Adventskalender 2016

Adventskalender 2016 (25)

Freitag, 23 Dezember 2016 04:00

Top 10 Matches von Chris Benoit

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Fast zehn Jahre nach der größten aller Wrestling-Tragödien kann man den Namen Chris Benoit weiter nur hinter vorgehaltener Hand aussprechen. Sein Name wird von DVD-Titelblättern gestrichen, seine Matches verstauben in den Giftschränken der WWE. Darf man den Wrestler Chris Benoit vom Mörder Chris Benoit trennen? Darf man seine Matches noch besprechen, geschweige denn seine Leistungen loben? Wir haben lange im Team diskutiert und sagen: ja. Totschweigen bringt doch nichts. Die Matches sind schließlich in der Welt und haben nun mal Qualität ohne Ende. Das sind die zehn besten Benoit-Matches.

10. Money in the Bank Ladder Match
Chris Benoit vs. Edge vs. Shelton Benjamin vs. Kane vs. Chris Jericho vs. Christian
WWE WrestleMania 21

Das erste Money in the Bank Ladder Match hat Geschichte geschrieben als revolutionäres Multi-Man-Spotfest. Wie die anderen fünf Teilnehmer hatte auch Chris Benoit großen Anteil daran, dass das Match so gut wurde, wie es wurde. Unvergessen Benoits Diving Headbutt von einer Leiter auf Kane. Benoit war es außerdem, den Edge mit einem Stuhlschlag von den Sprossen holte, ehe er den Koffer abging und das Premieren-Match gewann.

9. WWE United States Championship
Chris Benoit vs. Eddie Guerrero
WWE Vengeance 2003

Die Freunde Eddie Guerrero und Chris Benoit haben im Laufe der Jahre viele Matches gegeneinander bestritten. Das hier war vielleicht ihr bestes. Im Match um die neu eingeführte WWE United States Championship bewiesen die Techniker ein feines Gespür für Tempo und Timing, für sauberes Wrestling, Spannung und eine Prise Humor.

8. Chris Benoit vs. Kurt Angle
WWE WrestleMania X-Seven

Alleine der sensationelle, flüssige und ästhetische Beginn mit den Ringer-Einlagen rechtfertigt einen Platz in dieser Liste. Benoit und Angle zeigten, wo sie herkommen und warum sie da standen, wo sie standen: im Spotlight von WrestleMania. Etwas später im Match öffneten die beiden ihren Wrestling-Stil und zeigten ein Match, das sich bei dieser Glanz-Show nicht zu verstecken brauchte. Etwas ärgerlich war nur das unsaubere Finish.

7. Steel Cage Match
Chris Benoit vs. Kurt Angle
WWE RAW: 11. Juni 2001

Von Beginn an gingen Kurt Angle und Chris Benoit volles Tempo. In einem Match ohne Langeweile-Phasen bewiesen beide wie immer eine tolle Chemie und präsentierten große Moves wie einen German Suplex vom obersten Seil, Angles Moonsault vom Käfigrand und Benoits Diving Headbutt aus gleicher Höhe. Vor einem Title-Match gegen Stone Cold Steve Austin beim King of the Ring 2001 brachten sich beide nochmal kräftig „over“. Das Match darf man getrost als RAW-Klassiker werten uns als eines der besten Cage-Matches in der WWE-Geschichte.

6. WWE Tag Team Championship
Chris Benoit & Kurt Angle vs. Edge & Rey Mysterio
WWE No Mercy 2002

Diesmal ging es nicht gegen Kurt Angle, sondern an der Seite von Kurt Angle gegen Edge und Rey Mysterio um die neue WWE Tag Team Championship. Bei SmackDown ging es damals darum, die bestmögliche Tag-Team-Division aufzubauen – und das gelang schon vom ersten Match an. Was wie ein solider Tag-Team-Fight anfing, aber noch einige Längen hatte, entwickelte sich später in ein absolutes Top-Match. Die Beteiligten packten gegen Ende reihenweise tolle Team-Aktionen und große Spots aus und boten eine Schlussphase zum Fingernägelkauen. Der Wrestling Observer Newsletter wählte den Fight 2002 zum Match des Jahres.

5. WWE Intercontinental Championship
Ladder Match
Chris Benoit vs. Chris Jericho
WWE Royal Rumble 2001

Sicher eines der besten One on One Ladder Matches, das die Latte für weitere derartige Matches noch höher gelegt hat. Chris Jericho und Chris Benoit lieferten sich ein durchweg schnelles, innovatives und erstaunlich natürliches und flüssiges Ladder Match mit vielen High-Impact-Spots, darunter auch die ikonischen Walls of Jericho oben auf der Leiter. Popcorn holen und anschauen.

4. Finale im Super J-Cup
Wild Pegasus vs. Great Sasuke
Super J-Cup 1994

Von Rating-Guru Dave Meltzer gab es damals fünf Sterne für dieses Match, heute würde es vielleicht ein bisschen weniger kriegen. Ein Match, das mir früher, als ich anfing, Wrestling zu gucken, eine ganz neue Seite gezeigt hat: Wrestling wie ein sportlicher Wettkampf, technisch, auf der Matte, auf einem ganz hohen Niveau, dazu mit einer Prise Highflying. Sein Turniersieg in der allerersten Ausgabe des prestigeträchtigen Super J Cups ist eine frühe Glanzstunde von Chris Benoit, damals noch Wild Pegasus, der ein Wegbereiter für viele weitere Gaijins (= Ausländer) seiner Statur in Japan war.

3. WWE World Tag Team Championship
Chris Benoit & Chris Jericho vs. Stone Cold Steve Austin & Triple H
WWE RAW: 21. Mai 2001

Für viele Fans war oder ist dieses Match eines der größten Tag-Team-Matches der WWE-Geschichte. Besser als die schon sehr gute Arbeit im Ring war die Dramatik, die sich in der Schlussphase ins Unermessliche steigerte, auch dank der phänomenal guten Arbeit von Jim Ross und Paul Heyman am Mikrofon. Chris Benoit und Chris Jericho waren tolle Underdog-Faces, Stone Cold und Triple H die perfekten bösen Supermächte. Am Ende stand ein Feel-Good-Titelwechsel und eines der besten Matches der RAW-Historie. Extrem respekteinflößend und lobenswert auch, wie sich Triple H mit gerissenem Quadrizeps durch die Schlussphase des Matches schleppte und alles zum geplanten Ende brachte.

2. WWE Championship
Chris Benoit vs. Kurt Angle
WWE Royal Rumble 2003

Und noch einmal Kurt Angle. Er und Benoit holten einfach immer das Beste auseinander raus. Das hier war ihr bestes Match. 2003 machten sie ein vermeintlich spannungsbefreites Titelmatch beim Royal Rumble zu einem echten Kracher. Kurt Angle hatte gerade erst einige Wochen zuvor Big Show den Titel abgenommen, der Titelwechsel hin zu Chris Benoit war höchst unwahrscheinlich – und trotzdem wurde es sauspannend. Angle und Benoit, die mit ihren Stilen einfach super zusammenpassen, brannten ein Submission-Feuerwerk ab, wie es das selten so gut gab. Der Zuschauer erlebte einen sehr sportlich wirkenden Leckerbissen, mit großen Kontern, einigen großen Moves (etwa einen damals unerhörten DDT auf den Apron und einen German Suplex mit Salto) und vor allem jeder Menge Spannung, wenn sich Angle und Benoit von Submission-Move zu Submission-Move trieben. Geile Kiste!

1. World Heavyweight Championship
Chris Benoit vs. Triple H vs. Shawn Michaels
WWE WrestleMania XX

Der Höhepunkt einer langen Reise, das karrieredefinierende Match, der magische Moment. Im Main Event von WrestleMania 20, der großen Bühne im Madison Square Garden, gewann Chris Benoit die World Heavyweight Championship. Das Match gegen Triple H und Shawn Michaels ist das, was man einen modernen Klassiker nennt. Von Anfang bis Ende passte einfach alles: Wrestling, Dramatik, Emotion. Und auf das Match folgte die große Feier von Chris Benoit, gemeinsam mit seinem Freund Eddie Guerrero, beide als World Champion, im nicht enden wollenden Konfetti-Regen von New York City. Es ist unendlich traurig, dass dieser Moment im Nachhinein für ewig verflucht wurde.

