Dienstag, 31 März 2015 21:12

Hankes Standpunkt: This is RollinsMania

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Bevor ich mir gleich die Post-WrestleMania-Posts in unserem Forum, die Post-WrestleMania-RAW-Show und die Post-WrestleMania-RAW-Show-Posts angucke, wollte ich noch meine Einschätzungen zu WrestleMania 31 niederschreiben, ehe meine Meinung durch äußere Einflüsse oder weitere Entwicklungen automatisch manipuliert wird. So sah WrestleMania für mich aus. Mit Bewertungen tue ich mich immer etwas schwer, aber ich versuch's einfach mal.

Intercontinental Championship
Ladder Match
Bad News Barrett vs. Daniel Bryan vs. Dolph Ziggler vs. Stardust vs. R-Truth vs. Luke Harper vs. Dean Ambrose

Das Match war ok. Kurzweilig, halbwegs spannend und mit gutem Sieger, Daniel Bryan. Ein Titelgewinn federt den Absturz von WM-30-Main-Event in die WM-31-Multi-Man-Midcard ab. Es gab auch eine Handvoll krachender Spots, etwa die Powerbomb durch die Leiter gegen Ambrose oder den Zig-Zag von der Leiter (den die Kommentatoren dummerweise nicht als solchen zu identifizieren imstande waren…). Dummerweise hat man fast alle Aktionen so oder ähnlich schon mehr als einmal gesehen. Mit Innovationen konnte das Match also nicht punkten. Ich hab mir, um ehrlich zu sein, insgesamt ein wenig mehr erwartet. War aber noch im Rahmen.
6,5/10

Seth Rollins vs. Randy Orton

Absoluter Showstealer. Noch eine ganze Ecke besser als erwartet. Das Match hat auf mich echt frisch gewirkt, die Wrestler waren motiviert und die Chemie zwischen beiden hat gestimmt. Tolles Tempo, tolle Konter, tolles Finish. Auch die Story, die noch erzählt wurde – Frühere Zukunft Orton vs. Neue Zukunft Rollins – fand ich gut. Hätte man gerne schon im Vorfeld stärker fokussieren dürfen. Hab nix zu meckern.
8,5/10

Sting vs.Triple H

Jetzt beginnt das große Meckern. Im Vorfeld hatte ich im PPV-Talk gefragt, wer denn bitte damit rechne, dass Triple H das Match hier verlieren würde. Damit wollte ich nicht kritisieren, dass es die einzig richtige Entscheidung gewesen wäre, dass Triple H verliert. Unglaublich, aber WWE hat es tatsächlich durchgezogen und Sting sein erstes WWE-Match verlieren lassen. Die WCW wurde damit endgültig begraben. Traurig, dass Vinces Ego offenbar immer noch so angegriffen ist, dass das jetzt nötig war. Jetzt wünschte ich, Sting wäre gar nicht erst zur WWE gegangen. Das Match an sich fand ich übrigens auch eher blöde, ist ja mit den ganzen Eingreifen von DX und nWo ja teils zum overbookten Comedy-Mist geworden. Habe mich gewundert, warum Ric Flair nicht noch ins Match eingegriffen hat, er war doch da, wie man ein Backstage-Segment später gesehen hat. Enttäuschung des Abends.
3,5/10

AJ Lee und Paige vs. Bella Twins

Auch hier hätte ich mir mehr erwartet. Ich kritisiere zwar oft, wenn Matches alle nach demselben Schema ablaufen (Shine, Heat, Comeback, Finish), aber dieses Match war irgendwie sehr unstrukturiert und ohne klaren Spannungsbogen aufgebaut. Leider war das Match auch qualitativ nicht sonderlich gut, sogar AJ hat eine Hurricanrana (oder was das werden sollte) gebotcht – wenngleich Bella da wohl nicht ganz unschuldig war… Dass man AJ überhaupt so viel rausgehalten hat, fand ich schade. Das Siegerinnen-Team war wiederum richtig gewählt. Durch die Submission von AJ an Nikki hat man auch gleich das nächste Titelmatch aufgebaut.
2,5/10

United States Championship
John Cena vs. Rusev

Tatsache, WWE gibt Cena also den kleinen US Title, während Bryan IC Champ ist. Bin mal gespannt, was man da vorhat. Das Match hat gut angefangen, ist aber abgeflacht und war schließlich wurde schließlich sogar schwächer als erwartet. Das Finish war dämliche typische Midcard-TV-Show-Kost. Absolut vergessenswert. Um ehrlich zu sein: Das meiste hab ich auch schon wieder vergessen. Achja, an eins erinner ich mich noch: Cena hat einen neuen Move gelernt! Einen vom Seil eingesprungen Stunner, wer hätte das gedacht.
3/10

The Rock und Ronda Rousey konfrontieren Triple H und Stephanie McMahon

Neben dem Konzert von Kid Rock bei WrestleMania 25 die wohl größte Zeitverschwendung in der Geschichte von WrestleMania. Wie unfassbar lahmarschig war das denn? Jeder wusste, worauf die verbale Konfrontation hinausläuft: auf eine körperliche. Dass das aber so extrem in die Länge gezogen wurde (auch wegen der dämlichen Fans, die einfach nicht still sein wollten) – und dann der „Kampf“ selber auch noch kurz und ohne Höhepunkt endete, ist eine Frechheit. Und das ging mehr als 25 Minuten! Dafür hätte ich mir lieber ein gutes Match gewünscht. Denn das hat genau hier – und im zweiten Teil der Show allgemein – gefehlt.
0/10

