Freitag, 04 April 2014 10:00

Daniel Bryan - Der Mensch, der Wrestler, der Hippie

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Es ist gerade einmal wenige Wochen her, dass das eingetreten ist, worauf alle gewartet haben. Allein die Tatsache, dass Daniel Bryan im Main Event von WrestleMania XXX landen könnte, versüßt vielen Fans die Veranstaltung, die sich anderweitig kaum auf WrestleMania freuen (mich eingeschlossen). Noch vor wenigen Monaten war es undenkbar, Bryan in einem großen Match zu sehen.

Doch egal, ob Main Event oder nicht, Soulman Daniel B., wie er scherzhaft von Teddy Long genannt wird, ist und bleibt der heimliche Star der großen WrestleMania Jubiläumsfete.

Was hat ihn dort hingebracht? Was für ein Typ ist Bryan Danielson außerhalb des Rings, wie wirkt sich seine Persönlichkeit auf seine Karriere aus und was unterscheidet ihn beispielsweise von Leuten wie CM Punk oder Dolph Ziggler? Wie bei fast allen Superstars der neuen Generation lohnt es sich bei Bryan, etwas genauer hinter die Fassade zu schauen.

Anders als die Stars der 90er, deren Hobbies hauptsächlich aus dem Leeren von Schnapsflaschen und dem Drehen von Sextapes bestehen, gibt es im Lockerroom heutzutage eine Vielzahl verschiedener Lebensweisen und Weltansichten – Bryan ist da nur ein Beispiel von Vielen.


Will man über den Menschen Bryan Danielson schreiben, tut man sich wesentlich schwerer als beispielsweise bei CM Punk, der gefühlt in jedem zweiten Interview seine persönliche Geschichte breit getreten hat. Von Bryans frühen Jahren weiß man im Grunde nur, dass er relativ arm aufgewachsen ist und es ihm deshalb bis heute auch nichts bedeutet, übermäßig viel Geld zu haben.

Bryan war nie auf dem College, arbeitete direkt nach der Highschool für Mindestlohn, um für die Anmeldung bei einer Wrestlingschule zu sparen. Ein Spielzeugladen, eine Keksfabrik oder McDonald's – Danielson hat nicht nur innerhalb des Wrestling-Business sein Lehrgeld bezahlt. Mit den ersten 500$ meldete er sich schließlich bei Dean Malenkos Wrestlingschule an. Malenko war Bryans Kindheits-Idol (was schon verdammt irritierend ist. Der Junge, der einmal Dean Malenko nacheifern will, kratzt im Jahr 2014 an der WWE-Spitze...), umso tragischer war es für ihn, als Malenkos Schule dicht machte – das Geld sah er nie wieder.

Nach vielen weiteren servierten Burgern und gebackenen Keksen nahm er den nächsten Anlauf, diesmal wollte er unter einem der ganz Großen trainieren: Shawn Michaels. Michaels' Schule war Teil einer kleinen Promotion, der TWA (Texas Wrestling Alliance). Dort gab Bryan 1999 sein Debüt und gewann bereits im März 2000 seinen ersten Titel: Zusammen mit Spanky (dem WWE Universe vermutlich besser bekannt als Brian Kendrick) gewann er die Tag Team Championships.

Fragt man Bryan nach Rat, ob man denn einen Plan B haben sollte, wenn man mit dem Wrestling anfängt, ist natürlich die Standardantwort erst einmal "YES". Er selbst habe jedoch Keinen gehabt und er habe sich auch nie wirklich deswegen gesorgt. Nicht etwa, weil er wusste, dass er es schaffen wird, sondern weil er sich selbst verwirklichte, weil er etwas machte, das ihm Spaß macht.