Samstag, 24 Dezember 2016 04:00

Ring the Jingle Bell - Die besten WWE-Weihnachts-Momente

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... und damit haben wir es geschafft. Das letzte Kalendertürchen ist geöffnet und die Weihnacht kann kommen. Dies natürlich in der vagen Hoffnung für alle Fans und Leser dieses Online-Kalenders, sofern sie nicht an den drei besinnlichen Tagen werktätig sind. Und wenn doch - seid ihr zumindest in guter Gesellschaft, denn den WWE Superstars geht es vielfach nicht anders, wenn Ebeneezer McMahon seine Buben und Mädels auch dann antreten lässt. Aber tief im Inneren lässt auch das hohe Fest die Company nicht gänzlich kalt, was sich an den vielen unterschiedlichen Varianten zeigt, wie man Wrestling und heilige Nacht sinnvoll miteinander verbinden kann. Genie und Wahnsinn gaben sich da über die Jahre oft die Klinke in die Hand. Zeit also, einmal Resümee zu ziehen, was Stamford uns über die Jahre so alles serviert hat. Daher - anlässlich 2016 - 16 Momente stiller bis rustikaler Besinnlichkeit…

16.) The Christmas Creature (1992)

Glen Jacobs ist über die Jahre betrachtet ein vielseitiger und gestandener Akteur der WWE, welcher der Company bereits lange angehört. Bevor er aber mit Kane sein wohl erfolgreichstes Gimmick mehr als eine Dekade ausleben konnte, bedurfte es einer charakterlichen Findungsphase seitens des Arbeitgebers. Denn zuvor versuchte er sich als Unabomb, Frankenstein-Zahnarzt Isaac Yankem DDS oder als Diesel-Kopie. Und es gab noch eine Gimmick-Ausgeburt, über die der Veteran vermutlich lieber den Mantel des Schweigens decken möchte. Anfang der 1990er in der USWA war es, als in einer Weihnachts-Ausgabe plötzlich eine hochgewachsene Mischung aus Mumie, Grinch und Weihnachtsbaum angedackelt kam, um sich mit den Fans sowie Santa Claus anzulegen - und nebenbei einen Jobber zu squashen. Die Creature kam nicht wirklich gut an - zumal ein solches Gimmick wohl nur einmal im Jahr funktioniert hätte. Zum Glück brachte Jacobs eine andere Maske Jahre später mehr Glück und Ruhm.

15.) Xanta Claus (1995)

Und noch eine Gimmick-Idee, die vermutlich nur an Heiligabend wirklichen Impact hervorgebracht hatte: 1995, also in einer für die WWE relativ mauen Zeit, versuchte man das Möglichste, um den Kader breiter und qualifizierter aufzustellen. Eine Variante war die Verpflichtung des unlängst verstorbenen Balls Mahoney: an sich eine gute Sache, da er als Jobber die Federation schon kannte. Was die Ausrichtung anging - tja, hatte man dann aber kreativ am Ziel vorbeigearbeitet. Grundsätzlich ist die Idee ja schön, mit Xanta Claus einen bösen Bruder des Weihnachtsmannes zu präsentieren, der die Geschenke lieber mopst. Die Umsetzung haperte allerdings an zweierlei: zum einen (wie schon geschrieben), dass Weihnachten halt nur einmal im Jahr ist, und zweitens, dass die Fans den späteren Testikel-Fan nicht als Bad Santa sehen wollten. Und so war nach einigen Auftritten schon Schluss - was bleibt, ist ein recht nettes „In your House“-Segment mit Savio Vega und dem Million Dollar Man als Xanta-Strippenzieher.

14.) 12 Divas Jingle Bell Match (2003)

Vor der großen Damen-Revolution in der WWE wusste diese mit den ringenden Ladys eigentlich kaum etwas anderes anzufangen, als sie ihre körperlichen Attribute und Talentansätze präsentieren zu lassen, sie an die Seite von Superstars zu stellen oder ihnen die Möglichkeit zum gemeinsamen Bad in Schokoladenpudding, Wasser oder sonstigen Mischungen derlei Konsistenz einzuräumen. Manchmal erlangten sie gar mit Flatulenz kurzzeitige Berühmtheit, ehe man die Zeichen der Zeit erkannte und mit „Total Divas“ seine eigene Big-Brother-Variante auf den Markt warf. Zur Weihnachtszeit anno 2003 versammelte die Company dann alle Ladys im Ring, dresste sie zu sexy Weihnachtsfrauchen auf, integrierte noch Scream-Queen Vickie Guerrero und erlaubte den Damen, mal wieder das zu tun, wofür sie einmal engagiert wurden: zu fighten. Dieses Multimen Match zählt dabei mit zu den besseren aus der Rubrik „Santa’s little helpers“. Da haben dann… im wahrsten Sinne des Wortes die Glocken geläutet.

13.) Alberto del Rios besinnliche Fahrstunde (2012)

Manchmal ist es sehr einfach, jemanden bei den Fans in negativer Hinsicht over zu bringen. Der gute Dos Caras jr. konnte Ende 2012 ein Lied davon singen: Da will er schon standesgemäß zum Ring gefahren kommen, um die Fans mit seiner Anwesenheit zu beehren - als die kurze Fahrt ein abruptes Ende aufgrund eines kleinen Zusammenpralls findet. Dumm nur, dass es sich bei der angefahrenen Person um den Weihnachtsmann gehandelt hat, der just in dem Moment die Zuschauer mit Geschenken bedachte. Was folgte, war eigentlich ein unfreiwilliger Stummfilm, der keinen Text benötigte: Del Rio stand einfach nur da und war sichtlich geschockt, sein Sidekick Ricardo Rodriguez salbaderte pausenlos auf ihn ein und der gute Santa wurde verarztet. Feelgood-Moment dann zum Schluss, als Mr. Claus auf der Trage wie weiland Jackie Chan den Daumen hob und wie nochmal weiland Arnie damit „I’ll be back!“ ausdrückte. Tja, so kann man vor allem die kindlichen Fans gegen sich aufbringen. Die Erwachsenen in Form des Lockerrooms auch, welche Zeter und Mordio schrien. Die Strafe folgte dann später: in einem „Miracle on the 34th Street“-Fight gegen John Cena.

12.) It’s Stunning Time all over the world… (1997)

Kein WWE-Evergreen hat über die Jahre so viel die Runde gemacht wie Steve Austins Ablieferung seines Finishing Moves gegen jede nur mögliche Person. Und auch zur Weihnachtszeit ließ er es ordentlich klingeln - meist mit den Köpfen der Gegner. Sein Lieblingsziel war dabei stets Boss Vince McMahon persönlich. Gegen den verhassten Firmenchef zog es immer die meisten Pops, wenn die Rattlesnake diesen in die Horizontale schickte. Besonders anlässlich der weihnachtlichen „Tribute to the Troops“-Shows brachte das den größten Jubel hervor. Aber auch der Weihnachtsmann selbst blieb nicht verschont. Darauf einen Weihnachts-Beer Bash…

11.) Christmas Sing-a-long (2012)

Zum Fest der (Nächsten-) Liebe gehören seit jeher Weihnachtslieder wie der Amaretto zum Glühwein. Das weiß ein jeder, der um diese Zeit mit Hausmusik in Berührung gekommen ist. Bei den Briten und Amis sind Weihnachtsgesänge noch hergebrachter und beliebter - und das weiß ein jeder, der Christmas-Episoden von US-Serien zu sehen bekommt. Die WWE hat vor vier Jahren versucht, dieser Tradition auf ihre eigene Weise zu huldigen. Das letztliche Ergebnis… war ganz neckisch anzuschauen, wie der damalige Kader sich in einer leeren Halle versammelt, um zur Melodie von „Jingle Bells“ und dem Taktstock eines John Cena seinem Gimmick entsprechend einen etwas abgeänderten Text zu trällern. Ein DSDS-Niveau sollte man aber nicht erwarten - manchmal schon eher Supertalent-Vorrunde …

10.) Good Santa vs. Bad Santa (2013)

Wie man bereits anhand Platz 13 feststellen konnte, geht der Weg zu ordentlich Festtags-Heat meist über Kinder. Und wenn man gerade kein Auto parat hat, wirft man sich ins rote Kostüm, mimt charakterlich den Grinch und versucht auf diese Weise Weihnachten zu retten. So geschehen Ende 2013, als Damien Sandows Karrierehoch gerade auf dem absteigenden Ast war. Allerdings schaffte er es wie immer formvollendet und ausdrucksstark, einem kleinen Mädchen das Geschenkefest ein wenig zu vermiesen. Grund genug für den Positiveren im Santa-Claus-Kostüm (in dem Fall Mark Henry), dem Einhalt zu gebieten und das negative Ebenbild in die Schranken zu verweisen. Zur Not halt körperlich. Wer diese Auseinandersetzung letztlich gewonnen hat, dürfte klar sein – aber ein Evergreen, was das Spiel mit den Massen angeht, ist diese Mini-Fehde allemal.

