DDP Yoga - It ain't your mama's yoga!

  • 14 Oktober, 2013
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Simon hat euch in seinen Screams schon geschockt, als da was von Yoga stand, oder? Gebt es zu… aber er hat es nicht getan… Okay, hat er doch, denn er hat euch heimlich eine News zu Scott "Boozer Ramon" Hall und Jake "For God’s Sake" Roberts untergeschoben hat, in der es eigentlich auch um Yoga ging. Jetzt gebe ich euch den Rest und mach den Erklärbär und überzeuge euch, warum DDPYoga GUT ist!

Bevor der eigentliche – für unsere Rubrik zugegeben doch eher ungewöhnliche - Artikel losgeht, möchte ich aber einige persönliche Worte an den Anfang stellen. Ich selbst habe viele Jahre Leistungsschwimmen gemacht, Volleyball und Beachvolleyball gespielt, liebe das Krafttraining im Gym mit Freihanteln und liebe das Laufen im Wald. Manchmal – sagen wir lieber selten - mache ich Pilates, besonders dann, wenn ich das Gefühl habe, dass Rücken und Schultern verspannt sind und auch das Krafttraining diese Verspannungen nicht lösen kann.

Yoga habe ich auch ausprobiert – mit dem Ergebnis, dass ich heute fest davon überzeugt bin, dass Yoga nicht gesund sein kann ;) Yoga ist nichts für mich – und ich verstehe jeden, der seine Vorbehalte hat.


Das Yoga-Klischee

Gibt es eine Sportart, die klischeebehafteter ist, als Yoga? Synchronschwimmen oder Curling vielleicht… Wobei man Yoga tatsächlich Unrecht tut, wenn man es nur als Sportart betrachtet, denn Yoga ist eigentlich viel mehr: eine Lebenseinstellung.

Allerdings – und das sehe ich durchaus auch so – nicht unbedingt eine, die man mit dem Wrestling unter einen Hut bekommt. Umso überraschter war ich, von DDP Yoga zu hören. Ja – ganz richtig. DDP – Diamond Dallas Page – Wrestler, Heavyweight Champion, Superstar. Mit dem Slogan „It ain’t your Mama's Yoga!“ vertreibt DDP heute sein Yoga-Programm. Pure Abzocke und Geldmacherei? Nun – es scheint fast nicht so… Dass er damit Geld verdient, bestreitet DDP nicht. Aber das war nicht der Grund für ihn, selbst Yoga zu machen. Aber lassen wir nun einfach mal DDP selbst zu Wort kommen, denn in zahlreichen Interviews stellte man ihm immer wieder eine Frage: "Warum Yoga?!"


DDP über Wrestling und Yoga

DDP: "Der einzige Grund, warum es DDP Yoga gibt, ist, dass es eine Notwendigkeit war. Ich bin erst mit 35 Jahren zum Wrestling gekommen – meine Karriere startete erst so richtig durch, als ich schon 40 Jahre alt war. Das war 1996 und der Beginn der Monday Night Wars. Ich trat aus der Dunkelheit ins Licht, einfach weil ich mir den Arsch abgearbeitet habe und fünfmal härter trainiert habe, als irgendjemand sonst. 1997 und 1998 war ich als Nummer vier aller Wrestler der Welt gesetzt und dann habe ich mir schlicht den Rücken ruiniert. Ich habe mir zwei Wirbel (Anm. L4 & L5 – das sind die beiden Wirbel direkt überhalb des Steißbeins) verletzt. Und zwar so übel, dass drei Ärzte unabhängig voneinander sagten, meine Karriere sei vorbei. Zu dem Zeitpunkt war ich fast 43 Jahre alt.

Sie sagten mir, dass ich, wenn ich die OP hinter mir hätte und die Reha und alles, was dazu gehört, zu alt sein werde. Dass ich eigentlich schon zu alt war. Ich war damals ganz schön deprimiert. Ich hatte gerade einen Multi-Millionen-Dollar Vertrag für die nächsten drei Jahre unterschrieben.
Zu der Zeit war ich noch mit Kimberly verheiratet und sie war es, die mir vorschlug, es mal mit Yoga zu versuchen.

Meine Reaktion darauf war: "Fuck that! I’m not doing yoga! I come from Jersey Shore!"

Ich wollte mich mit dem Thema einfach nicht auseinander setzen. Wenn aber die Verzweiflung nur groß genug ist, versucht man alles. Also habe ich damit angefangen, es doch zu tun – heimlich nachts.