"Geld wird sich immer irgendwie von selbst regeln, das war nie ein Thema für mich. Ich habe damals auf der Straße gelebt, bin in Obdachlosenasylen untergekommen, hatte 20$ im Monat für Lebensmittel und habe mich von Tortillas mit Erdnussbutter ernährt, einfach weil es billiger war, als Brot zu kaufen. Mir ging es trotzdem gut, weil ich die Finger von den Drogen gelassen habe. Das mag vielleicht ein miserabler Rat sein, aber Fakt ist:  Wenn du mit Leidenschaft dabei bist, macht es dir nichts aus, auf der Straße zu leben."


Der Weg von Shawn Michaels zur WWF war nicht weit und so unterzeichnete Danielson im Jahr 2001 seinen ersten von, wie sich später herausstellen sollte, drei Deals mit der WWF/E. Die arbeiteten damals noch mit Memphis Championship Wrestling zusammen, dort wurde Bryan von William Regal trainiert. Bryan nennt Regal als großen Einfluss auf seine Karriere, er habe ihm die Augen für eine komplett andere Welt von Wrestling geöffnet. Wem es noch nicht aufgefallen ist: Auch die Farbgebung seiner Ringklamotten ist an die des Briten angelehnt.

Während seiner Zeit in MCW nahm er auch seinen allseits bekannten Spitznamen „American Dragon“ an. Auch in MCW konnte er sich mit Spanky die Tag Team Titel sichern, wurde jedoch nach kurzer Zeit entlassen, nachdem die WWF und MCW getrennte Wege gingen. Nach der Namensumnennung in WWE kehrte Bryan hin und wieder für ein Enhancement Match bei den B-Shows Velocity oder Heat zurück. Damals trat er gegen jemanden an, dem er im Laufe seiner Karriere noch einmal über den Weg laufen sollte:

"Wenn du für WWE wrestlest ist eines wahnsinnig wichtig: Energie. Wenn du dir John Cena anschaust: Seine Connection mit der Crowd funktioniert so gut, weil er jede Menge Energie mitbringt. Die Leute chanten gerne "You can't wrestle!". Das Ding ist: Cena ist ein sehr guter und sehr unterbewerteter Wrestler. Unser Match beim Summerslam ist eines meiner Highlights bei WWE."


Anschließend tourte Danielson u.a. ein wenig durch Japan, wo er zusammen mit Curry Man die IWGP Junior Heavyweight Tag Team Championships erringen konnte. Der American Dragon gilt als einer der Gründungsväter von Ring of Honor und bestritt im Jahr 2002 zusammen mit Homicide und Christopher Daniels den Main Event der allerersten ROH Show The Era of Honor Begins.

Trotz Danielsons Sieg im Survival of the Fittest Tournament im Jahr 2004 sollte ihm das große Gold weiterhin vorenthalten bleiben. Zu dieser Zeit war Bryan kurz davor, das Wrestling aufzugeben und sich anderen Karriereoptionen zu widmen. ROH erklärte seine Abwesenheit damit, dass es ihm trotz mehrerer Anläufe nicht gelang, dem damaligen Champ Austin Aries den Titel abzunehmen und er frustriert war (was ja in Teilen nicht mal so falsch war).

Das war 2005 und prompt machten sich erste Gerüchte breit, TNA habe Interesse am American Dragon. Diese verliefen jedoch im Sand, als er wieder zu ROH zurück kehrte und sich bei Glory of Honor IV von James Gibson endlich den ROH World Title holte. Danielson hatte danach einen äußerst erfolgreichen Run, verteidigte den Titel u.a. in einer Interpromotional-Fehde gegen einige CZW'ler, darunter Chris Hero und in einem 60-Minute-Draw gegen Samoa Joe.

Anschließend hatte er eine ausführliche Fehde mit Nigel McGuinness, die in einer Titelvereinigung des ROH World- und Pure Titles endete. Der Pure Title wurde schließlich aus den Shows genommen, Bryan war der letzte Titelträger. Nach einer leichten Verletzung, die ihn zu einer zweimonatigen Auszeit zwang (übrigens die einzige verletzungsbedingte Auszeit, die Bryan je nehmen musste!), verteidigte er seinen Titel erfolgreich gegen NJPW Wrestler KENTA, bevor sein 15-monatiger Run von Homicide beendet wurde.