Undertaker vs. Bray Wyatt

Wieder kann ich mich aufregen. Dass man diesem Match kein Video-Package spendiert hat. Das hat sich doch angeboten. Klar, der Taker war in den Vorwochen nicht da. Aber Wyatt hat genug Großes geliefert, und beim Taker muss man sowieso altes Material zeigen, um anzudeuten, dass Wyatt sein Erbe ist. Die Entrances haben mir wohl gefallen – aber verdammt nochmal, wird das in Santa Clara eigentlich nie dunkel? Das Match an sich war mittelmäßig, aber spannend. Der Moment, als Wyatt in seiner Grusel-Brücke vor dem Taker steht und der sich aufsetzt, war ganz cool. Dass der Taker gewonnen hat, geht für mich voll in Ordnung. War sogar die richtige Entscheidung, wage ich zu behaupten. So kann er nächstes Jahr noch glaubwürdig bei seiner Heim-WM in Texas auftreten. Und ich glaube, den Fans hat’s auch gefallen, den Taker nochmal triumphieren zu sehen. Ach, und wow, der Taker hat wieder Haare!
6/10

WWE World Heavyweight Championship
Brock Lesnar vs. Roman Reigns (vs. Seth Rollins)

Das Wichtigste zuerst: Geiles Finish. Man hat ja schon damit rechnen können, dass Rollins eincasht – und trotzdem hat man es geschafft, einen Überraschungsmoment zu kreieren. Nicht nur ist Rollins der Erste, der bei WrestleMania eincasht, er ist auch der Erste, der während eines laufenden Matches eincasht. Er musste gar nicht gegen Lesnar oder Reigns eincashen (alle Spekulationen im Vorfeld umsonst) – er casht einfach gegen beide ein. Wer bitte hatte das als Möglichkeit auf dem Zettel? Gut gemacht! Auch gut, dass Rollins mit seinem Finisher gewinnen durfte. Dass Lesnar als Champion nicht gepinnt wurde, kann man kritisieren, muss man aber nicht. Es gibt jetzt schier endlos viele Möglichkeiten, wie es weitergehen kann. Lesnar muss sein Rematch bekommen, Reigns wurde ein faires Titelmatch gestohlen und ist mit Rollins sowieso durch seine Shield-Vergangenheit verbunden (und die beiden hatten noch keine Fehde nach dem Split) und Orton hat nach seinem Sieg gegen Rollins früher am Abend auch einen Anspruch auf ein Titelmatch. Sehr gut!

Noch zum Match: Ich war zwiegespalten. Schließlich war das genau das Match, das man schon zwischen Lesnar und John Cena beim SummerSlam gesehen hatte. Lesnar dominiert, suplex-repeatet Reigns ohne Ende. Das war schon cool und das zieht irgendwie auch. Aber Reigns’ Superman-Comeback war dann wiederum megaätzend (Update: Geht nicht um Reigns-Bashing, geht eher um die Kritik von überzogenem Superman-Booking). Und es war halt somit auch nicht unbedingt das Fünf-Sterne-Match, das ein WM-Main-Event sein kann und eigentlich auch annähernd sein sollte. Aber das hat mit Lesnar und Reigns wohl eh kaum einer erwartet. Ansonsten gefiel mir die Intensität, die von der ersten Sekunde an zu spüren war. Dass Lesnar (nach meinem Eindruck ungeplant?) zu bluten anfing, hat gut ins Bild gepasst.
Match 7/10
Match mit Moment 9/10

Allgemein

Im Prinzip war diese WrestleMania die dritte eher schwache WrestleMania in Folge. Nur ein wirklich gutes Match und ein-zwei ganz gute, der Rest war mittelmäßig bis schwach. Das Rock/Trips/Steph/Rousey-Segment hat nur gesuckt und die Zeit für ein dringend benötigtes weiteres gutes Match weggenommen (gilt auch für das Kurz-Konzert). Das war der Platz, an dem man sonst Angle vs. Michaels oder Undertaker vs. Michaels einst hatte. Es wäre also genau der Spot gewesen, in dem ich mir etwa ein Super-Match zwischen Daniel Bryan und Dolph Ziggler (oder etwas Ähnliches) hätte vorstellen können.
Geärgert habe ich mich außerdem über die vielen Versprecher der Kommentatoren (etwa: Michael Cole spricht von DX vs. New Age Outlaws statt New World Order) oder manche Bildumschnitte zum falschen Moment (zum Beispiel bei vielen Entrances, etwa: nicht erkennbar, wie Wyatt seine Lampe auspustet). Naja.
Was bleibt? Rollins als Champion am Ende war ein wahrer WrestleMania Moment, für den diese WM in Erinnerung bleiben wird. Denn an viel mehr wird man sich wohl nicht erinnern. Rollins vs. Orton wäre nach aktuellem Stand außerdem das einzige Match des Abends, das ich mir in Zukunft wirklich gerne noch einmal ansehen möchte. Diese Show war nicht WrestleMania – es war RollinsMania.

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