Henys' Standpunkt: Wrestling nur was für Männer? Von wegen!

  • 23 April, 2015
  • geschrieben von  Julia Henys
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Einmal die WWE live sehen. Für die meisten Wrestling-Fans ein echter Traum. Die großen Stars, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt – ich habe sie getroffen. Und das gleich zwei Mal. Aber von Beginn an. Wie komme ich, ein Mädchen, überhaupt an diesen durchaus eher männlichen Sport? Für eine Geschichte einer Tageszeitung wurde ich kurzer Hand ins kalte Wasser geschmissen. Meine Aufgabe: Den Sport kennenlernen, erleben, darüber schreiben. Gut, an sich machbar. Wäre da nicht ein kleines Detail. Mit Erleben meine ich so richtig, kein geringerer als Karsten Kretschmer persönlich war mein Trainer. Nun ja, das Ganze war am 21. Juni und jetzt, genau 10 Monate später, stehe ich hier, lasse das alles Revue passieren und muss sagen: der Sport hat mich gepackt.

Aktuell tourt die WWE mit ihren Houseshows durch Europa, da durften Zwischenstopps in Hamburg und Dortmund nicht fehlen. Also hin da. So ganz ohne jegliches Wissen wollte ich natürlich auch nicht hinkommen, also habe ich mich im Vorwege schon ein wenig schlau gemacht. Doch auch ein Blick auf die Liste der anwesenden Wrestler brachte mir in dem Moment nicht viel. Wer ist Randy Orton oder Seth Rollins? Nie gehört – macht nichts. Ich hatte das große Glück direkt am roten Teppich in Hamburg zu stehen – in der ersten Reihe und die unzähligen kreischenden Fans hinter mir. Wie viele wohl gerne in dem Moment mit mir getauscht hätten? Durch die lauten Schreie der Fans wurde ich dezent darauf hingewiesen, dass es sich um die Herren und Damen auf dem roten Teppich um die großen Wrestling Stars handelt. In Anzug und schicken Kleidern hätte ich sie auf Anhieb nicht erkannt. So traf ich schon vor der Show hautnah auf Seth Rollins, die Bella Twins, die Prime Time Players und Naomi

Hamburg enttäuscht – Dortmund unterhält

In der Arena angekommen wurden schnell die Plätze eingenommen. Ohne viel Trara kamen die Wrestler von der Bühne Richtung Ring gelaufen. Auf der Leinwand und dem Videowürfel wurden kleine Vorstellungs-Filme gezeigt. Dann ging es auch schon los. Im wahrsten Sinne des Wortes „Schlag auf Schlag“ und das Match war zu Ende. Wie, das war es schon? Nach jedem Kampf strömte eine Menschentraube an den Ring, jeder versuchte schnell das eine Foto von seinem Idol zu machen. Und genau so verlief der komplette Abend – Kampf für Kampf. Ich muss sagen, dass ich ganz schön enttäuscht war. Nun ging es für mich weiter nach Dortmund, mein Ticket hatte ich ja schon.

Da ich mir die Show in Hamburg ja schon angeschaut hatte und leider nicht wirklich begeistert davon war, war meine Vorfreude längst nicht so groß wie beim ersten Event. Das Line-up war zwar anders, aber ist mir deshalb nun mehr Entertainment garantiert? Schnell wurde ich eines Besseren belehrt. Im Vergleich zu Hamburg bot Dortmund mir genau das, was ich von dem Show-Sport erwartet habe: Ich wurde unterhalten. Und das jeden Kampf aufs Neue. Ob es sich dabei jetzt um die große Show gehandelt hat, kann ich als Laie nicht beurteilen. Aber mir hat es gefallen. Die Wrestler zeigten spektakuläre Sprünge, schnappten sich häufig das Mikrofon, animierten die Zuschauer. Großes Entertainment bot mir der Einlauf von Adam Rose. Mit einer Horde wildverkleideten Menschen in Tutu, Cowboyhut und Federboa, ließ er sich vom Dortmunder Publikum feiern. Aber auch der Street Fight zwischen The Big Show und Roman Reigns boten einiges an Unterhaltung. Kaum wurde das Bild von Reigns auf der Leinwand gezeigt, fingen zwei Mädels neben mir lautstark an zu kreischen. Ich muss ja zugeben, so ganz verstanden habe ich das nicht. Aber die beiden hatten definitiv ihren Spaß. Im Ring zeigten die beiden Herren derweil ihr ganzes Können: Sie zerstörten zwei Tische und einen Klappstuhl.

Am Ende kann ich sagen, dass der eigentlich doch so männliche Sport auch Frauen gefallen kann ich – und ich gehöre definitiv dazu!

Letzte Änderung am Mittwoch, 22 April 2015 22:47

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