"Was ich bei WWE vermisse, ist die Kameradschaft. Ich meine, ich reise oft mit Leuten wie Sheamus oder Ryback und die Jungs sind in Ordnung, wir verstehen uns. Aber wenn ich an den Unsinn denke, den wir beispielsweise mit Adam Pearce, Brent Albright oder El Generico getrieben haben... nicht, dass ich spanisch spreche, aber würde ich es können, wäre Generico bestimmt ein cooler Typ. ;) Ein Stück weit hat das bestimmt auch mit Geld zu tun. Viele Jungs bei WWE fänden es erniedrigend, einen Ring aufzubauen. In den Indies habe ich das immer genossen, wir haben mit den Jungs immer einen Weg gefunden, uns einen Spaß daraus zu machen."


 Nach seinem großen Titelrun fehdete Danielson noch mit Leuten wie KENTA, Nigel McGuinness oder Austin Aries. Anfang 2009 lief sein fester Vertrag mit Ring of Honor aus. Er trat zwar noch weiterhin für seine alte Heimat an, genoss aber auch seine Freiheit und tourte ein wenig um den Globus.

Kurz vor seinem zweiten Gastspiel bei WWE war die Flying Goat auch in Deutschland unterwegs, sicherte sich sogar den wXw World Heavyweight Championship von Bad Bones. Den hielt er dann auch knappe zwei Monate, bevor er ihn an Absolute Andy abgeben musste.

Am 23. 08.2009 gab ROH bekannt, dass Bryan einen Deal mit WWE unterzeichnet habe. In seinem letzten großen Titelmatch brachte er noch einmal den amtierenden Champ Austin Aries over. Sein allerletztes ROH Match bestritt er schließlich am 26.09.2009 gegen Nigel McGuinness, der sich danach ebenfalls aus der Company verabschiedete. Der American Dragon war erfolgreich.

"Jemanden, den ich wirklich gerne bei WWE sehen würde, der nun leider nicht mehr die Chance (aus gesundheitlichen Gründen, Anm. d. Red.) dazu bekommen wird, ist mein alter Freund Nigel McGuinness. Er ist ein mindestens genauso guter Wrestler wie ich, hat jedoch mehr von der Persönlichkeit und dem Look, den man bei WWE mag. Ich denke, er hätte eine wirklich gute Connection mit dem WWE Universe gehabt."


Anders als der überragende Großteil seiner Kollegen debütierte Bryan bei seinem zweiten WWE-Engagement gleich mal bei RAW, wenn auch in einem Dark Match, welches er gegen Chavo Guerrero gewann. Daraufhin wechselte Danielson jedoch auf eigenen Wunsch in die Farmliga FCW, um sich bei WWE zu akklimatisieren.

Bryan war Teil der allerersten Folge NXT, wo er es gleich mit seinem Storyline-Mentor The Miz zu tun bekam (den er inzwischen ironischerweise meilenweit auf der Karriereleiter hinter sich gelassen hat):

Schließlich wurde Bryan Teil der Nexus-Storyline, einer Gruppierung aus Nachwuchswrestlern, die RAW entern wollten. Das gelang ihnen auch recht gut, für Bryan jedoch sollte der erste Auftritt bei RAW gleichzeitig sein vorerst Letzter bleiben. Beim Nexus-Debüt soll er Justin Roberts mit seiner eigenen Krawatte stranguliert haben, was zu brutal für die PG-Zielgruppe gewesen sein soll. WWE entschuldigte sich später bei Bryan und meinte, dass man sich irgendwie vor Sponsoren rechtfertigen musste (die Szene müsste irgendwo bei 15:30 Minuten sein. Wer etwas lebensbedrohliches sieht, kann sich gerne bei mir melden):

Nach seiner Entlassung drehte Bryan noch eine kleine Runde durch die Indies mit Matches gegen u.a. PAC (den heutigen Adrian Neville), Shelton Benjamin und Jon Moxley (den heutigen Dean Ambrose). Dass Bryans Entlassung bei WWE tatsächlich nichts mit seiner Leistung zu tun hatte, lässt sich daran erkennen, dass er bereits zwei Monate später wieder zum Marktführer zurück kehrte.

