No good, no bad - mostly just ugly

  • 27 Februar, 2019
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Na, wer von euch hat schonmal ein Kind bekommen? Großartige Zeit im Leben eines Mannes. Kinder zwingen dich, das Richtige zu tun. Du lässt dich beispielsweise lieber drei Stunden lang an kotzen, anstatt dir RAW reinzuziehen, nur um dich anschließend (oder wahlweise mehrmals während der Show) selbst zu übergeben.

Seit ca. einem Jahr bin ich nun nicht mehr auf dem Laufenden, was in den Mainshows abgeht. Diese Woche hatte ich zum ersten Mal wieder die Möglichkeit, mich ausführlich von RAW und SmackDown berieseln zu lassen. Und aus der Perspektive eines Außenseiters bin ich - gelinde gesagt - verwirrt.

Ich stelle mal die gewagte Hypothese auf, dass sich jeder Fan irgendwo tief drinnen wünscht, wieder sagen zu dürfen, dass er Fan ist (ohne dabei angesehen zu werden, als hätte er sich gerade einen Cena-Pyjama im WWE Shop bestellt). Dass Wrestling wieder das coole Thema auf dem Schulhof ist. Und würde man nicht so krampfhaft versuchen, den Smarks hinten rein zu kriechen, würde das vielleicht sogar funktionieren.

Nicht falsch verstehen, es ist wirklich cool, Black, Gargano oder Ciampa auf ihrem wohlverdienten Platz an der Sonne zu sehen. Aber keines dieser Main-Roster-Debüts hat eine echte Bedeutung. Irgendwelche Siege gegen irgendwelche Teams, die - soweit ich das mitbekommen habe - ohnehin nicht gerade ihre heißeste Phase hatten.

Es gibt ein, zwei Storylines, die ihren Namen verdienen und die Einzigartigkeit von Wrestling super umsetzen. Namentlich Becky Lynch vs. Charlotte/Ronda Rousey und Daniel Bryan vs. Kofi Kingston. Und was ist diese Einzigartigkeit, die Wrestling in den 80ern & 90ern cool gemacht hat und es auch heute cool machen könnte?

Die Simplizität, die Einfachheit. Wrestling hat noch nie (bzw. seltenst) mit seinen ausgeklügelten Storylines, tiefsinnigen Dialogen und zwiegespaltenen Charakteren brilliert. Wrestling ist "comicbook heroes come to life", einfaches, actiongeladenes Gut-gegen-Böse. Die Einzigartigkeit von Wrestling bestand also schon immer darin, dieses krasse, comicartige good vs. evil ins echte Leben zu rufen und Heels auf den ersten Blick als Bösewichte zu identifizieren und Babyfaces als die Helden.

Und das ist es, was mir fehlt. Beispiel RAW: Dean Ambrose vs. Drew McIntyre. Im Verlauf des Matches konnte ich erahnen, dass Ambrose der Heel ist. Sicher bin ich mir aber bis jetzt noch nicht. Beispiel SmackDown: Die Promo zwischen Shane McMahon und The Miz von letzter Woche. Super gespielt von The Miz. Aber wirklich eindeutig einordnen fiel mir auch erstmal schwer. Zumal die Usos als Gegenspieler echt schwer zu hassen sind, die Jungs sind einfach verdammt cool.

Aber wie schon erwähnt, es gibt auch Lichtblicke: Allen voran Becky Lynch und Daniel Bryan, die ihre Rollen jeweils zur Perfektion spielen und bei beiden eine klare Linie zu erkennen ist. Kofi blüht ohne Ende auf, bekommt vermutlich sein WrestleMania-Titlmatch. Da lässt es sich verkraften, dass das Zwischenprogramm mit Owens und Bryan nur so halbwegs kreativ gelöst wurde. WWE kann es immer noch. Man sollte nur viel konsequenter klare Geschichten wie die von Becky, Bryan & Kofi erzählen...

Letzte Änderung am Mittwoch, 27 Februar 2019 21:04

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