Top 20 Wrestling-Promos (Plätze 20-16)

  • 27 November, 2016
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Mittlerweile noch lieber als mir alte Matches anzusehen, höre ich mir gerne vergangene Promos an. Die, die mich mitgerissen haben. Die, die eine Botschaft hatten. Die, die so gut performt sind, dass sie mir noch Jahre später wie ein Ohrwurm durch den Kopf geistern. Jetzt habe ich nochmal stundenlang Material gesichtet und erstmals eine Liste meiner Lieblings-Promos aufgestellt. An den vier Advents-Sonntagen erscheint mein Countdown – von 20 auf 1.

Ich habe dabei viele moderne Promos ausgewählt, viele aus den vergangenen zehn Jahren, die, die ich miterlebt habe, zu denen ich eine Bindung habe. Ein paar Klassiker werden dabei sein. Viele aber nicht. Einige Promos werde ich in der Liste bestimmt auch vergessen haben. Manchmal muss man auch absichtlich Abstriche machen. Und in ein paar Jahren könnte sich schon wieder vieles umgeworfen haben.

Manche werden sich wundern, dass ich zum Beispiel keine Promo von Ric Flair dabei habe oder von Jake Roberts oder von Stone Cold Steve Austin. Tatsächlich. Auch Dusty Rhodes‘ „Hard Times“ hat die Liste knapp verpasst. Es sind auch keine Abschieds-Promos dabei, die liegen so schwer im Magen und sind selten kreativ. Stattdessen hab ich den einen oder anderen Shoot drin, gegen WWE, gegen John Cena. Das trifft meinen Geschmack. Hey, ich sage ja nicht, dass es die ultimative und völlig objektive Liste der besten oder wichtigsten Promos aller Zeiten ist. Sondern das ist meine persönliche Top 20.

20. Paul Heyman: „This my friends... is E-C-fucking-W“
WWE: ECW One Night Stand 2005

Paul Heyman ist ein grandioser Wandlungskünstler, der als Face wie als Heel leidenschaftlich überzeugende Promos gestalten kann. Das Face kam in seiner Karriere allerdings immer etwas zu kurz. Dass er das kann, zeigte er beim ersten ECW One Night Stand, als er als alter ECW-Visionär vor sein treues Hardcore-Publikum trat, dankte und in Richtung der WWE-Besucher feuerte. Die Fans fraßen ihm aus der Hand. Und nur damit ihr’s wisst: Er hat nicht geweint. Ihm haben nur die Augen getränt, weil er backstage einen Joint mit RVD durchgezogen hat.

19. Hulk Hogan Kicks Off Open Fight Night
TNA Impact Wrestling - 24.05.2012

Sicher eine der größten Überraschungen auf dieser Liste. Große Berühmtheit hat dieses Segment eigentlich nicht erlangt, und es ist auch keine Promo im klassischen Stil. Ich erinnere mich aber, dass ich damals, 2012, als ich das Segment das erste Mal sah, ziemlich begeistert war von der ungewöhnlichen Doku-Machart. Und ich bin noch bis heute höchst angetan. Alle Charaktere zeigten subtil ihre Eigenheiten, wirkten authentisch wie selten, und die Spannungen zwischen ihnen entstanden wie natürlich im Gespräch. Besonders und hilfreich war sicher auch der realitätsnahe (fast Kayfabe-brechende) Ansatz, dass General Manager Hulk Hogan den Sendeablaufplan rumreichte. Und auch stark: Die Beteiligten brachten in diesem Segment auch noch TNA World Heavyweight Champion Bobby Roode „over“, obwohl er nicht einmal im Raum war.

18. Chris Jericho und The Rock: „Thomas Jefferson, sucka!“
WWE RAW - 13. August 2001

Wenn The Rock und Chris Jericho gemeinsam ein Mikrofon in der Hand halten, verspricht das immer Magie. Das war bei Jerichos RAW-Debüt 1999 so, das war in ihren Fehden so, das war auch so, wenn sie sich verbündeten und Stephanie McMahon aufs Korn nahmen – oder in diesem Fall auch noch Booker T und Rhyno. Diese Promo hat mich besonders geprägt, weil ich sie schon sehr lange kenne, sie wahrscheinlich eine der ersten Comedy-Promos dieser Art war, die ich je gesehen habe. Noch als neuer Fan hatte ich mir damals eine „Best of 2001“-DVD gekauft. Da ist dieses Highlight drauf. Etliche der Sprüche haben es bis ins kollektive Wrestling-Gedächtnis geschafft.

17. Chris Jericho und Santino Marella: „Me want title match“
WWE RAW - 26. November 2007

Diese Promo gehört zu meinen Lieblings-Comedy-Promos. Ich war damals, 2007, unglaublich gespannt auf den Rückkehrer Chris Jericho, und auch wenn gewiss nicht alles nach dem Comeback gut lief, ist mir diese Promo im Gedächtnis hängen geblieben. Vielleicht, weil sie mit zwei Gag-Mechanismen gut funktionierte: die Bilder-Sprache über den Titantron für Randy Orton („Me – want – title – match“) und die blitzschnelle Namens-Alberei mit Santino Marella. Jericho ist einer der Wenigen, die als Heel und Face durchweg starke Promos liefern und auch null Probleme mit guter Comedy haben. Ich hab’ hier meinen Spaß.

16. Daniel Bryan: „You are a poor man’s replacement for JR“
WWE NXT - 18. Mai und 25. Mai 2010

Daniel Bryan hat keine Persönlichkeit? Er kann keine emotionale Verbindung zu den Zuschauern aufbauen? Das wurde ihm zumindest vorgeworfen, als er bei NXT, als das noch eine Art Casting-Show war, als Erster rausflog. Aber nix da! Mit zwei Promos hat Bryan nach seinem Ausscheiden ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Bryan, der Indy-Star, der seinem Star-Status angeblich nicht gerecht wurde, shootete, wirkte dabei aber ein wenig, als wäre er selber ein Smart Mark, der der bösen, bösen WWE die Meinung sagen will. Das schien zumindest Interviewer Matt Striker so aufzunehmen. Aber Bryan hatte ja Recht. Und er machte es gut. Besonders stark, wie er sich in der Promo hochschaukelte und auf Kommentator Michael Cole losging, der sich immer weigerte, Bryan am Mikro „over“ zu bringen. Genauso gut, vielleicht noch besser, die Fortsetzung eine Woche später, die hier ebenso nominiert ist. Bryan trifft noch einmal auf auf Cole, der als Sprachrohr der WWE den ultimativen Heel darstellt.

 

Letzte Änderung am Sonntag, 20 September 2020 11:54

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