9.) Ric Flair’s Christmas Party (2001)

In der Weihnachtszeit 2001 kehrte die WWE gerade die Scherben der halbwegs vermasselten Invasions-Storyline zusammen und sammelte sich neu. Da war es geradezu ein Clou, den guten Ric Flair, der immer für eine heiße Promo bzw. das eine oder andere Match gut ist, zurück in die alten Gefilde zu holen. Er schickte sich dann auch an, mit Vince McMahon einen kleinen Machtkampf um die Company zu beginnen. Keine schlechte Idee, wie sich hinterher zeigte – sprang doch so eine mehr als lustige Christmas-Vendetta heraus, wer von beiden denn nun die bessere Weihnachtsparty schmiss. Und es dürfte ein offenes Geheimnis sein, dass da Spaßbremse Vinnie Mac deutlich den Kürzeren zog. Schließlich waren auch Naitchs Gäste illuster: Tajiri als Santa Claus versuchte sich ebenfalls am christlichen Fest wie ein damals noch maskierter Kane, der von Edge und Albert geschmückt und auf die Feiertage eingestimmt wurde (was aber nur mäßig gelang). Höhepunkt neben einem gut aufgelegten Big Show war aber Steve Austin: Die Rattlesnake verzichtete zwar auf die übliche Bierdusche nebst Stunner-Parade und schmiss stattdessen ein paar Dosen Steve-Wiser in die Runde. Wie heißt es so schön: It’s the most wonderful time of the year…

8.) X-Mas-Time with Bobby & Gorilla (1980er)

Die Feder ist manchmal mächtiger als das Schwert. Und manchmal braucht man halt auch im Wrestling keine knallharten Fäuste und Suplessen, sondern trägt salonfähige Zwistigkeiten verbal und mit gepfefferten Dialogen aus. So etwas hat man hier und dort schon unzählig und zwischen verschiedensten Duos erleben können: Schmidt und Pocher, Gottschalk und Jauch, Siskel und Ebert, Herricht und Preil, Hoeneß und Daum, Merkel und Seehofer… und in der WWE kam über lange Jahre nichts an Gorilla Monsoon und Bobby Heenan vorbei. In der 1980er-Jahren führten diese durch die Sendung „Prime Time Wrestling“ und ließen (wohlgemerkt gespielt und nach Skript) kaum ein gutes Haar am jeweils anderen. Das Ganze aber stets mit spitzer Zunge, ohne schwere Beleidigungen und dafür mit ordentlich doppelbödigem Witz. Und genau in derartiger Weise spielten sich beide in einer Weihnachtsausgabe die Bälle zu und sorgten so dafür, dass das gezeigte Wrestling mal zur Nebensache verkam. Well Dunn - ach nee, das waren ja andere…

7.) Ebeneezer Piper (1985)

Eine der beliebtesten Weihnachtsgeschichten ist zweifelsohne Charles Dickens' „Christmas Carol“, welche vom Festtagshasser Ebeneezer Scrooge berichtet und wie ihm die Geister von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht nur den Sinn der Weihnacht näherbringen, sondern auch die damit verbundenen Tugenden wie Güte und Nächstenliebe. Ende 1985 adaptierte die WWE ihre eigene Version der legendären Erzählung – mit vergleichsweise kostengünstiger Dramaturgie. In der kurzlebigen WWE-Nighttalk-Variante „Tuesday Night Titans” gab man ausgerechnet “Rowdy” Roddy Piper den Part des Feiertagsverweigerers und ließ ihn in Nachthemd und Zipfelmütze geisterhaften Besuch bekommen. Auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt die ideale Besetzung – aber wer den Hot Rod und seine Vorliebe für Weihnachten kennt, der nimmt das gerne in Kauf. Kurz gesagt: ein kurzweiliger Spaß.

6.) Die Anderthalbwoche mit The Rock (2001)

Wo wir vorhin beim traditionellen Singen waren: Da hat jeder mit Sicherheit so seinen eigenen Geschmack – und jedes Land so seine jahreszeitlichen Evergreens. Was den Deutschen ihr „Tannebaum“ sind den Engelländern ihre klingenden Glöckchen. Und die Leutchen von über dem großen Teich? Die zählen sehr gerne singend die zwölf Festtage von Weihnachten bis Heilige Drei Könige herunter. Bei den Amis sehr beliebt, kennt die „Twelve Days of Christmas“ hier kaum jemand. Natürlich hat das auch die WWE aufgegriffen und ließ über die Jahre verschiedenste Superstars den Zwölfer-Countdown trällern. Dabei gaben sich gute wie schlechte Versionen stets die Waage – aber die Jungs und Mädels haben ja einen anderen Job als eine musikalische Verewigung. Das Internet wimmelt vor verschiedenen Versionen davon – eine der gelungensten hat freilich der gute Great One anno 2001 rausgehauen. Ruhig mal anschauen!

5.) Im Keller mit dem Weihnachtsmann (1999)

Manchmal ist es halt so: Richtige Weihnachtsstimmung möchte nicht so recht aufkommen – vor allem dann, wenn einen nervige Verwandte mit Anwesenheit beglücken. So oder ähnlich erging es storylinemäßig Zuschauern und dem Großteil des WWE-Kaders, als Ende 1999 Stephanie McMahon erstmals richtig mainstreamtauglich ihren Vater hinterging, sich Triple H anschloss und das McMahon-Helmsley-Regime deklarierte. Da passte es gut, dass gerade Weihnachten war und das Pärchen seine Backstage-Macht in voller Wonne auskosten konnte. Einer der Leidtragenden war Mick Foley als Mankind, den die beiden besonders hart zu piesacken versuchten. Und anlässlich der heiligen Nacht verdonnerten sie den Familienvater dazu, den Weihnachtsmann in einem Boilerroom Brawl zu fordern. Doch Foley weigerte sich vehement und ließ den guten Santa Claus in Ruhe. Von Frieden war aber kurz darauf nichts mehr zu spüren, da gleich ein halbes Dutzend Claus-Kopien in roter Kluft nacheinander erschienen und dem guten Mick, der sich noch beherzt wehrte, offensichtlich mittels Fäusten die Weihnachtsbotschaft schlagfest vermitteln wollten. So hatte Mankind letztlich keine Chance und musste sich den kostümierten New Age Outlaws geschlagen geben. Sozusagen: Season Beatings.

4.) JeriShow’chen und die Weihnachtswichtel (2009)

Es war einmal vor langer Zeit, genauer gesagt vor nunmehr sieben Jahren, da begab es sich, dass zwei stattliche Athleten eine lange Zeit je einen goldenen Gürtel tragen durften. Und dies, obwohl der blonde Jüngling und der Riese eigentlich aus zwei verschiedenen Sendungen stammten. Nachdem sie so eine ganze Zeit lang regiert hatten, machten ihnen urplötzlich zwei volksnahe wie listenreiche Spaßmacher ihre güldenen Insignien streitig. Alle vier besiegelten daraufhin, die Angelegenheit ehrenhaft auf einem namhaften Schlachtfeld zur Primetime auszufechten, wobei die Spaßmacher letztlich den Sieg davontrugen. Für die Athleten eine traurige Zeit – zumal ohne ihre Gürtel jeder wieder in sein eigenes Reich zurückkehren musste. Der Riese war betrübt, doch in der Zeit der heiligen Nacht ergab sich gar Wundervolles: Der Weihnachtsmann selbst erschien dem Hünen und fragte nach dessen größtem Wunsch. Dieser wollte nur eines – nämlich seinen Kameraden wieder an seiner Seite haben. Da ließ der Weihnachtsmann seine Zauberkräfte walten und, bevor er den Wunsch vollständig erfüllen konnte, machte ein Zwerg, der mit den Spaßmachern sympathisierte, der Zeremonie ein jähes Ende. Es kam zu einem weiteren kleinen Gefecht, bei dem sich die Athleten (nun wiedervereinigt) wacker und siegreich schlugen. Tja – und wenn sie nicht gestorben sind… kommt und geht der eine sowie turnt der andere Jahr für Jahr…

3.) Achtung, jetzt kommt ein Cartoon! (2014)

Auf Platz 11 hatten wir ja bereits eine lustige Runde Weihnachtsgesänge – und wie gesagt: Es sollte auch nicht die Letzte sein. Zwei Jahre nach diesem Versuch startete Stamford einen weiteren Versuch, Fans und Zuschauer zum festtäglichen Karaoke-Schmettern zu bewegen. Und man muss klar sagen: diese Version ist noch besser. Waren damals nur Einleitung und Abblende mit Zeichentrick bebildert, verzichtete man diesmal ganz auf reale Akteure und ließ den Kader als stylische Comic–Truppe auftreten. Das sah nicht nur witzig aus, sondern bot handlungstechnisch auch viel mehr Möglichkeiten, beispielsweise im Falle der ausgeladenen Triple H und Stephanie, diese bei ihren mehrmaligen Eintrittsversuchen à la „Kevin allein zu Haus“ zu malträtieren. Dazu erzählt eine inhaltlich angepasste Version von „It’s the most wonderful time of the year“, wie die einzelnen Superstars gimmickmäßig die Feiertage verbringen. Gönnt euch das mal!

2.) Lauschet und höret die Stimme (2011)

Die besten Weihnachtsgeschenke, wenn man denn das Fest der Liebe am Materiellen festmachen will, sind immer die, die einen Herzenswunsch erfüllen. Und den wohl Schönsten bekam der kleinste Superstar in Reihen der WWE vor inzwischen sechs Jahren: Hornswoggle konnte und durfte endlich sprechen. Das Ganze als Rahmenhandlung eines weihnachtlichen Sketch-Segments, der viele Mitwirkende hatte: angefangen von Ricardo Rodriguez, der beim Flirt mit den Bellas nicht so recht vorankam, bis hin zu den seligen „Rowdy“ Roddy Piper und Dusty Rhodes, wobei Ersterer aus seiner Weihnachtsbegeisterung angesichts des auftauchenden Santa Claus keinen Hehl machte. Aber Star des Ganzen war klar der „McMahon-Abkömmling“, der seine neue Gabe allen Kund tat und sich mit Vickie noch ein „Excuse me!“-Duell lieferte. Und als am Schluss dann noch Mick Foley auftauchte und verwirrt nach den Geschehnissen fragte – das rundete diese Nummer formvollendet ab.

