem Fenster stürzen soll). Ein guter Vorgeschmack, bevor heute Abend Schlefaz in die nächste Runde geht mit dem lange ersehnten Kackfilmgewitter Sharknado 3 – mit Wrestling-Ikone Chris Jericho in einer Nebenrolle.

Oliver Kalkofe: "Hallo und üüäärrhhh, liebe Zuschauer, yeah, yeahaha, schön, dass Sie wieder dabei sind und uns zujubeln, denn hier ist Schlefaz, Ihr Garantieschein für ein grandios-vergeigtes Movie-Massaker. Und diesmal lassen wir unsere Muskeln spielen, natürlich ohne dabei den Intellekt zu unterfordern. Denn der Held unseres heutigen Spektakels ist niemand Geringeres als der Hulk. Üüäärrhhh."
Peter Rütten: 'Ja, äh, und ich muss sagen, als ich das gehört habe, habe ich mich das erste Mal richtig gefreut auf unseren bescheidenen Scheißfilm-Abend. Denn ich selbst bin, und das geb ich unumwunden zu, großer Fan. Der Hulk ist für mich eine der vielschichtigsten, interessantesten wie auch tragischsten Figuren des gesamten Comic-Universums. Dr. Bruce Banner, ein wissenschaftliches Genie, mutiert durch eine Überdosis Gammastrahlen zum grünen Monster Hulk, das seine unfassbaren Kräfte nicht unter Kontrolle halten kann. Eine moderne Jeckyll-and-Hyde-Variante, inspiriert von Mary Shelleys Horrorklassiker Frankenstein–"

OK: "Peter, Peter, Peter, Peter, entschuldige, dass ich dich unterbreche, aber ich glaube, du hast das Briefing nicht ganz zu Ende gelesen. Es geht gar nicht um den Hulk."
PR: "Hä? Blödsinn! Das stand doch Schwarz auf Weiß: Hulk – der Hammer von 1989, also wahrscheinlich einer der Abschlussfernsehfilme mit Bill Bixby und Lou Ferrigno."

OK: "Nein, nein, nein, Peter, schon Hulk, aber nicht der Hulk. Der andere. Der Hulk. Der Hulkster. Hulk Hogan!"
PR: "Wer soll das denn sein, Hulk Hoden? Noch nie gehört."

"Muskel-Marionetten mit Sardellenpimmeln und Kapernhirnen"

OK: "Hulk Hogan, mein Lieber. Mit bürgerlichem Namen übrigens Terrence Gene Bollea, ist der wohl berühmteste Wrestling-Star aller Zeiten. Offiziell zwölffacher World Heavyweight Champion, zweimal Royal-Rumble-Sieger der WWF–"
PR: "Moment, du willst mir also sagen, wir sehen heute gar keinen Film um den unglaublichen Hulk aus dem Marvel-Universum, sondern eine schweißtriefende, nach alten Socken stinkende Steroid-Schmonzette aus der dümmlich-primitiven Welt des Wrestlings, wo unmenschlich überzüchtete Muskel-Marionetten mit Sardellenpimmeln und Kapernhirnen sich wie schwule Affen am Boden wälzen und mit aufgerissenen Augen in die Kameras brüllen wie brünftige Orang-Utans, denen man die Klöten in der Drehtür eingeklemmt hat – hä?"

OK: "Naja, Peter, etwas primitiv zusammengefasst, aber um es mal anders auszudrücken... äh, ja. Bei uns geht es heute Abend um Wrestling, den filigranen Sport der Könige, irgendwo zwischen olympischem Ringen, Schach und klassischem Ballett, wo Körper und Geist aufeinandertreffen und die Seele des Zuschauers küssen."
PR: "Peinlich-pathetische Proleten-Prügeleien für Hirnamputierte."

OK: "Also, Peter, mein lieber Mr. Besserwisser-Vorurteil-Maulzerreißer. Du wirst dich noch wundern, was du heute hier zu sehen bekommst, ist bei Weitem nicht der bananenblöde Bumsbirnen-Bregenklopperstreifen für Blödmannsgehilfen aus der Bematschtenschule, den du vielleicht erwartest. Vielmehr ein hochintelligenter, sozialkritischer Autorenfilm mit Adrenalin fördernden Actioneinlagen und einer fetten Schippe Medienkritik."
PR: "A propos Autorenkino: Wer hat überhaupt das Drehbuch zu diesem frechen Fressepolierfilmchen auf seinen Bierdeckel geschrieben?"

OK: "Ok, jetzt halt dich fest: Dennis Hackin."
PR: "Kennt doch keine Sau."

OK: "Ganz genau. Und deshalb war das Buch auch scheiße. Was Vince McMahon, damaliger Besitzer der World Wrestling Federation, WWF, und der Hogan-Hulk persönlich für drei Tage in ein Hotelzimmer einsperrten und es komplett umschrieben."
PR: "Aha. Und wurde es dadurch besser?"

OK: "Auf gar keinen Fall, sonst säßen wir ja heute gar nicht hier."
PR: "Ok, ich verstehe. Und welchen Regisseur darf man verprügeln?"