Ich habe meine Reha-Übungen mit Yoga-Positionen gemixed und festgestellt, dass mir das verdammt gut tat. Keine drei Monate später stand ich wieder im Ring. Mit 42 hatte man mir gesagt, dass meine Karriere, die doch gerade erst begonnen hatte, vorbei sei – mit 43 wurde ich World Champion (Anm. WCW World Heavyweight Champion bei Spring Stampede im April 1999. Er besiegte Sting, Hulk Hogan und Ric Flair in einem Four Way Dance). Yoga – und das, was später zu DDP Yoga wurde, hatte maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg."

Yoga als Erfolgsfaktor für einen einen verletzten Wrestler? Man mag es kaum glauben – Grund genug, sich das Konzept mal etwas näher anzuschauen.


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Ist Yoga für Wrestler sinnvoll?

It ain’t your Mama’s Yoga - das ist ja schon mal eine Ansage.

Aber was soll uns das sagen? Nun, dazu schauen wir erstmal, was Yoga ist - nämliche ein philosophische Lehre, die aus einer Mischung von geistigen und körperlichen Übungen besteht.

Yoga hat medizinisch nachgewiesen positive Auswirkungen auf verschiedene körperliche und auch geistige Erkrankungen. Dazu gehören Schlaf- und Angststörungen, sowie Depressionen ebenso dazu, wie chronische Kopfschmerzen und verschiedene Arten von Rückenschmerzen.

Schaut man sich nun an, was die klassischen Verletzungszonen von Wrestlern sind, stößt man am ehesten auf Rücken-/Nacken- und Knieverletzungen. Zumindest der Rücken- und Nackenbereich wäre dann ja schon mal positiv durch Yoga beeinflusst.

Dazu kommt aber noch eine andere Komponente – wenn ihr oder ich uns verletzen, dann ist das ärgerlich. Wenn sich ein Berufssportler – wie eben auch Wrestler – verletzt, ist das unter Umständen existenzbedrohend. Das wiederum kann Schlafstörungen und Depressionen verursachen - im besteh Fall. Nicht wenige versuchen das dann mit Alkohol, Drogen und Schmerzmitteln "wegzutherapieren". Wenig erfolgreich. Also sind auch die psychischen Belastungen etwas, bei dem Yoga helfen kann.

Körperlich, so kann man sagen, stabilisiert Yoga die gesamte Körpermitte – Bauch- und Rückenmuskulatur werden gefördert. Also genau die Bereiche, die im Krafttraining mit so genanntem Core-Training trainiert werden sollen. Die Körpermitte gilt als im Kraftsport als wichtig – denn die allermeisten Übungen funktionieren nur, wenn Rücken- und Bauchmuskulatur dem Körper den nötigen Halt geben. Passt also auch.

Yoga trainiert also die Muskulatur, aber im Wesentlichen die Flexibilität und Ausdauer. Nebeneffekte sind ein verbesserter Gleichgewichtssinn, der bei verschiedenen Moves sicher hilfreich ist und eine gute Durchblutung der Muskulatur, was die Verletzungsanfälligkeit reduziert. Was im Yoga fehlt, ist die Kraftkomponente. Die hat DPP in seinem DDP Yoga aber ergänzt.


Was unterscheidet DDP Yoga von normalem Yoga?

Zusammengefasst ist es der Mix mit anderen Übungen. Zu DDP Yoga gehören zum Beispiel auch Kniebeugen, die im Krafttraining als Masseübung bezeichnet werden. Masseübungen sind Übungen, die Muskulatur aufbauen sollen. Kniebeugen sind hier besonders effektiv, weil sie sehr große Muskelgruppen anregen. Nämlich die gesamte Oberschenkelmuskulatur (vorne und hinten), aber auch den Po und den unteren Rücken. Kniebeugen stabilisieren außerdem die Kniegelenke – also den zweiten kritischen Verletzungspunkt für Wrestler.

Dazu kommen die sogenannten „Dynamic Resistance“ – Elemente. Also Übungen, bei denen der Körper permanent unter Spannung gehalten wird, während man Bewegungen ausführt. Ein Beispiel hierfür wäre das Beinheben im Liegen oder Hängen. Man hängt beispielsweise an einer Stange, hält dabei die Arme und den Rumpf unter Spannung und hebt dann schwebend die Beine in die Waagerechte. Sehr effektive Übungen.

