Was Edge von anderen WWE-Altstars unterscheidet: Ein Fall von Sehnsucht Empfehlung

  • 09 April, 2021
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Die WWE steuert Richtung WrestleMania 37, und einige Altstars bringen sich für ihre Comebacks in Position. Edge wird sogar im Main Event der Mega-Wrestling-Show stehen. Eigentlich könnte das einen Aufschrei unter Fans auslösen. Tut es aber nicht. Denn der Fall Edge ist anders. Ein Kommentar.

Wrestling-Fans haben sich in den vergangenen Jahren an eines gewöhnen müssen: Wenn es Richtung WrestleMania geht, sind sie wieder da – die Altstars und Teilzeit-Wrestler, die Ehemaligen, die nicht mehr ehemalig sein sollen. Weil sie immer noch große Namen sind, immer noch viele Zuschauer locken, viel Medieninteresse ziehen und Einnahmen generieren.

Ganz klar, es freuen sich genug Fans auf Teilzeit-Kräfte wie Brock Lesnar und Triple H, auf Legenden wie Goldberg und Batista, die in den vergangenen Jahren in den wichtigsten Matches landeten. Gleichzeitig geht es vielen leidenschaftlichen wie kritischen Wrestling-Fans oft auf den Zeiger, dass ihre persönlichen Lieblinge, die sie Woche für Woche anfeuern, ausgerechnet zur größten Show des Jahres in den prominenten Regionen der Card Platz machen müssen. Weg da, die Oldies kommen!

Edge im Main Event von WrestleMania 37: Kein normales Altstar-Comeback

Kein Wunder, heißt es dann, dass die WWE keine neuen Mega-Stars kreiert, wenn die aktuelle Generation an Wrestlern kaum Chancen bekommt, die Rollen von Mega-Stars auszufüllen. Stattdessen werden lieber alte Mega-Stars zurückgeholt. An dieser Kritik ist gewiss viel Wahres dran. Und eigentlich müsste es auch 2021 einen Aufschrei geben. Denn bei WrestleMania 37 wird sogar ein Altstar im Main Event stehen. Doch Edge ist kein ganz gewöhnlicher Rückkehrer. Der Fall Edge ist anders. Der Fall Edge ist keiner, der nur rational betrachtet werden kann, sondern einer, der auf ganzer Linie Emotionen bedeutet.

Zehn Jahre ist es her, dass der Rated R Superstar seine Wrestling-Karriere beenden musste. Unmittelbar nach WrestleMania 27 trat er plötzlich ab, ohne Vorwarnung, als amtierender World Heavyweight Champion. Edge hat eine lange Laufbahn und eine ähnlich lange Krankenakte hinter sich, es war klar, dass ihn sein Körper irgendwann zum Aufhören zwingen würde. Doch so wie es kam, kam es aus heiterem Himmel. Edge, nur scheinbar immer noch in seiner Prime, war plötzlich Frührentner. Die Schuld trug vor allem sein Nacken.

Edge wie Stone Cold Steve Austin: Besondere Fan-Sehnsucht nach der Wrestling-Rückkehr

Für Fans war das ein Schock, hatten sie doch noch viel mehr von Edge sehen wollen. Es gibt Wrestling-Stars, deren Karrieren gehen länger, als sie in Fan-Kreisen willkommen sind. Und es gibt Wrestling-Stars, bei denen Fans alles geben würden, nur um sie noch ein letztes Mal im Ring zu sehen. Warum wohl sehnen sich so viele Anhänger bis heute so sehr nach einem weiteren Match von Stone Cold Steve Austin, während sie sich ein weiteres Match von Hulk Hogan nicht mal für Geld anschauen würden?

Stone Cold stand nur wenige Jahre wirklich an der Spitze, dann war er weg und kehrte nicht mehr in den Ring zurück. Sein Nein zum Comeback meißelte er in Stein – ein besonderer Fall im Wrestling-Business, wo doch scheinbar jeder irgendwann zurückkehrt. So haben Fans das Gefühl, er habe noch so viel zu geben, da wäre noch so viel möglich. Während ein Hulk Hogan nach 15 Jahren an der Spitze über weitere 15 Jahre immer mal wieder hier und da auftauchte, sich dazwischendrängelte und dem nächsten großen Moment hinterherhechelte – so der Eindruck.

