T-Bone Topic: Pro Wrestling is real - people are fake!

  • 29 Juni, 2014
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In einer meiner früheren Kolumnen hatte ich schonmal Bezug auf das Kayfabe im Alltag genommen. Heute will ich den Spieß umdrehen: Heute soll der Fokus nicht auf der Schauspielerei, sondern auf den echten Momenten liegen. Wrestling hat sich im Laufe der Jahrzehnte kaum verändert – die Welt um Wrestling herum dafür umso mehr.

Sicher, die Art und Weise des In-Ring-Produkts hat sich geändert, Stile wurde entwickelt, vervielfältigt (oder, im Falle des Mainstreams, nach dem Fall der Territorien vereinheitlicht) und Moves wurden kreiert, von den man in den 50ern nicht einmal zu träumen wagte. Auf dem Entertainment-Sektor hält man jedoch weiterhin an altbewährten Prinzipien fest. Nie ist man so wirklich vom inhaltlichen Anspruch des Zirkus' und des Jahrmarkts weg gekommen.

Aber ich will nicht der 5 Millionste Smartmark sein, der nach komplexeren Storylines schreit. Ich will fragen: Warum kann sich Wrestling trotz alledem nach all den Jahren immer noch behaupten, warum hat unser aller Lieblingssport immer noch einen festen und sehr erfolgreichen Platz im TV weltweit? Gescriptete, anspruchslose Unterhaltung gibt es schließlich im Überfluss. In einer Großstadt kannst du nicht mehr spucken, ohne einen Soap-Darsteller zu treffen. Und diese Soaps sind wesentlich billiger zu produzieren als eine Wrestlingshow.

Meine Antwort findet sich in einem Themesong wieder: Cult of Personality. Wir leben in einer Zeit, in der Fußballer wortwörtlich zu Abziehbildchen mutieren und selbst in der Musikbranche, die einst ein bunter Zoo illustrer Persönlichkeiten war, die Charaktere langsam auszusterben scheinen. In einer Zeit, in der sich kaum jemand traut, in der Öffentlichkeit aus sich herauszugehen, in der Angst einen Fehler zu machen.

In einer Zeit, in der man verzweifelt nach echten Dingen und realen Momenten sucht, entpuppt sich Sports Entertainment als eines der ehrlichsten Dinge, die wir haben. Vergleichen wir nur mal das Vokabular eines Wrestlers (Off-Gimmick) mit dem eines Fußballers:

Wrestler: business; business decision; making money; drawing money
Fußballer: Liebe zum Verein; Teamgeist; Kampfgeist; für den Trainer/die Fans spielen

Die Worte "Wrestler" und "Fußballer" lassen sich in diesem Falle übrigens auch durch die Worte "Authentizität" und "Sympathie" ersetzen. ;) Wrestling hat schon immer von überzeichneten Real-Life-Charakteren gelebt und genau diese Stärke lässt sich in unserer heutigen Zeit wunderbar ausspielen. In diesem Sinne danke ich allen CM Punks, Daniel Bryans, Dolph Zigglers und Dean Ambroses dieser Welt, dass sie uns einen der letzten öffentlichen Blicke hinter die Fassade des menschlichen Rollenspiels gewähren.

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Letzte Änderung am Sonntag, 29 Juni 2014 10:51

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