1.) Happy DX-Mas! (1997 - 2009)

Tja, wer sonst außer DEN zwei unterhaltungstechnischen Glanzlichtern der Attitude-Ära könnte diese Auflistung krönen: Shawn Michaels und Hunter Hearst Helmsley. Showmäßig konnte den Meistern der D-Generation X kaum einer das Wasser reichen und zum Glück, sollten man meinen, haben sie ihren spritzbübisch-anarchischen Humor über die Jahre bewahrt, sodass uns immer wieder ihre Auftritte ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben. Und zum Glück, sollte man ferner meinen, haben sie dabei auch inhaltlich eine Evolution durchgemacht: vorbei die Anfangstage mit Stripshows, weißen Ritzenflitzern und weihnachtlichem Gemächtschutz – in jüngeren Jahren haben sie, obwohl selbst ein Parodie, um die Weihnachtszeit die stereotypen Verkaufsshows ihrer Heimat durch den Kakao gezogen und präsentierten mit Augenzwinkern konzerneigenen Merchandise – natürlich mit feinstem schauspielerischem Overacting. Ein herrlich lustiger Blödel-Quatsch, in den sich zusätzlich noch Hornswoggle mit eingeschlichen hat… und somit in beiden Topspots präsent ist. Tja, da haben HBK und Trips sinngemäß das Nachsehen – im Clip übrigens auch…

Und damit endet der diesjährige Clothesline.eu-Weihnachtskalender. Wir, das Team der Website, möchten uns an dieser Stelle sowohl bei allen Mitwirkenden hier bedanken als auch bei Euch, den Lesern, für die Treue. Wir wünschen Euch auf diesem Wege ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Eurer Lieben. Merry Christmas!

Donnerstag, 22 Dezember 2016 04:00

Die Charaktere in Politik und Wrestling 2016

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Was haben Kevin Owens, The Miz, Samoa Joe und Donald Trump gemeinsam? Richtig, sie alle wurden 2016 Champion - und zwar allesamt nach demselben Prinzip.

So schnell sich die Welt inzwischen auch drehen mag, was sich mit einem Jahreswechsel nicht ändert, das sind im Privaten die Menschen, mit denen wir uns umgeben und im Öffentlichen die Figuren, die starken Charaktere, mit denen wir uns auseinandersetzen. Starke Charaktere - das ist der Knackpunkt. Das ist der Unterschied zwischen Miz und Ziggler. Der Unterschied zwischen Joe und Tye Dillinger. Der Unterschied zwischen Donald und Hillary. Heute wollen wir einen kleinen Rückblick auf die großen Charaktere 2016 wagen. Meine Prognose: Genau diese werden uns auch wieder 2017 durchs Jahr begleiten:

Kevin Owens

Der Mann, der 2016 das für mich größte Kunststück vollbracht hat: Den nahtlosen Übergang zu RAW zu schaffen und dabei nur minimal an Authentizität einzubüßen. Charlotte, Sasha Banks, Sami Zayn, die Liste geht endlos weiter. Ich mag sie, aber niemand hat es geschafft, den Zauber von NXT in die Hauptshows zu transportieren. Natürlich kann auch ein KO nichts am Booking ändern, aber er schafft es zumindest immer noch, bei sich selbst zu bleiben. Anders als bei anderen hat man bei ihm nie das Gefühl, Kevin Steen zuzusehen, der gerade Kevin Owens spielt.

 

The Miz

Wie ging der alte Foley-Kalauer nochmal? "What's the difference between The Miz and the 100-year-war? At a certain point, the 100-year-war was over"

Die Zeiten, in denen an dieser Stelle ein Lacher noch gerechtfertigt war, sind vorbei. The Miz hat sich gemacht. Und zwar heftig, In erster Linie zu verdanken ist das seiner Mini-Fehde mit Daniel Bryan. Nach Bret & Shawn, Ric & Sting, Cena & Edge gibt es nun Bryan & Miz. Die beiden haben einfach eine unschlagbare Chemie. Selbst Daniel Bryan, der ständig betont, wie wenig ihm das ganze Charakterzeugs liegt, nimmt man plötzlich jedes Wort ab. Und Miz nutzt das Ganze und trägt es in die Fehden gegen seine eigentlichen Gegner. Wenn Owens derjenige ist, der es am ehesten geschafft hat, seinen Charakter zu wahren, ist Miz vielleicht derjenige, der sich 2016 am meisten gefunden hat. Hut ab!

 

Alexa Bliss

Tatsächlich mal jemand, der im Mainroster seine besten NXT-Leistungen noch toppt. In NXT war die Gute zusammen mit den 4 Horsewomen einfach zur falschen Zeit am falschen Ort, das Spotlight war schlicht überfüllt. Charlotte mag der Star der Division sein. Die, die einfach nach Champ aussieht und auf alle anderen herunter blickt. Wenn es aber nach kleinen, cheatenden und menschlich abstoßenden Heels geht, da kommt zumindest am Mic und in Sachen Mimik niemand an den blonden Giftzwerg ran. Sie und Becky Lynch schaukeln sich gerade wunderbar gegenseitig Woche für Woche hoch. Ich hoffe, sie bleibt noch für lange Zeit bei SmackDown. Während sich Vince und Hunter streiten, wer bei RAW die 5000. Auflage von Charlotte vs. Banks gewinnen soll, soll sie weiterhin bei SD die wirklichen Highlights liefern.

 

Johnny Gargano & Tommaso Ciampa

Niemand hat 2016 weniger geredet und niemand hat mich mehr bewegt, als diese beiden. DIY zeigen: Auch in unseren heutigen Zeiten, in denen so viel Wert auf Promos gelegt wird, musst du kein großartiger Talker sein, um ein großartiger Wrestler und Entertainer zu sein. Ich kann es nicht einmal aufdröseln oder beschreiben - will ich auch nicht. Aber die beiden hatten mich zusammen mit The Revival mehr als einmal den Tränen nahe. Und als sie sich in Toronto die Titel geholt haben, habe ich wie ein verficktes Baby geheult! Danke dafür!

 

Bobby Roode

Can you feel it? Can you feel how glorious we are?! Ich weiß nicht, wie er das anstellt, aber wenn Roode seinen Entrance vollführt, fühlt sich Full Sail University plötzlich wie der Citrus Bowl, die nächste Austragungsstätte von WrestleMania, an. Erinnert mich ein bisschen an Rick Rude, Ric Flair oder Sting... er schafft es irgendwie, alles "groß" aussehen zu lassen. Wenn die Crowd nach dem 15. Entrance immer noch in minutenlangen "That was glorious"-Chants aufgeht, weiß man, was die Stunde geschlagen hat. Ganz abgesehen davon, dass das ganze Gimmick, angefangen vom Look, über die geniale Einstiegspromo (Stichwort "you can continue to wear your oversized shirts") bis hin zum epischen Theme ein einziger Homerun ist. Roode wird auch das nächste Jahr über eine Bank sein. Die große Frage für mich ist nur: Bei NXT, oder im Mainroster?

 

Donald Trump

Was?! Der Typ ist doch überall, also warum auch nicht hier? Es geht doch um Sternstunden fiktionaler Charaktere, oder? Hat sich mal jemand die Mühe gemacht, Trumps Promos mit seinen Interviews und Pressekonferenzen zu vergleichen? Dieselbe überzogene Mimik, dieselbe überzogene Gestik, derselbe Sprachrhythmus. Immer dieses auf Konfrontation getrimmte, sehr laute, sehr langsam und deutlich vorgetragene Gorilla-Gehabe. Es ist verdammt schwer zu leugnen, dass er sich so einiges aus unserem Universum abgeschaut hat - so kommt man over!

Er kannte seinen Charakter, kannte seine Botschaft, wusste wie sie ankommt und hat sie entsprechend gesellt. Der Mann wusste, er wird keinen Popularitätswettbewerb gewinnen und hat es gar nicht erst versucht. Was ihm letztendlich den Wahlerfolg gebracht hat, ist meiner Meinung nach die Abwesenheit eines entsprechend markanten Babyfaces. Ich gebe zu, den Wahlkampf nur flüchtig verfolgt zu haben, aber wenn ich etwas von Trump gehört habe, ging es ihm zumindest im Kern um Amerika - Vormachtstellung halten, Wirtschaft stärken, die bösen Einwanderer rausschmeißen etc. Das einzige, was ich von Clinton je gehört habe war... "E-Mails sind doof... ich bin eine Frau, das ist gut! Wählt mich!". Ein flaches Programm ist eben immer noch besser, als ein Nullprogramm. Dagegen hätte jeder Hydrant anstinken können...

