T-Bone Topic: Darren Young, Thomas Hitzlsperger, Rob Halford und der LGBT-Wahnsinn

  • 16 März, 2014
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Die Einleitung ist ein wenig länger geworden, als ich dachte. Wer also die Entstehungsgeschichte unseres neuen Formats überspringen und wissen will, was ich diese Woche zum Wrestling zu sagen habe, darf gleich eine Seite weiter blättern.

"Von den Machern von Simon Screams und Weimers Whisperings kommt jetzt: Das T-Bone Topic. Der Sonntag gehört wieder ihm. Der Mann, der Mythos, die Legende kehrt zurück."

So oder so ähnlich würde sich ein Trailer für unser neues Format eines vom Narzissmus befallenen Menschen anhören. Worum geht es hier? Wie der Titel schon verrät, jede Woche um genau ein Thema aus der Wrestling-Welt. Das kann das aktuelle Programm sein, Tratsch oder einfach nur Gelästere über Hunters überdimensionalen Riechkolben, wenn er mal wieder totalen Bockmist gebookt hat (zweiter Absatz, erstes Smark-Klischee untergebracht – Check!).

Doch wem habt ihr diese neue Format überhaupt zu verdanken? Zum einen der großartigen Tabitha St. Germain (aufmerksamen Lesern meiner vergangenen Kolumnen wird der Name noch was sagen), die mich mit einem ihrer Interviews dazu gebracht hat, wieder öfter in die Tastatur zu hauen. Außerdem dient sie mit ihrem Spitznamen, der zugleich auch Name eines Wrestlingmoves ist, als Namensgeber für unser neues Format.

… und zum anderen der (zugegebenermaßen nicht ganz so) großartigen Ruth Weitz von der SPD. Die Dame kandidiert am heutigen Sonntag für den Miltenberger Kreistag und hat mich mit einem Notizblock im Briefkasten darauf aufmerksam gemacht (sprich Wählerbestechung). Als ich der guten Ruth mit ihrem SPD-Logo tief in die Augen blickte, schoss mir ein Satz von DDP durch den Kopf: "You've got to find a way to turn those negatives into positives."

Ich meine, wenn ich diesen Block einfach wegschmeiße, wurde nur unnötig Regenwald abgeholzt, damit irgendein Politiker in irgendeinem verschissenen Gremium sitzen kann. Also musste dafür eine Verwendung gefunden werden. Falls euch nicht gefällt, was ihr lest, dürft ihr euch nun bei Fr. Weitz beschweren, da ihr Block mir nicht die nötige Inspiration geliefert hat. Ich muss allerdings zugeben, dass sich mit dem Ding sehr gut arbeiten lässt, seit ich ihr Gesicht + SPD-Logo am unteren Rand entfernt habe.


Im aktuellen Programm würde sich ja so einiges als Thema aufdrängen: Der Aufstieg Bryans, der Abgang Punks oder der Niedergang TNAs. Aber ganz ehrlich: Das könnt ihr tausendfach woanders nachlesen. Heute geht es um ein Thema, das mich schon länger beschäftigt und seit einigen Wochen auch im Wrestling präsent ist. Und zwar:

Schwule kotzen mich an. Nein halt, da fehlt ein Wort. Schwule News kotzen mich an. Bin ich der einzige, der sich dieser Tage von Toleranz erschlagen fühlt? Wo man auch hinblickt, überall liest man LGBT (Lesbian, Gay, Bi & Trans). Und wie so oft: Von der betreffenden Gruppe selbst liest und hört man dabei wenig, sondern viel mehr von Leuten, die Toleranz für diese Gruppen einfordern.

Wenn diese Menschen selbst für ihre Rechte einstehen und sich Gehör in den Medien verschaffen wollen – von mir aus. Aber dieses ständige „wir sind so geil, wir sind so tolerant“ von Außenstehenden – ekelhaft. Und absolut jeder ist auf einmal gezwungen, eine Meinung dazu zu haben. Beispiel Hitzlsperger: Plötzlich muss sich jeder Spieler in jedem verfickten Interview zu Homosexualität im Fussball äußern.

Darren Young outet sich als erster WWEler. Wenige Stunden (!) später hat ein Kamerateam von TMZ bereits John Cena gestalkt (noch so eine ekelhafte Angelegenheit, aber wieder ein Thema für sich...), um sich zu erkundigen, was er denn davon hält. Der ist natürlich Vollprofi und hat eine aalglatte Antwort zur Hand, allerdings muss man ihm zugute halten, dass er wesentlich intelligenter und unverkrampfter als beispielsweise Jens Lehmann auf die ganze Situation reagierte.

… und lasst mich gar nicht erst vom Aufschrei der Millionen zur Salzsäule erstarrten Metalfans anfangen, als sich Rob Halford, eine Gallionsfigur eines Genres, das vielleicht noch testosteron-klischeebehafteter als Wrestling und Fußball zusammen ist, zu seiner Homosexualität bekannte. Was? Ach ja, den gab es gar nicht. Nach dem Outing lief alles seinen geregelten Gang – business as usual. Gut, eine Zusammenarbeit mit katholischen Metalbands war damit wohl aus dem Spiel, aber ich zweifle, dass man die je angestrebt hat.

Worauf ich hinaus will, lässt sich mit einem Satz von Austin Aries ganz gut zusammen fassen:

"A lot of people get all bent out of shape about political decisions. I never cared about that. Those people get paid to make those decisions, I only control what's right in front of me."

Dazu nehme man CM Punks "Respect is earned, it isn't given." und man kommt von ganz alleine zu dem Schluss: Letzten Endes kann niemand Respekt für irgendjemanden oder irgendeine Gruppe einfordern – den müssen sie sich selbst verdienen. Geheucheltes Mitgefühl ist bei der Integration Außenstehender in eine Gesellschaft genauso wenig zielführend wie beschränkter Konservatismus.

Falls sich jetzt jemand bei der ganzen Aufmerksamkeit für Outings denkt: "Hm... das könnte ich auch mal versuchen..." Vergesst es, funktioniert nicht. Letzte Woche kam ich ganz aufgeregt in meine Stammbäckerei und sagte nur: "Hey, ich bin hetero!" Mehr als ein gezwungenes Lächeln und einen Daumen nach oben konnte sich mein Bäcker nicht abringen. Auf ein Lob, Schulterklopfen und meine Gratisbrötchen warte ich heute noch...

Fazit: Manchmal ist ein gesundes Maß an Ignoranz doch das größte Zeichen von Toleranz.

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Letzte Änderung am Dienstag, 01 April 2014 20:55

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