T-Bone Topic: I might deserve it a little bit...

  • 13 April, 2014
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standpunkt

... but I think you guys derserve it! - Oder auch: Warum Daniel Bryan sogar im Mainstream funktionieren kann.

Good ol' JR gilt als eine der weisesten Personen im Biz. Laut ihm kann sich Wrestling deshalb so gut im TV behaupten, weil es Persönlichkeiten und Storylines zeigt, die man nirgendwo anders zu sehen bekommt.. Seien es die knallbunten Charaktere in den 80ern/Anfang der 90er oder der Angestellte, der in der Attitude Era seinen Boss mit einem Biertruck überrascht.

In den letzten Jahren versuchte man jedoch vermehrt, sich beim Reality-TV-Publikum anzubiedern (was auch zum Teil die Kritik an Cena erklärt: Er liefert genau das, was man auch auf allen anderen Kanälen sieht). Daniel Bryan hebt dieses "Anderssein" vergangener Zeiten nun aber auf eine komplett neue Ebene: Weg vom Look, weg von den over-the-top-Momenten, hin zu einer Idee.

Diese Idee ist ganz und gar nicht neu, im Gegenteil: Vor gar nicht allzu langer Zeit wurde sie noch von John Laurinaitis benutzt: People Power. In einer Zeit, in der Viele das Gefühl haben nichts mehr bewegen zu können, in einer Zeit, in der die Politik nicht selten das Gegenteil von dem tut, was vom Volk gefordert wird und in einer Zeit, die von Kabarettisten gerne als Post-Demokratie bezeichnet wird, betont Bryan, es nicht ohne den Glauben der Fans an ihn geschafft zu haben.

Bryans Aufstieg in den letzten zwei Jahren verdeutlicht wie sonst kaum etwas auf der Welt, dass wenn man als Gruppe lange und hartnäckig genug an einer Idee festhält, sie zur Realität machen kann - völlig unabhängig davon, wer auch immer am längeren Hebel zu sitzen meint.

Gut, natürlich kann man sagen, er erfindet das Rad nicht neu - sowas sagt schließlich jedes Babyface früher oder später. Der große Unterschied: Bei Stars wie Hulk Hogan oder John Cena spürt man, dass sie sich als eben jene fühlen - als Stars. Es sind Abziehbildchen mit Lippenbekenntnissen. Bryan ist vielleicht sogar die Gallionsfigur derer, denen man solche Statements wirklich abkauft (DDP hatte das ebenfalls drauf, genauso wie die aktuelle Titelgewinn-Ansprache von Eric Young).

Um den Gedanken mal fortzuführen: Die erfolgreichsten und langlebigsten Wrestler waren schon immer die, die eine überspitzte Version ihrer selbst gespielt haben. Dieser Tage werden viele Parallelen zu Chris Benoits Titelgewinn gezogen - der ist jedoch alles andere als ein gutes Beispiel für eine langfristige Karriere an der Spitze. Und warum? Weil er es nie geschafft hat, seinen inneren Hippie, Biertrinker, Sexy Boy oder Hot Rod auf die große Bühne zu stellen. Bryan ist auf einem sehr guten Weg. Sollte sein Push scheitern, ist er sicherlich der Letzte, an dem es gelegen hat...

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Letzte Änderung am Sonntag, 13 April 2014 19:53

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