 

Samoa Joe

Den Main Event überlassen wir dann lieber doch jemandem, der weiß, was er tut. So gerne ich The Miz als arroganten A-Lister sehe, so gerne ich Owens als schlagfertiges Arschloch sehe und so gerne ich Enzo auch nackt sehe, wer kommt bitteschön an Joe ran? Bestes Beispiel: Wir befinden uns Backstage, Tye Dillinger hat wieder mal ein Match vergeigt und will sich nun  gegen den Champ (zu dem Zeitpunkt Joe) beweisen. Joe ist natürlich der Meinung, Dillinger gehöre nicht mit ihm in den selben Ring, sei nicht würdig. Dillinger will ihm einen Grund geben und was macht er? Verpasst ihm eine Ohrfeige! Joe! What the fuck?!

Es gab da keine große Hintergrundstory dazu, aber das war ein Markout für mich, ein kleiner Moment, in dem man sich einfach als Fan im Geschehen auf dem Bildschirm verlieren kann. Du verpasst Joe doch keine Ohrfeige! Zumindest nicht, wenn du vor hast, die nächsten 6 Wochen noch feste Nahrung zu dir zu nehmen. Joe hat einfach diese fucking Badass-Aura. Seit er bei NXT und wieder voll motiviert aufgetaucht ist, gab es nicht einen Moment, den ich nicht genossen habe. 2017 bitte mehr davon!

Mittwoch, 21 Dezember 2016 04:00

Meine Top 10 Wrestling-Matches 2016

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2016 war ein goldenes Wrestling-Jahr. Rein mit Blick auf die Dichte der Match-Qualität hat es vielleicht nie ein so gutes Jahr wie 2016 gegeben. Das behaupte ich einfach mal ganz kühn. Eine Top-10-Liste aufzustellen, ist da ein unfaires Unterfangen. Das eine oder andere Klasse-Match wird da leider hinten runter fallen müssen. Außerdem kann ich leider gar nicht alles gesehen haben, so viel gutes Wrestling, wie es mittlerweile überall auf der Welt gibt. Von daher mach ich das ganz subjektiv: Das sind nicht die ultimative Top-10-Liste der besten Matches des Jahres. Das sind, Stand heute, meine Lieblings-Matches 2016.

Einige Honorable Mentions muss man dem Ganzen aber voranschieben. An erster Stelle das unfassbar spektakuläre Dauerfeuer zwischen den Young Bucks und Adam Cole auf der einen Seite sowie Ricochet, Will Ospreay und Matt Sydal auf der anderen. Rating-Papst Dave Meltzer gab diesem Match von PWG Battle of Los Angeles (Night 2) volle fünf Sterne – und wenn man, so wie ich, nur einen Highlight-Zusammenschnitt gesehen hat, kann man das gut nachvollziehen. Hätte ich das Match ganz gesehen, würde es bestimmt unter den Top 10 landen.

Leider auch nur in Kürze gesehen habe ich das offenbar bärenstarke und höchst dramatische Halbfinale im G1 Climax zwischen Kenny Omega und Tetsuya Naito, das Omega bei NJPW endgültig auf den Weg nach ganz oben geschoben hat. Knapp die Liste verpasst, aber in diesem Jahr nicht ohne Erwähnung bleiben können die WWE-Frauen. Charlotte, Sasha Banks und Becky Lynch zeigen den Showstealer bei WrestleMania, Charlotte und Banks bestritten in diesem Jahr auch erstmals ein Women's Hell in a Cell Match – und ein gutes dazu. Ebenfalls knapp an der Liste vorbeigeschrammt sind Dolph Ziggler und The Miz mit ihrem extrem spannenden Storytelling-Glanzstück von WWE No Mercy.

10. Ricochet vs. Will Ospreay
NJPW Best of the Super Juniors – Tag 6

Ein Match, das viel wichtiger wurde, als es eigentlich war: Das Spotfest von Ricochet und Will Ospreay stieß eine Debatte an: Was darf Wrestling? Und: Ist das noch Wrestling?  Manche – allen voran WCW-Legende Vader – kritisierten das reine Aneinanderreihen von Flips, Drehungen und Sprüngen. Die Geschichte, die Psychologie habe gefehlt. Die meisten aber lobten die hochathletische Dauer-Action in Irrsinns-Tempo. Das, was funktioniert, ist richtig. Und je mehr Stile es gibt, umso besser. Wrestling-Journalist Dave Meltzer übrigens fühlte sich bei der Diskussion ins 1978 versetzt, als manche glaubten, die Matches von Ric Flair und Ricky Steamboat wären zu spotlastig. Für Ricochet und Ospreay vergab der Rating-Papst 4,75 Sterne – die fast perfekte Wertung. Und auch live vor Ort gab es das ultimative Lob: Das japanische Publikum chantete „This is awesome“ und „Holy Shit“ – das passiert eigentlich nie.

 

9. Sami Zayn vs. Kevin Owens
WWE Battleground 2016

Wie lange haben wir darauf gewartet? Endlich, endlich hatten Sami Zayn und Kevin Owens ihr großes WWE-PPV-Match – und was für eins! Nach ihrer langen Fehde, die schon bei NXT begann, haben sie diesen (vorläufigen) großen Abschluss mehr als verdient. Zayn und Owens lieferten sich das Grudge Match des Jahres, erzählten ihre emotionale Geschichte in einem intensiven Match weiter, feuerten sich ihre besten Aktionen um die Ohren, und erlösten die Fans nach einem spannenden Match mit dem Magic Moment: Sami Zayn hat endlich Kevin Owens geschlagen.

8. AJ Styles vs. Shinsuke Nakamura
NJPW Wrestle Kingdom 10

Zugebenermaßen, das Match war nicht ganz so gut wie Shinsuke Nakamura vs. Kota Ibushi von Wrestle Kingdom 9, dennoch war es ein ganz starkes Dream Match. Styles und Nakamura zeigten schlicht herausragendes Wrestling, einige Klasse-Konter und ein starkes Finish mit unglaublichen Boma-Ye-Kneestrikes. Einzig die Emotionen blieben ein wenig auf der Strecke – die beiden Wrestler hatten schließlich keine Vorgeschichte und es war auch eindeutig, wer gewinnen würde. Dennoch: Es ging ums reine Match – und das war bockstark.

7. Ladder War: The Young Bucks (Matt & Nick Jackson) vs. The Addiction (Christopher Daniels & Kazarian) vs. The Motor City Machine Guns (Alex Shelley & Chris Sabin)
ROH All Star Extravagenza 8

„Das Match muss in Betracht gezogen werden als eines der besten Ladder Matches der Geschichte”, schrieb das Fachmagazin F4W online. Und tatsächlich war es das wohl größte und genialste Ladder-Spotfest seit den Hardys, Dudleys, Edge und Christian vor 15 Jahren. Die Young Bucks, The Addiction und die MCMG machten keinen Halt vor den ganz großen Bumps. Besonders beachtenswert auch, wie ein Chris Daniels, der eigentlich aus dem Alter für solche Matches raus ist, seinen Körper ohne Rücksicht auf Verluste aufs Spiel setzte, um den Fans das bestmögliche Match zu liefern. Geiles Ding – angucken!

6. Cedric Alexander vs. Kota Ibushi
WWE Cruiserweight Classic – Runde zwei

Das vielleicht beste reine Match des sowieso tollen WWE Cruiserweight Classic. Wir befinden uns gerade Mal in der zweiten Runde und Kota Ibushi und Cedric Alexander zeigten ein Match, das dem Finale mehr als würdig gewesen wäre. Sie lieferten die volle Pulle Action, spannende Nearfalls und brachten sich beide so over, dass auch Cedric Alexander in der Niederlage derart stark aussah, dass die Fans ihn als Held feierten. Das Publikum goutierte die Wahnsinnsleistung mit „Please sign Cedric“-Gesängen. Triple H als NXT-Boss hatte die Fans gehört, kam nach dem Match in die Halle und holte den Unterlegenen höchstpersönlich ab. Ganz große Geste.

5. Shinsuke Nakamura vs. Sami Zayn
NXT Takeover: Dallas 2016

Vergesst WrestleMania! Hoch lebe NXT Takeover: Dallas! Was für ein WWE-Auftakt für Shinsuke Nakamura! Die Entrances, die Fans, die emotionale Bindung, das Match, das Finish, der Abgang – das war mehr als ein Traum-Match. Es war Realität. Von A bis Z klasse.

4. John Cena vs. AJ Styles
WWE SummerSlam 2016

Es war ein Traum-Match, das wir nie glaubten, jemals zu sehen. Das Gesicht der WWE gegen das ehemalige Gesicht von TNA. Über die Qualitäten von AJ Styles brauchen wir nicht zu diskutieren, und auch John Cena hat sich längst zu einem starken Big-Match-Wrestler entwickelt. Zusammen lieferten die beiden die dramatischste Konter- und Kickout-Party des Sommers, vielleicht auch des ganzen WWE-Jahres. Anders als in den meisten anderen Cena-Matches dieser Art… verlor Cena. Und noch wichtiger: Dieses Match hat AJ Styles in den WWE-Olymp katapultiert. Endlich nützte jemandem mal die Fehde gegen Cena.