OK: "Thomas J. Wright, der danach nie wieder einen Kinofilm drehen durfte. Dafür noch an die 300 Folgen beinahe aller in den USA existierenden TV-Serien. Ebenso wie Curt Fuller als der diabolische Programmdirektor Brell und David Paymer als sein bebrillter Adlatus Unger. Die hat garantiert jeder schon mal irgendwo gesehen."
PR: "Ja, ich gebe zu, das klingt zumindest weniger unbekannt und dilettantisch als sonst bei uns."

"Ich habe schon ungebratene Currywürste besser spielen gesehen"

OK: "Ja, sag ich doch. Nicht zu vergessen, Hulks blöde grinsender Bruder Randy, dargestellt von Mark Pellegrino, der in diesem Film auch seinem Namen entsprechend spielt wie ein Schluck Wasser in der Kurve, sich später allerdings über Dutzende bessere Rollen bis zu einigen der größten göttlichen Wesen des Universums hocharbeiten durfte, wie zum Beispiel Luzifer in Supernatural oder Jacob in Lost."
PR: "Oah, hör auf. Ich verlier ja langsam meine ganze Respektlosigkeit. Jetzt sag mir nicht auch noch, Hulk Hogan kann auch noch richtig gut spielen."

OK: "Ah, keine Angst, da kann ich dich beruhigen. Im Vergleich zu ihm wirkt sogar der junge Schwarzenegger wie frisch von der Royal-Shakespeare-Akademie. Ich persönlich habe sogar schon Schalen mit Obstsalat und ungebratene Currywürste gesehen, die besser gespielt haben."
PR: "Ja, optisch erinnert er mich ja ein bisschen an Wichart von Roell, als Opa bei Klimbim damals, weißte?"

OK: "Ja, das kommt hin. Ich halte ihn aber eher für ein uneheliches Kind von Maschine, dem Sänger der Puhdys, und dem NDR-Walross Antje."
PR: "Na gut, du hast zumindest für den Moment noch meine Aufmerksamkeit. Was erwartet uns denn nun wirklich bei dem Film mit dem merkwürdigen Titel 'Horst Himmler – der Hodenklemmer'?"

OK: "'Hulk Hogan – der Hammer'. Im Original übrigens 'No Holds Barred', was so viel heißt wie 'Ohne Kompromisse' oder 'Alle Mittel erlaubt'. Und genau darum geht es, denn der grundehrliche und blitzgescheite Fleischklumpen Rip–"
PR: "Doppel- oder Feinripp?"

OK: "Nein, einfach nur Rip, der heißt so, der Hulk, im Film. Und dieser sympathische Schnauzen-Einschläger Rip ist gerade der absolut oberkrasse Kultklopper der Bizeps-Anbetungs-Branche. Und somit auch der unangefochtene Quotenknaller überhin, weshalb ihn der fiese Fernsehnboss Brell mit allen Mitteln für seinen Sender gewinnen will."
PR: "Na gut, dann lass uns mit der Scheiße beginnen. Je schneller wir starten, desto früher sind wir mit dem Dreck fertig. Gibt's denn wenigstens was Ordentliches zu saufen, dass man den ganzen Rotz nicht so mitkriegt?"

"Einer der härtesten Drecksfilm-Battle aller Zeiten"

OK: "Aber selbstverständlich. Zu Ehren des Hulksters kredenzen wir heute einen muskelabbauenden Gesundheitstrunk, einen farbenfrohen Powershake zum Schädelfluten mit jeder Menge Eiweiß, Eigelb, Proteinen und billigem Fusel – der Alk Hogan."
PR: "Klingt widerlich. Und wann sollen wir das Glas erheben? Immer wenn einer schwitzt oder grunzt oder–?"

OK: "Nein, nein, nein, das wär zu simpel und der Komplexität des Films nicht angemessen. Ich würde die Aufmerksamkeit gerne auf die Augenkrebs erzeugenden Modeauswüchse des Jahres 1989 lenken und auf die fiesen Fummel von Hulk Hogan selbst, der uns nämlich immer wieder mit neuen Scheußlichkeiten aus seinem Muscle-Shirt-Mausoleum überrascht. Also, klamottentechnisch, könnte man ihn quasi die Lady Gaga der Wrestling-Szene nennen. Jaha."
PR: "Ja, so soll es sein. Einen Alk Hogan für jedes neue Hulkster-Outfit, das unserer Netzhaut in die Eier tritt."

OK (wie ein Ringsprecher): "Ladies and Gentlemen, machen Sie sich bereit für einen der härtesten Drecksfilm-Battle aller Zeiten. In der linken Ecke, ihr Herausforderer, 'Hulk Hogan – der Hammer', in der rechten Ecke, Sie, die Zuschauer, der Kampf geht über vier Runden und 90 Minuten. Alle Griffe sind erlaubt–"
PR: "Außer die zur Fernbedienung. Um- oder abschalten führt zur sofortigen Disqualifikation und zu lebenslangem Ausschluss aus der World Wide Scheißfilm Federation."

OK: "Let's get ready to Schlefaz."

Letzte Änderung am Samstag, 05 September 2015 21:56

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