Interview: Matt Morgan (TNA) über sein Wrestling - Training

  • 27 Mai, 2013
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tp-interviewsDer TNA-Wrestler Matt Morgan misst über 2,10m (7 ft.) und ist mit 136 Kilo (300 lbs) in beeindruckender Form.
Viele große Wrestler sind schlaksig oder irgendwie unförmig – nicht so Matt Morgan. Wie er trainiert, hat er dem amerikanischen Bodybuilding-Magazin bodybuilding.com in einem Interview verraten.

Hier einzige Auszüge.

BB.com: Viele 7-Feet-Typen verfügen nicht über die beeindruckende Physis, die du zu bieten hast. Entweder sind sie schlaksig, wie ein Basketball Center oder sie sind runder und schwerer. Du bist einer der wenigen, die fast schon über einen Bodybuilder Körper verfügen (Anm. d. CL-Red.: So große Bodybuilder sind aber sehr selten). Wie schaffst du es, neben deiner In-Ring-Tätigkeit für TNA so in Form zu bleiben?

Matt Morgan: Das ist eine gute Frage. Ich war noch um einiges schwerer, als ich mit dem Wrestling angefangen habe.

Wenn man sich Photos aus meiner Zeit bei Ohio Valley Wrestling (Entwicklungsliga von WWE) anschaut, sieht man das. Ich habe damals 175 Kilo auf die Waage gebracht – das sind immerhin fast 40 Kilo mehr als heute.
Trotzdem kam das im TV nicht rüber.
Man sagte mir, dass ich, wenn ich bei SmackDown im TV zu sehen sein würde, nicht aussehen würde, als würde ich 175 Kilo wiegen, sondern vielleicht so, als wären es 130 Kilo. Das liegt daran, dass ich über keinerlei Muskeldefinition verfügte. Ich hatte sehr weiche Konturen, so, als wäre ich mit Wasser vollgesogen und aufgequollen.

Ich habe das erst nicht verstanden, denn wenn ich neben anderen Wrestler stand, habe ich sie wie Zwerge aussehen lassen. Dann habe ich Leute wie Kurt Angle oder Eddie Guerrero gesehen, die nicht riesig sind, im Fernsehen aber echt groß, schwer und kräftig wirken. Locker 15 – 20 Kilo schwerer, als das Gewicht, das sie tatsächlich auf die Waage brachten. Und das nur, weil sie definierter waren.

Da wurde mir klar, dass ich das alles etwas ernster nehmen musste. Ich habe nicht mehr so viel Powerlifting (also hohe Gewichte, wenig Wiederholungen) gemacht, sondern angefangen, meine Ausdauer und mein Herzkreislaufsystem zu trainieren. Außerdem habe ich das Krafttraining umgestellt. Gewichte verringert, die Anzahl der Wiederholungen erhöht und so genannte „Drop Sets“ gemacht. Also jeder Übungssatz mit etwas weniger Gewicht als im vorherigen Satz. Ohne nennenswerte Pausen zwischen den Sätzen. Das Ganze bis zum Muskelversagen. Außerdem habe ich angefangen, meine Bauchmuskulatur mit Crunches und „Bicycles“ zu trainieren. Beim Training dann immer darauf achten, die Pulsfrequenz hoch zu halten.

BB.com: Dein Geheimnis ist also die hohe Pulsfrequenz und das Training ohne Pausen?

Matt Morgan: 100 Prozent!

BB.com: Hast du einen Trainingsplan für die Zeit, wenn du „on the road“ bist? Wie sieht dein typisches Workout einer Woche aus?

Matt Morgan: Nächste Woche zum Beispiel, mache ich zwei Shows an einem Abend. Da weiß ich jetzt schon, dass ich es den Abend sicher nicht mehr ins Gym schaffen werde. Seitdem das so ist, muss ich meine Woche viel besser planen. Wenn die TV-Aufzeichnungen z.B. heute in einer Woche sind, versuche ich bis dahin fünf Tage zu trainieren und zwei Regenerationstage einzulegen. Zumindest in einer perfekten Welt...
Leider leben wir alle nicht in einer perfekten Welt und da muss man schon mal ein bisschen schieben. Heute wäre z.B. mein Regenerationstag. Stattdessen werde ich heute mein Beintraining machen, weil es anders diese Woche einfach nicht hinhaut.

BB.com: Training allein ist bekanntlich nicht alles. Lass uns mal über deine Ernährung reden. Wie schwer ist es, auf Tour einen Ernährungsplan einzuhalten? Hast du irgendwelche Richtlinien, wie viel Eiweiß und/oder Kohlenhydrate du zu dir nehmen solltest?

Matt Morgan: Also zunächst: Auch ich cheate in meinem Ernährungsplan und gönne mir ab und an Dinge, die man eigentlich besser lässt. Aber nicht allzu oft. Es ist allerdings auch deutlich leichter, den Ernährungsplan sauber einzuhalten, als viele Leute denken – auch auf Tour. Ich kann auch bei McDonalds „clean“ essen, wenn das nötig ist!
Aber letztlich nimmst du auf Tour alles, was du kriegen kannst. Besonders wenn es eiweißreich ist. Du kriegst einfach nicht überall die geeigneten Nahrungsergänzungsmittel – besonders in kleineren Städten ist das ein Problem. Ein anderes Problem ist die Frequenz, mit der Nahrung (oder Ergänzungsmittel, sog. „Proteinshots“) zugeführt werden. Heute, wo ich etwas älter bin, versuche ich, dem Körper alle 2,5 Stunden etwas zuzuführen. Früher waren es alle 1,5 Stunden – man kann sich denken, dass das nicht immer einzuhalten ist.

BB.com: Was sind deine liebsten und besten Übungen im Gym?

Matt Morgan: Bankdrücken läuft ganz gut. Hat es schon immer. Das Beste, was ich geschafft habe, waren fast 300 Kilo (655 lbs) – das war zu College-Zeiten. Damit habe ich die Hawaii State Open gewonnen. Ich mache heute aber eher Plyometrie-Übungen (spezielle Art des Schnellkrafttrainings). Durch Probleme an drei meiner Bandscheiben bin ich aber z.B. im Beintraining eingeschränkt – normale Kniebeugen gehen gar nicht mehr. Hack Squats, Beibeuger- und –streckerübungen gehen natürlich noch. Aber das alles ist eher ein Training, um die Funktion aufrecht zu halten und weniger, um die Kraft zu steigern.

Letzte Änderung am Sonntag, 09 Juni 2013 17:18

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