3. Tommaso Ciampa vs. Johnny Gargano
WWE Cruiserweight Classic – Runde eins

Wow, was für ein Highlight zum Abschluss der ersten Runde des WWE Cruiserweight Classics. Tommaso Ciampa und Johnny Gargano schrieben praktisch aus dem Stand eine große Geschichte. Zwei Tag-Team-Partner wurden völlig ohne Matchaufbau gegeneinander gestellt, bewiesen in einem starken und hart geführten Match, wie gut sie sich kennen und was für eine sensationelle Chemie sie miteinander haben. Ganz hervorragend die Erzählung, wie sie im Bestreben, selbst im Turnier weiterzukommen, fast eine Grenze überschritten. In nur knapp zehn Minuten brachten sich Gargano und Ciampa selbst und das gesamte Turnier over. Dazu kam dann das ikonische Bild, als sich der geschlagene Ciampa neben Gargano setzte und still dessen Arm hoch reckte. Viel mehr kann man da gar nicht rausholen. Die positive Überraschung des Jahres. Ein Match, das einen nachhaltigen Eindruck auf mich gemacht hat.

2. NXT Tag Team Championship
The Revival vs. #DIY
NXT Takeover: Toronto 2016

Vielleicht übertreibe ich, aber… war das das beste Tag Team Match aller Zeiten?! Meine Erwartungen waren sauhoch und wurden noch um das x-fache übertroffen. Die Story war gut, die Face/Heel-Verteilung war perfekt, die Individualisten großartig und ihre gemeinsame Arbeit fantastisch. Gerade die Ring-Präsenz und das das Timing von The Revival sind nicht zu übertreffen. Extrem spannendes Match mit vielen Referenzen zu ihren vorherigen Aufeinandertreffen und unzählbar vielen Nearfalls, die aber so viel spannender und so viel besser waren als das sonst in großen Matches übliche reihenweise Finisher-Ausgekicke. Das Finish mit der doppelten Submission, der Kampf von The Revival gegen die Schmerzen, wie sie sich aneinander festhielten und gegenseitig am Abklopfen hinderten, nur um schließlich doch aufzugeben, und der Magic Moment am Ende – einfach nur wow. Jetzt schon ein Klassiker und eines meiner All-time-favorite-Matches.

1. IWGP Heavyweight Championship
Kazuchika Okada vs. Hiroshi Tanahashi
NJPW Wrestle Kingdom 10

Die Intensität! Die Dichte! Die Bedeutung! Die Symbolik! Die Spannung! Die Emotionen! Es war das perfekte Finale der großen, Jahre währenden Saga zwischen Hiroshi Tanahashi und Kazuchika Okada und die endgültige Fackelübergabe vom alten Ace ans neue. Ein Match ganz vom Anfang des Jahres, nach dem schon klar war, dass es nicht mehr zu übertreffen sein würde. Ein Meisterwerk des Geschichtenerzählens. Es war in jeder Sekunde groß. Einfach alles hat hier gestimmt.

Dienstag, 20 Dezember 2016 04:00

Und Action! - Die besten Filme mit Wrestler-Beteiligung

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Wrestler müssen begnadete Entertainer sein, denn sonst wären sie nicht halbwegs authentisch: dieser Spagat zwischen physischer Leistung, schauspielerischem Talent und dem Spiel mit den Massen gelingt mit Sicherheit nicht jedem, aber einige bestehen diese dreiteilige Balance mit Bravour. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass gerade diese Superstars nicht nur mit einer treuen Fanbase und der einen oder anderen Championship belohnt werden, sondern manchmal auch per Anruf aus Hollywood. Die Traumfabrik hat schon seit Jahrzehnten erkannt, dieses Talent für sich zu nutzen - und so konnten wir den einen oder anderen Ring-Athleten schon auf der Kinoleinwand bewundern. Und da gab es nicht wenige Beispiele.

Zeit also für das inzwischen 20. Kalendertürchen, mal für euch einen Blick auf diese illustren Blockbuster-Ausflüge zu werfen und wer mit seinem Zutun mehr oder weniger dafür gesorgt, dass es wirklich ein solcher Straßenfeger wurde. Beispiele gibt es zuhauf an dieser Stelle, daher beschränken wir uns heuer passend auf eine Top 20 derartiger Ausflüge mit dem Richtwert der Ratings laut größter Internet-Kinoseite: IMDB.com. Auf diese Weise umgeht man einerseits, dass die nachfolgende Auflistung nur mit Machwerken großer Promotions und deren Zelluloid-Nebenbranche gefüllt wird (somit bye-bye an etwa „Shadow Warriors“ und „The Marine“). Andererseits beschränkt sich diese Top 20 auf Spielfilm-Produktionen, weshalb zum Beispiel „Beyond the Mat“ trotz hohem IMDB-Rating (7,6) hier unerwähnt bleibt. Und um es gleichmal vorweg zu nehmen: Die „üblichen Verdächtigen“ stehen dabei vielleicht nicht derart hoch, wie manch einer eventuell erwarten würde…

Leider knapp gescheitert: MacGruber (IMDB-Rating: 5,5)

Ich möchte diesen Kandidaten nicht ungenannt lassen: Wer ein Fan der 80er-Ikone MacGyver ist und zudem auf den manchmal recht zweischneidigen Humor der Amis steht, der dürfte mit dieser Persiflage auf den Vokuhila-Improvisationskünstler bestens bedient sein. „Saturday Night Live“-Comedian Will Forte gibt das etwas linkische Abziehbild mit Bravour, wenngleich die Komik in dieser verfilmten Sketch-Nummer oft sehr derb daherkommt. Als Beispiel sei nur der Name des von Val Kilmer gespielten Erzfeindes „Dieter von Cunth“ genannt - ich übersetze das jetzt mal lieber nicht… Für Wrestling-Fans allein ist eine recht kurze Zeit im Streifen interessant, als MacGruber sein Team rekrutiert: das nämlich ausschließlich aus WWE-Superstars besteht. So geben sich Chris Jericho, The Great Khali, Kane, Mark Henry und MVP ein kurzes Stelldichein - der Grund, warum sie das Filmende nicht erleben, ist einer der besseren Gags des Films. Grundsätzlich gehört auch Big Show zu der Truppe, allerdings sortierte MacGruber diesen in einer ebenfalls sehr amüsanten Szene schon vorher aus. Ganz nett, ganz kurzweilig - aber das war es dann auch schon. Ein Film wie Tischfeuerwerk (aus Kaugummi und Büroklammer): effektvoll, aber brennt sein Feuer schnell ab.

20.) Vorhof zum Paradies (5,8)

Ein etwas untergegangenes Frühwerk von Superstar Sylvester Stallone, dem zwei Jahre zuvor mit „Rocky“ der Durchbruch gelungen war. Sly, der auch Regie führte, spielt dabei einen von drei Brüdern, die im New Yorker Stadtteil Hells Kitchen (also da, wo Stallone ebenfalls herstammt) der 1940er-Jahre versuchen, mit Wrestling ihr Glück zu machen. Und schon… ist man im Metier. Daher lag es für Sly nicht fern, Leute aus der Materie für die Authentizität zu engagieren. Und so tummeln sich in den Nebencasts heutige Routiniers und Hall of Famer wie Ted DiBiase, die Funk-Brüder Terry und Dory jr., Dick Murdoch und Haku. Wirklich zur Mainstream-Tauglichkeit beigetragen hat das aber nur mittelbar. Grundsätzlich schlecht ist „Paradise Alley“ (so der O-Titel) aber nicht.

19.) Legendary (6,3)

Ohne die Nennung von durch WWE oder WCW mitproduzierten Streifen kommt auch dieser Countdown nicht aus. Stellvertretend für die konzerneigenen Machwerke à la „Knucklehead“, „Chaperone“, „McCinsey’s Island“ und Konsorten sei hier eine vergleichsweise Sternstunde herausgepickt, die mal nicht mit Komik zu bestechen versucht. Nicht ganz ohne Pathos, aber mit genügend Tiefgang wird ein Familiendrama dargeboten, in welchem Baby-Babyface John Cena den mürrischen Ringer-Bruder des Helden mimt. Und man muss sagen: er macht seine Sache neben „Lethal Weapon“-Star Danny Glover gar nicht mal so schlecht. Klar ist auch eine ordentlich weichgespülte und auf ein Happy End ausgelegte Handlung inklusive - aber die hat man auch schon schlechter erlebt. John Cena… was here - und das war ganz gut so.