"Warum ich es "geschafft" habe und andere talentierte Indy-Superstars nicht? Ein großer Teil ist schlicht und ergreifend Timing und Glück. Ich denke, das ist etwas, das viele Leute, die es geschafft haben, nicht oft genug erwähnen: Manchmal brauchst du einfach Glück, musst zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Egal ob es nun John Cena, Steve Austin oder The Rock sind: Jeder von ihnen hatte eine große Portion Glück, denn in diesem Geschäft gibt es einige äußerst talentierte Leute, die nicht den Sprung auf nächste Stufe schaffen und das lässt sich nicht immer rational erklären."


Den Sprung auf die nächste Stufe schaffte Bryan mit einem Riesensatz: Vom kürzlich entlassenen Rookie direkt zu seinem ersten PPV Match. Und zwar gegen seine alten Kameraden, Nexus. In einem Elimination Match beim Summerslam stand er auf Seiten der WWE und nahm den Platz seines ehemaligen Mentors The Miz ein. Dem gefiel das natürlich gar nicht und Bryan wurde nach Eingriff des ehemaligen Reality-Stars eliminiert.

Anschließend fehdete Bryan mit dem damaligen US Champ und holte sich bei Night of Champions den Titel von ihm. Nach kurzen Programmen gegen John Morrison, Dolph Ziggler und einer Storyline mit seinem NXT-Rookie Derrick Bateman (dem heutigen ECIII) verlor er den Titel im März 2011 unspektakulär bei RAW gegen Sheamus.

Es folgte ein kurzes Tag Team mit Sin Cara, als sie zusammen gegen Cody Rhodes & Ted DiBiase fehdeten, bevor es ab dem 17. Juni steil bergauf für ihn gehen sollte: Beim Money in the Bank PPV gewann er den Koffer für ein World Heavyweight Championship Match. Bryan versprach, den Koffer erst bei WrestleMania einzulösen. Vermutlich eine gute Option, denn die nächsten Monate sollten vornehmlich Niederlagen für ihn bereit halten. Im November startete er schließlich eine Fehde mit World Heavyweight Champion Mark Henry, in der er jedoch nicht eincashte (bzw. es versuchte und dann von Teddy Long aus irgendwelchen absurden Gründen zurück gepfiffen wurde).

Der Cash In erfolgte dann Ende 2011 beim TLC Pay Per View. Big Show hatte gerade mit letzter Kraft das Titelmatch gegen Henry gewonnen und musste den Titel gleich an den eincashenden Bryan abgeben (mein persönliches Highlight: Die Konfrontation mit dem fassungslosen Michael Cole):

In der Folgezeit legte Bryan langsam aber sicher einen Heelturn hin, unter anderem indem er AJ, mit der er inzwischen eine Storyline-Beziehung am Laufen hatte, nicht unbedingt Gentleman-like behandelte. Alleine im Januar verteidigte er dreimal erfolgreich seinen Titel, darunter beim Royal Rumble in einem Triple Threat Steelcage Match gegen Show und Henry.

Auch in der Elimination Chamber war er erfolgreich, wurde nach dem Match jedoch vom Royal Rumble Sieger Sheamus attackiert, der ihm mitteilte, dass er ihn bei WrestleMania XXVIII sehen werde. Bei WrestleMania wurde Bryan bekannterweise von Sheamus nach 18 Sekunden und einem Brogue Kick gepinnt.