Edges WWE-Comeback: Eine Story wie gemacht fürs Wrestling

Edgewie vor einigen Jahren auch Daniel Bryan, gehört zur Kategorie Steve Austin – ein Fall von Sehnsucht. Der Körper kaputt, die Karriere vorbei, ein Comeback ausgeschlossen. Neun Jahre lang. Dann kehrte Edge beim Royal Rumble 2020 urplötzlich zurück. Die Rückkehr so überraschend wie sein Karriereende. Könnten Lärm und Liebe Stein und Mörtel brechen, hätten die Fans nicht nur sprichwörtlich die Halle abgerissen, als Edge das erste Mal wieder zu ihnen ins Rampenlicht trat.

Und es sollte nicht nur ein Moment für den Moment sein. Edge kündigte einen letzten großen Run an. Kündigte an, seine Karriere nachträglich auf seine Weise zu Ende bringen zu wollen. Dann, nur zwei Matches später, der nächste Schock – Trizepsriss. Der Traum hätte urplötzlich schon wieder zu Ende sein können. Fans mussten schon wieder um die Zukunft ihres Lieblings bangen. Doch Edge kämpfte fürs Comeback 2.0, kehrte wieder zurück, gewann nun das Royal Rumble Match 2021. Eine Story, von der Edge selbst sagt, in Hollywood würde man sie als unglaubhaft ablehnen. Edge ist eine Geschichte der Emotionen, eine Berg- und Talfahrt von Rückschlägen und Rückkehren. Kurzum: eine Geschichte wie gemacht fürs Wrestling.

Edge: Form, Wille, Qualität – alles top beim WWE-Comeback

Für alle Fans, die das immer noch nicht überzeugt, gibt es auch noch die rationale Seite. Zahlen zum Beispiel. Wie Edges irre Match-Zeiten seit seinem Comeback. WrestleMania 36: 36 Minuten und 35 Sekunden. Backlash 2020: 44 Minuten und 45 Sekunden. Royal Rumble 2021: 58 Minuten und 30 Sekunden. Und er kündigte an, in seinem Titel-Programm Richtung WrestleMania 37 jede Woche da zu sein. Es liegt nicht nur auf der Hand, es schlägt dir ins Gesicht: Edge ist keiner, der nur einen schnellen Paycheck abgreifen, sich kurz feiern lassen und dann wieder abtauchen will. Edge will es wirklich noch einmal wissen und tut alles dafür.

Und was Edge gleichzeitig von anderen Altstars wie Goldberg unterscheidet: Er hat es immer noch voll drauf - Hype und Leistung entsprechen einander! In laut eigener Aussage der besten Form seines Lebens sei er 2020 zurückgekehrt. Im Alter von 46 Jahren. Er weiß, dass das seine letzte Chance wird für einen guten letzten Eindruck, für ein Karriereende nach Maß. In seinen Matches ließ er, der über seine ganze Karriere zu den richtig Guten gehörte, sich den Ringrost jedenfalls nicht anmerken, regte mit seiner Qualität nur noch mehr zum Träumen an.

Edge in der WWE: Dream-Matches ohne Ende – und ein kleines bisschen Sehnsucht

Man stelle sich vor: Edge gegen AJ Styles, gegen Daniel Bryan, gegen Seth Rollins, gegen Roman Reigns, gegen all die, die da noch von NXT nachrücken könnten – Tommaso Ciampa, Johnny Gargano, Adam Cole, Finn Balor. Viele von denen hat Edge selbst sogar schon als seine Wunschgegner benannt. Vor Jahren alles unrealistisches Fantasy-Booking, Booking zwischen den Generationen, die größten Dream-Matches, die es nie gab oder geben wird. Jetzt alles echte Chancen. Und das muss für die jüngere Generation gewiss nicht von Nachteil sein. Denn mit Edge kann sie glänzen.

Klar, Edge wird nicht alle Wünsche erfüllen können. Aber ein paar. Und das ist besser als nichts. Das ist besser als alles, was man noch hätte erwarten dürfen. Vielleicht ist es sogar ganz gut, wenn am Ende ein paar Träume offen bleiben. Für das kleine bisschen Sehnsucht.

Letzte Änderung am Freitag, 09 April 2021 17:32

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