18.) Spiel ohne Regeln (6,4)

Einige hätten diesen Streifen vielleicht weit höher erwartet. Ich ehrlich gesagt auch angesichts der Fülle an WWE-Superstars, dem insgesamt gut aufgelegten Cast und einer für die Verhältnisse knallig dargebotenen Story. Aber Rating ist nun mal Rating… nichtsdestotrotz ist das Remake von „Die härteste Meile“ mit Burt Reynolds, der zudem auch hier mit auftritt, stets ein Garant für gepflegte Testosteron-Unterhaltung: Adam Sandler in einem seiner besseren Filme muss als Football-Profi in den Knast und dort zum Willen des Direktors ein Sport-Team aus Mitinsassen formen, dass es mit der u.a. aus Steve Austin, Kevin Nash und NFL-Baddie Brian Bosworth bestehenden Wärter-Truppe aufnehmen soll. Wie es ausgeht, dürfte indes klar sein - auch weil Sandler seinerseits auf Hünen wie Bill Goldberg, Great Khali sowie MMA-Koloss Bob Sapp zählen kann. Daneben werden ordentlich Härte mit vielen guten Gags gepaart wie der männlichen Cheerleader-Truppe oder einem Big Sexy Kevin Nash, der unwissentlich und arzneibedingt in die Wechseljahre fällt. Für mich: ein Film, den man sich immer wieder geben kann.

17.) Rocky III - das Auge des Tigers (6,7)

Wieder ein Sylvester-Stallone-Streifen, diesmal aus seiner Paraderolle als Box-Ikone Rocky Balboa. Freilich musste er in diesem Teil einen Schritt zurückmachen, um sich seinen Biss (hier symbolisch durch das „Auge des Tigers“ dargestellt) zurückzuholen und zwei Schritte nach vorn zu gehen. Aber bis es soweit kam, bestritt Sly alias Balboa noch einige als seicht angesehene Fights. Unter anderem gegen einen Wrestler - und somit kommen wir im Ranking zu dem Mann, der für den konservativen Rest der Bevölkerung wohl das Synonym für Wrestling (oder wie es der Ottonormalverbraucher nennt: Catchen) bildet: Hulk Hogan. Hier nennt sich der Captain der Hulkamania schlicht „Thunder Lips“ - agiert aber im Grunde wie zu seinen besten hüftsteifen Hochzeiten. Ob ihn der Name letztlich zum Titel seiner Serie „Thunder in Paradise“ inspirierte, ist indes fraglich. Unzweifelhaft aber: Hier hat er eine seiner besten darstellerischen Leistungen abgeliefert.

16.) James Bond 007: Spectre (6,8)

Eine alte Filmweisheit besagt: Ein Held ist immer nur so gut wie sein Widersacher. In den knapp über 100 Jahren Filmgeschichte hat dies keine Filmreihe so treffend bewiesen wie die über den britischen Topagenten James Bond. Zumindest früher (also bevor der Spion seiner Majestät dank Daniel Craig facettenreicher wurde) bildeten die genialen wie psychisch-labilen Megagangster, besetzt mit den Großen der Filmindustrie, stets den erquickenden Kontrast zum oft eindimensionalen Hero. Salz in der Suppe dieser Soziopathen waren dabei auch immer die oft hünenhaften Handlanger, mit denen sich 007 den einen oder anderen Fight liefern durfte. Und man kann sagen: Wrestler sind dafür die Idealbesetzung, wie weitere Topplatzierungen beweisen werden. Im aktuellsten Streifen der Reihe, welchen der Autor im Übrigen nicht so schlecht sieht wie scheinbar der Rest der IMDBler, macht dabei Dave Bautista alias Batista eine mehr als eindrucksvolle Figur. Nahezu wortlos räumt der zweifache Großvater als Mr. Hinx mit rustikaler Durchschlagskraft auf, drückt Schädel ein und demoliert mit Bond mal eben ein Zuginterieur. Das alles mit der Unverwüstlichkeit eines Richard „Jaws“ Kiel - sowie ähnlich diesem mit der Option einer Widerkehr. Ich sage: von mir aus sehr gern.

15.) James Bond 007: Man lebt nur zweimal (6,9)

Und wo wir schon bei Bond sind, machen wir mit diesem gleich weiter. Wie bereits angeführt reihte sich Batista mit seiner Henchman-Rolle in eine illustre Schar von Kollegen ein, die der halbwegs unkaputtbaren Doppel-Null das Leben schwer machen durften. Im fünften Teil der Reihe… war das aber gar nicht so offensichtlich. Zwar spielte der in Japan und es wäre ein Leichtes gewesen, sich aus der Schar an Puroresu- und Sumo-Stars einige der einheimischen Stars herauszupicken. Doch man entschied sich letztlich für eine halbwegs einheimische Lösung - mit samoanischen Wurzeln. Es ist nur eine kurze Szene, in der Sean Connery alias Bond sich von einem Handlanger des Neben-Bösewichts Osato in dessen Firmenzentrale tragen lässt und diesen dann dort nach hartem Kampf überwältigt - aber wer genau hinsieht, erkennt in dem Angreifer „High Chief“ Peter Maivia. Und damit den Großvater von The Rock, der es später zu noch größeren Filmehren bringen sollte. Maivia auf dem Höhepunkt seiner Kämpfer-Karriere kam augenscheinlich sein halbwegs asiatisches Äußeres zugute wie auch sein Können, da man ihn dann auch gleich mit der Stunt-Choreographie des Films betraute. Eine kleine Rolle vergleichbar, korrekt - dafür aber ein starker Film.

14.) Spiel auf Bewährung (6,9)

Wenn man heutzutage an Wrestling und die Filmindustrie denkt, kommt man unweigerlich an dem Namen Dwayne „The Rock“ Johnson nicht vorbei. Und er hat es schon auf viele gute Kinostreifen gebracht - so wie auch diesen Ausflug ins ernstere Fach, der ähnlich Platz 18 versucht, Knast und Football miteinander zu verknüpfen. An der Seite von Rap-Star Xzibit formen beide aus jugendlichen Straftätern eine Mannschaft, die trotz aller internen Konflikte und Gang-Vergangenheit es schafft, zusammenzuarbeiten und bis ins Meisterschaftsendspiel zu gelangen. Eine gut erzählte Geschichte, die zudem auf Tatsachen beruht.

13.) John Wick (7,2)

Ein unbarmherziger Antiheld, der einen ebensolchen Rachefeldzug gegen einen persönlichen Nemesis und dessen Gauner-Organisation beginnt - irgendwie scheinen „Big Sexy“ Kevin Nash kleine Nebenrollen in solchen Produktionen zu liegen. Und offensichtlich auch Parts, die charakterlich nahe beim Russischen liegen. Nachdem er bereits 2004 in „The Punisher“ (Rating 6,5) einen Killer aus dem Putin-Land verkörperte, ist er in diesem Vendetta-Thriller kurz als Türsteher zu sehen, der den Club eines russischen Gangster bewacht und sogar ein paar derartige Vokabeln nebst entsprechendem Akzent aufsagen darf. Letztlich verschont Keanu Reeves als titelgebender Racheengel das Leben des einstigen WWE- und WCW-Champions. Viele andere Rollen im Film hatten dabei nicht derartiges Glück - trotz allem: toller Streifen.

12.) Spiderman (7,3)

Als Sam Raimi dem legendären Comichelden anno 2002 neues Leben einhauchte, hätte sicher niemand damit gerechnet, dass man zwölf Jahre später bereits die Fortsetzung eines neuerlichen Reboots bewundern durfte. Mit Tobey Maguire in der Titelrolle gelang es, den Spinnenmann sowohl heroisch als auch menschlich-verletzlich darzustellen - und dies mit einer Dramaturgie, die mal erfrischend anders (realistisch) war als das hollywood-typische lineare Modell. Im Film selbst will sich Peter Parker Geld für seine verschuldeten Anverwandten verdienen - und steigt dazu erstmals maskiert sogar mit einem Profi-Wrestler in den Käfig. Und wen sah man da als „BoneSaw McGraw“: den legendären „Macho Man“ Randy Savage. Gegen ihn musste Parker drei Minuten bestehen, was er nicht zuletzt dank seiner erworbenen neuen Kräfte auch schaffte. Wiederum: eine kleine Rolle, wenngleich sie bzw. die Ereignisse für spätere Entwicklungen mehr als wegweisend waren.

11.) Fast & Furious Five (7,3)

Und schon wieder sind wir beim ehemaligen People’s Champion, der oft raten lässt, was er denn in der Küche fabriziert hat. Klar könnte man die Liste mit seinen erfolgreichen Filmen voll machen - beispielsweise mit „Welcome to the Jungle“ (6,7), „Faster“ (6,5) oder „San Andreas“ (6,1). Oder - mit Platz 14... In diesem Fall… beschränken wir uns auf seine wohl erfolgreichste Rolle: als DSS-Agent Luke Hobbs, welcher in der PS-Reihe um Vin Diesel und Paul Walker sich inzwischen vom Jäger zum (mehr oder weniger) Verbündeten gemausert hat. Alles in allem hat es die auf Auto-Action getrimmte Filmreihe nach einigen Startschwierigkeiten geschafft, mainstreamtauglich und erfolgreich zu werden. So erfolgreich, dass kommendes Jahr der achte Teil starten wird - und der zudem nicht der Letzte ist.