"Vor WrestleMania XXVII hatten Sheamus und ich eigentlich eine wirklich gute Idee für eine Storyline und Woche für Woche wurden wir weiter vertröstet, dass man diese Woche keine Zeit in der Show dafür habe. Erst in der Woche vor WrestleMania erfuhren wir, dass wir nur in der Pre Show auftreten werden. Das war wohl die bislang größte Enttäuschung meiner WWE-Karriere."


"Hulk Hogan, whatcha gonna do, when reality kicks you right in the face?" Das hatte Shawn Michaels den Hulkster mal in ihrer Fehde gefragt. Heute wissen wir: Hogan wurde leider nie ins Gesicht getreten. Sheamus wurde zwar bei WrestleMania auch nicht getreten, aber das übernahmen die Zuschauer für Bryan bei der anschließenden RAW-Ausgabe:

Das war der Anfang dessen, was später als YES!-Movement zunächst in den Staaten und später auf der ganzen Welt die Runde machen sollte – und es hätte für die fliegende Ziege zu kaum einem besseren Zeitpunkt kommen können, denn nach WrestleMania hatte man offensichtlich nicht allzu viel mit ihm vor. In der erwähnten RAW-Ausgabe hatte Bryan nur ein winziges Backstage-Skit, in dem er sich zu seiner Niederlage äußerte.

So lief das ganze nicht nur glimpflich aus, Bryans Situation verbesserte sich sogar und er wanderte vom Midcard-Titel zu den großen Jungs: Eine Nacht, nachdem er sein Rematch gegen Sheamus verlor, sicherte er sich bei RAW in einer Beat the clock Challenge den No.1 Contender Spot auf CM Punks WWE Title (wobei diese Matches natürlich nur PPV-Appetizer für Smarks waren, während die echten Main Events Klassiker wie John Cena vs. John Laurinaitis stellten).

Es entwickelte sich eine Dreierfehde mit Kane, in der Punk jedoch stets den Titel für sich behaupten konnte, u.a. dank der Mithilfe von AJ Lee, die trotzdem immer noch irgendwie an Bryan hing. Der wollte das natürlich für sich nutzen und machte ihr einen Heiratsantrag. Den nahm sie an, ließ Bryan jedoch bei 1000. Ausgabe von RAW vor dem Altar stehen und nahm von Vince McMahon die Position als neuer GM entgegen.

"Ich weiß, dass ich die Fähigkeiten habe, beim Publikum beliebt zu sein und jetzt kann ich es auch hören. Aber die Company fragt sich eben, ob sich das auch auf Ticketverkäufe und Pay Per View Buys überträgt – und das wiederholt sich ständig in meiner Karriere. Schon Gabe Sapolsky (Ring of Honors damaliger Chefbooker) sagte, dass er als er mich das erste Mal traf nie dachte, ich könne "The Guy" sein, einfach aufgrund meiner Persönlichkeit.

Ich habe nie von Bookern verlangt, dass sie irgendetwas bestimmtes mit mir anstellen. Ich bin niemand, der große Ideen vorstellt – und genau das ist vielleicht mein größter Fehler, wenn es um Erfolg in der WWE geht."


Seine Ex steckte ihn daraufhin in ein Match gegen Kane beim Summerslam. Nachdem die beiden immer wieder aneinander gerieten, steckte AJ sie in ein Anger Management Programm, dass letzten Endes in einem Hug it out-Segment enden sollte. Das war der Beginn des erneuten Faceturns, diesmal mit Comedy-Elementen für Bryan. Team Hell No hatte einen äußerst erfolgreichen Run mit einem Titelgewinn und Fehden gegen u.a. Rhodes Scholars und The Shield.

