Top 20 Wrestling-Promos (Plätze 15-11)

  • 04 Dezember, 2016
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Was macht eine gute Promo aus? Die Message. Die Performance. Die Glaubwürdigkeit. Das alles und sicher noch viel mehr. Die folgenden fünf Promos im zweiten Teil des Advents-Countdowns führen uns zu fünf genialen Beispielen, wie Rede-Segmente Wrestlern und ihren Matches Bedeutung verleihen. Das sind die Plätze 15 bis 11 im Countdown der besten Wrestling-Promos - aus meiner Sicht. Du hast Teil eins verpasst? Bitte hier entlang.

15. Roddy Piper und John Cena: „Feel the energy“
WWE RAW - 28. November 2011

Roddy Piper war am Mikrofon einfach ein Riese. Er hatte die vielleicht coolste Art zu sprechen. Er hätte eine Einkaufsliste vorlesen können, und man würde mit den Ohren an seinen Lippen hängen. In diesem Fall gab der „Hot Rod“ den Tweener. Cena solle sein zwiespältiges Verhältnis zu den Fans in Ordnung bringen, forderte Piper. Wollte er, einer der größten Schurken ever, da etwa Cena, das Dauer-Babyface, zum Heelturn überreden? Das Ziel blieb etwas diffus, weil sich Cena leider inhaltlich nicht auf die Aussagen einließ. Das war schade. Aber Pipers Herangehensweise, seine Steigerung in der Intensität und das „Feel the energy“ am Schluss kriegt man einfach nicht mehr aus dem Kopf.

14. Bobby Roode und James Storm: „Friendship? Cut the bullshit“
TNA Impact Wrestling - 3. April 2012

Der perfekte Heißmacher vor Lockdown 2012. TNA World Heavyweight Champion Bobby Roode und sein Friend-turned-Enemy James Storm ließen ihre große gemeinsame Geschichte Revue passieren, machten es so persönlich, wie es nur sein kann, und eskalierten am Mikrofon, als ob jeden Moment die Fäuste fliegen würden. Die Klopperei hat es dann gar nicht mehr gebraucht: Die Worte knallten sowieso mehr.

13. Mr. Kennedy: „This is no longer your yard, it’s mine“
WWE SmackDown - 17. November 2006

Mr. Kennedy hat einen ganz entscheidenden Anteil daran, dass ich Ende 2006 immer mehr zum Smark wurde. Zunehmend schätzte ich Leistung mehr als Gesinnung, fand auch Heels cool, zumindest Mr. Kennedy, der sich in seiner Fehde mit dem Undertaker als ganz, ganz starker Talker präsentierte. Bei Promos wie dieser saß er in einem abgedunkelten Raum, schwarz gekleidet vor schwarzem Hintergrund, nur der Kopf und die Hände stachen aus dem Bild hervor. Dieses Setting Schwarz in Schwarz, die gedämpfte Stimme Kennedys, die wohlüberlegte Wortwahl, die ruhige Aussprache und die Message an den Undertaker – klasse!

12. Shawn Michaels und Chris Jericho: „Tell them that daddy will never ever be Shawn Michaels“
WWE SummerSlam 2008

Eigentlich kann man hier fast jede Promo aus dieser genialen Fehde nehmen. Da waren so viele Glanzstücke bei. Ich entscheide mich exemplarisch für die Promo von Shawn Michaels und Chris Jericho beim SummerSlam 2008. Das Heartbreak Kid kam mit seiner Frau Rebecca in den Ring und deutete sein Karriereende an. Erzfeind Jericho aber, mittlerweile als eiskalter und egomanischer Anzugträger zu seinem Allzeit besten Heel-Charakter mutiert, wollte ihm nicht freies Geleit geben. Die beiden lieferten sich einen kurzen, aber knackigen Wortaustausch, gut aufgebaut mit starker Pointe am Ende, perfekt in Stimme und Wortwahl umgesetzt, während man die Blitze zwischen ihren Augen beinahe zucken sehen konnte.

Das Segment zeigte auch besonders das große Talent von Chris Jericho als Schauspieler. Als er Michaels zum Segment-Ende niederschlagen wollte, traf er „versehentlich“ dessen Ehefrau und schickte sie mit einem harten Punch zu Boden. Jericho erschrak über sich selbst und zog sich unter den verachtungsvollen Blicken von Shawn Michaels still zurück. Klasse umgesetzt. Und natürlich hatten wir hier den sensationellen Cliffhanger für die weitere Fehde. Gut auch, dass die Kommentatoren sich in diesen Minuten zurückhielten – die Handelnden im Ring erzählten die ganze Geschichte.

11. Bray Wyatt: „The New Face of Fear“
WWE RAW - 23. Mai 2015

Ich gebe es ja zu, die erste Hälfte dieser Promo war nichts als ein bisschen seichtes Cheap Heat, das Bray Wyatt zu ziehen versuchte. Er beleidigte die Zuschauer als Lügner, die die Wahrheit nicht ertrügen – wie es schon so viele vor ihm gemacht haben. Aber so wie er es machte, war selbst das gut. Die zweite Hälfte (im Video so ab Minute 2:43) war dann aber so grandios, dass die Promo für mich eine so hohe Platzierung rechtfertigt. Passend zu seinem Gimmick und zur WrestleMania-Fehde gegen den Undertaker, die er mit Promos wie dieser über Wochen trug, haute Wyatt ganz starke Sätze raus, steigerte die Intensität ins Unermessliche und verkündete sich selbst als „the New Face of Fear“. Gerade dieser Höhepunkt am Ende ist für mich immer noch ein Ohrwurm. Mimik, Gestik, Vokabular, Sprachduktus, Intensität – Wyatt ist herausragend gut.

 

Letzte Änderung am Sonntag, 20 September 2020 11:55

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