Aber auch andere „Eigengewicht-Übungen“ hat DDP in sein Yoga integriert. Eigengewicht-Übungen sind Kraftübungen, die ohne zusätzliche Gewichte absolviert werden. Kniebeugen ohne Zusatzgewicht oder auch Klimmzüge oder Liegestütz zählen dazu. Wie effektiv diese Art der Übungen ist, kann man aktuellen Trend „Freeletics“ erkennen – ein Fitness-Konzept, das vollständig auf Eigengewicht-Übungen setzt. Ein Fitness-Konzept, das besonders gerne Kraftsport-Anfängern empfohlen wird uns Menschen, die abnehmen bzw. Körperfett reduzieren wollen. 

BOY 7896Solche Kraft-, Muskelaufbau- oder auch Masseübungen sind nämlich besonders geeignet, da sie den Muskelanteil im Körper erhöhen und damit den Grund-Kalorien-Umsatz steigern.

Dass die typische DDP-Geste (quasi die umgedrehte Merkel-Raute, wenn man uncharmant sein will) in die Übungen eingebaut ist verbuchen wir mal unter „Alleinstellungsmerkmal“ und dass ein bisschen Gebrüll dazu gehört unter „Spaßfaktor“.

Als Fazit kann man also sagen, dass die Kombination aus Yoga und Eigengewicht-Kraftübungen sowohl für Wrestler sinnvoll sein kann, weil die typischen, verletzungsanfälligen Körperregionen unterstützt werden, aber auch für Abnehmwillige oder Fitness-Willige, weil der Körper gekräftigt wird.


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Ist DDP Yoga eine Wunderkur?

Definitiv nicht. Auch wenn die Werbebotschaft klar ist: Wir helfen, wir helfen schnell und wir helfen gut!

Was soll man auch anderes sagen? Das ist auch das Prinzip von Weight Watchers & Co. Das Konzept an sich ist gut und sinnvoll – die Frage ist immer, wie es der einzelne umsetzt.

Kann man mit DDP Yoga 30 Kilo in 12 Monaten abnehmen? Sicher. Wenn man es konsequent betreibt und auch seine Ernährung entsprechend umstellt. Wer nach dem Training frittierte Marsriegel isst, wird keinen Erfolg haben.

Das sagt Page aber auch selbst – wer das Programm anfängt, soll seiner Meinung nach zunächst einen Arzt konsultieren. Er verspricht keine Wunderkur, sondern ein stimmiges Konzept für ein ganzheitliches Training.

Der größte Knackpunkt ist und bleibt aber der innere Schweinehund. Nun, ich habe keine Probleme damit, mit vorzustellen, dass man den sehr schnell Sitz, Platz und Männchen machen lassen kann, wenn man in der Accountability Crib von Mr. Page persönlich rund gemacht wird.

Kann man das auch, wenn man sich die DVD kauft? Die Bundles kosten zwischen 60 und 120 US-Dollar – ein Schnäppchen ist das nicht, wo Amazon hundsgewöhnliche Yoga-DVDs für 4,95 Euro vertickt, wenn kein Promi auf dem Cover abgebildet ist. (Susanne Fröhlich gibt es schon für 14,99 Euro – für Eva Padberg muss man nochmal 3 Euro drauflegen…). Das ist doch schon eine ganz andere Hausnummer.

Vielleicht hilft es ja bei der Schweinehund-Dressur, wenn man so viel Geld ausgegeben hat… aber eher nicht. Zu viele „Ich kauf mir eine teure Sportausrüstung, damit ich eine Motivation habe, auch wirklich fit zu werden“ – Ambitionen enden mit dem ersten Muskelkater.

Training für sich allein zu Hause ist eine schwierige Sache und eigentlich nur für Misanthropen zu empfehlen, oder für Menschen, die 50 km bis zum nächsten Fitness-Studio fahren müssen, oder einfach körperlich so eingeschränkt sind, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt. Training allein zu Haus‘ erfordert verdammt viel Disziplin und Willen. Vielleicht nichts, was man mit einer 60 Dollar – DVD testen sollte…

Hier aber noch ein Beispiel, was mit Willen möglich ist:

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Alle verwendeten Bilder stammen von http://www.ddpyoga.com/media-kit.html

 

Letzte Änderung am Montag, 13 Januar 2014 11:25

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