Nach 245 Tagen als Champs folgte schließlich der Titelverlust an The Shield und Bryans Zweifel an sich selbst, ob er das schwache Glied von Team Hell No sei – es folgte der Split. Derweil wurden die Zuschauerreaktionen für Bryan immer lauter, was sich langsam aber sich auch in Siege innerhalb des Rings auszahlte. Nach WrestleMania XXIX hatte Bryan immerhin Leute wie Christian, Sheamus und Randy Orton auf seiner Liste und war somit innerhalb des Kayfabes zweitstärkster Mann hinter John Cena. Der durfte sich seinen Gegner für den Summerslam selbst aussuchen und wählte, da er sich natürlich immer mit den besten messen möchte, Daniel Bryan.

Tja, und der Rest dürfte jedem bekannt sein. Involvierung in die neueste Auflage der Corporate-SL, mehrere misslungene Titelgewinne, Fehde gegen die Wyatt-Family und nun schließlich der WrestleMania Main Event in greifbarer Nähe.

"Von den WWE-Jungs reise ich am liebsten mit Antonio Cesaro. Wir haben einfach beide einen ganz miesen Humor. Cesaro erzählt z.B. Witze wie Diesen: "Do you know why I like camping? Because it's in tents." Sehr kindisch, sehr auf Wortspiele ausgelegt und er kann das besonders gut, weil er sieben Sprachen spricht. Wir hören uns auf Reisen einen vierstündigen Podcast namens Hardcore History über zwei Typen namens Jahn an, die im Mittelalter dieses Ding übernommen haben und dann gefoltert und getötet wurden... jeder andere wäre längst eingeschlafen. Wir sitzen nur gespannt davor und denken uns: Gott ist das cool."


Aber was macht Bryan denn nun zum Hippie? Nun, zum einen zweifle ich, dass sonst irgendjemand von einem Känguru trainiert wurde:

Den (ehemaligen) Veganer Bryan zähle ich mal nicht zum Hippie-Dasein dazu, weil Bryan in der Hinsicht sympathischer weise nie moralisiert hat, sondern es bei ihm immer nur gesundheitliche Gründe waren. Aber abgesehen davon hört man Bryan in Interviews immer wieder über organisches Essen, die Umwelt an sich oder spritsparende Autos reden. Im Art of Wrestling Podcast verriet er sogar, er betreibe Yoga.

Auch seine Einstellung bezüglich seines Bookings kann man ein bisschen als gewaltlosen Widerstand sehen. Während Leute wie Punk oder Ziggler ständig ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen und sich über ihre Position in der Company beschweren, macht Bryan einfach das was er vorgesetzt bekommt und macht das so gut, dass man nicht mehr umhin kommt, ihn öfter einzusetzen.

Zum Abschluss lassen wir Bryan ein Meme kommentieren, dass zuerst Hulkamania, dann Austin 3:16 und zu guter Letzt YES! zeigt:

„Was für mich das Interessante an der ganzen Sache ist: Ich brauchte nicht, was die beiden hatten, um so beliebt zu werden. Hogan hat so gut wie gar nicht verloren, hatte einen vierjährigen Run als Champ. Austin wurde nach seiner 3:16-Promo äußerst vorsichtig behandelt, hat kaum verloren. Eine Woche nach WrestleMania mit 70.000 Leuten, die alles YES! chanten, habe ich in drei Minuten gegen Big E Langston verloren. Zwei Monate bevor ich im Main Event des Summerslam stand, habe ich in vier Minuten gegen Damien Sandow verloren.

Ich bin nicht der Typ, bei dem irgendjemand sagt: Pushen wir ihn zum Mond. Aber das brauchst du, um wirklich anhaltenden Erfolg zu haben. […] Du brauchst diese Erfolge, damit dich die Leute als Main Event Attraktion wahrnehmen. John Cena zum Beispiel. Cena wurde nicht in sein erstes Titelmatch gesteckt und war der Draw, der er heute ist. Gleiches gilt für Steve Austin. Es brauchte eine lange Zeit mit ihnen an der Spitze und einen Großteil der Matches wurde von ihnen gewonnen.“

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