Außerhalb der Wertung: Shrek, der tollkühne Held (7,9)

Halbzeit im Ranking - Zeit für einen kleinen satirisch gemeinten Blick über den Tellerrand. Natürlich hat der Überraschungserfolg des Jahres 2001 keine Darsteller aus dem Squared Circle - dürfte auch schwierig bei einem Animationsstreifen sein. Auf der anderen Seite ist der erste „Shrek“ für den Autor (und vermutlich viele andere) ein steter Garant für einen gelungenen Fernsehabend. Und… er beinhaltet eine Reminiszenz an das Wrestling: Als Shrek und Esel nämlich bei der ersten Audienz mit Lord Farquaad gegen dessen Ritter bestehen müssen - und das Freigatter für die Pferde verblüffende Ähnlichkeit mit dem Arbeitsplatz von Cena & Co. hat. Folglich legt sich der Oger auch entsprechend ins Zeug und schaltet die blechernen Handlanger u.a. per Vertical Suplex, Ankle Lock und Dropkick aus. Für mich eine der gelungensten Szenen des Films - der aber noch viele mehr zu bieten hat.

10.) Sie leben (7,3)

Und damit hinein in die Top Ten - und das mit dem seinerzeit größten Erfolg „Rowdy“ Roddy Pipers in dessen kurzer Leinwand-Karriere. Natürlich lebt der Film von diesem einen legendären Satz über Kaugummikauen und A***-Treten, von Pipers Präsenz und einem guten Drehbuch, das Horror-Altmeister John Carpenter gekonnt umsetzt. Ungeachtet der Tatsache, dass etliche so genannte Kritiker dem Film Mittelmäßigkeit und wenig Tiefgang bescheinigen, hat sich „Sie leben“ in der Filmgemeinde den Ruf eines Kultstreifens erarbeitet. Zu Recht, wie ich finde…

9.) Der Mondmann (7,4)

Viele Kritiker sind sich einig: Jim Carreys Darstellung des ebenso begnadeten wie anarchistischen Komikers Andy Kaufman zählt zu den besten darstellerischen Leistungen des kanadischen Gummigesichts, der bislang nur durch grotesken Klamauk-Comedy von sich reden machte. Ein Teil von Kaufmans bewegtem Leben, das hier dargestellt wurde, nahm auch das Wrestling ein, wobei der Comedian ausschließlich gegen Frauen antrat und diese hart zu Boden rang… bis ihm Jerry „The King“ Lawler endlich Einhalt gebot. Das Ganze war der Startpunkt einer jahrelangen und in den Medien ausgetragenen Rivalität - die sich letztlich aber als abgesprochenes Schauspiel zwischen beiden herausstellte. Und da der „Burger King“ faktisch noch genau so aussah wie anno dazumal, spielte Jerry in dem Biopic sich einfach mal selbst. Sowohl schauspielerisch als auch aktiv ein Clou, denn in den filmischen Wrestling-Szenen war Lawler mit seiner ganzen Erfahrung eine Stütze für Carreys Agieren im Ring.

8.) Stirb langsam - Jetzt erst recht (7,6)

Bruce Willis in seiner Paraderolle als ungewollte urbane Abrissbirne: Nachdem ihm zweimal Weihnachten fast versaut wurde, spielte sich das Ganze diesmal im Sommer ab und war mal nicht örtlich begrenzt. Nicht die einzige Neuerung für die Kinozuschauer - vor allem die Deutschen mussten sich einmalig umgewöhnen, dass Willis wie Stallone bzw. Schwarzenegger klang. Das Einzige, was man vom Urkonzept aufgriff, waren die deutschen Terroristen - mal ganz abgesehen davon, dass das, was die Jungs da im Original mundartlich von sich gaben, dem Begriff radebrechen ganz neue Dimensionen eröffnete. Sogar ein Finne musste sich da mit teutonischen Vokabeln herumschlagen: nämlich Tony Halme alias Ludvig Borga. Seine Filmminuten waren dabei gefühlt ebenso kurz wie vergleichsweise seine Wrestling-Karriere in der damaligen WWF. Unerwähnt wollen wir es trotzdem nicht lassen - denn wie man 2013 feststellen durfte: Es gab weitaus schlimmere filmischen Versionen, langsam zugrunde zu gehen…

7.) James Bond 007: Goldfinger (7,8)

Und 007 zum Dritten: mit DEM Streifen und DER Blaupause für einen Bösewicht-Handlanger schlechthin. Über die Story des goldverliebten Edelmetall-Fanatikers Auric Goldfinger, dem Bond sich zwecks Verhinderung atomarer Verseuchung der Fort-Knox-Goldreserven entgegenstellt, muss man eigentlich kein Wort verlieren. Gleiches gilt für Obbjob, den wortkargen Koreaner mit dem rasiermesserscharfen Wurf-Zylinder. Dabei steckte in dem Anzug mit Hochwasser-Hosen ein amerikanischer Profi-Wrestler: der japanisch-stämmige Olympia-Gewichtheber Harold Sakata war vor seiner kurzen Filmkarriere nämlich auch im Squared Circle zu Hause und hielt in mehreren nordamerikanischen Ligen Champion-Titel, vorrangig im Tag-Team-Bereich. Doch seine Berühmtheit rührte zeitlebens von seiner einen Rolle her, in welcher er (laut „Making of…“) ganz anders als sein Oddjob-Part war und peinlichst genau darauf achtete, Sean Connery und die anderen Mitwirkenden möglichst nicht zu verletzen. Ganz der Ringprofi halt.

6.) Ed Wood (7,9)

Platz 6 ist ein weiteres Biopic und setzt dem menschgewordenen Inbegriff des Wortes „Trash“ ein Denkmal. Vorrangig in den 1950ern stellte Ed Wood, hier genial von Johnny Depp verkörpert, B-Movies in derart billigster Machart her, dass einem vergleichsweise manche deutsche TV-Movies wie ein hollywoodistischer Quantensprung vorkommen. „Plan 9 aus dem Weltall“ kann man als Inbegriff von Woods damaligem Lebenswerk bezeichnen. Dessen einzige Trümpfe bestanden dabei in der halbwegs noch berühmten ehemaligen Horror-Ikone Bela Lugosi (dargestellt von Martin Landau, der dafür einen Oscar erhielt) oder dem hünenhaften schwedisch Ex-Wrestler Tor Johnson. Und für letztere Verkörperung nahm Regisseur Tim Burton dann halt ebenfalls einen Wrestler. In dem Fall WWE Hall of Famer George „The Animal“ Steele: ein Business-Urgestein, das bis heute bei den großen Promotions noch hier und da präsent ist. Sein Part war für die Gesamthandlung vergleichsweise klein - aber das galt auch für Johnson damals bei Wood. Somit hat sich auch beim Dreh der Kreis geschlossen.

5.) The Wrestler (7,9)

Und es geht weiter mit einem preisgekrönten Streifen. Zwar hat es „nur“ für Golden Globe und den Goldenen Löwen gereicht, doch die Oscar-nominierte Pseudo-Biographie über die Schattenseiten des Showkampf-Zirkus ist sehr bewegend, kommt über die Stars authentisch rüber und hat (zumindest kurzzeitig) dafür gesorgt, dass man das Thema Wrestling auch einmal für Normalbürger von der üblichen Schwarz-Weiß-Malerei abhob. Raubein Mickey Rourke ist, obwohl nicht mal erste Wahl, dafür faktisch eine Idealbesetzung - schaut man einmal sein reales Leben an. Tja, und wo Wrestling draufsteht, sollte man natürlich auch richtige Wrestler verpflichten - was man auch tat. ROH- und CZW-Fights werden gekonnt in die Rahmenhandlung eingebettet, so dass man Austin Aries, den Blue Meanie, Nigel McGuinness oder Europa-Export Claudio Castagnoli (alias Cesaro) bewundern darf. Und im eigentlichen (filmischen) Hauptfight tritt Rourke gegen den Ayatollah an… hinter dem sich zwar kein Chris Jericho verbarg, aber mit Ernest „The Cat“ Miller zumindest jemand, der dereinst mal bei der WCW recht aktiv war.

4.) Mad Max: Fury Road (8,1)

Wenn man nicht mehr weiß, was man machen soll… gibt es halt Aufgewärmtes. Diese kulinarische Binsenweisheit kann man genauso gut aufs Filmgenre ummünzen, wenn Hollywood und Co. mal wieder der Drehbuchstoff ausgeht und man daher alte Klassiker recycelt. Das kann gut gehen, manchmal erleidet man aber auch Schiffbruch. „Fury Road“ als inzwischen vierter Teil der Dystopie-Reihe bildet da zum Glück eine positive Ausnahme. Und so brachte Regisseur George Miller zwar statt Mel Gibson Tom Hardy, würzte nach dreißig Jahren das Franchise aber mit sehenswerter Action und Handlung auf. Lohn des Ganzen: sechs Oscars! Bleibt die Frage: Wo ist der Wrestling-Bezug? Der kommt, wenn auch etwas entfernt, besieht man sich einmal Rictus Erectus, den Handlanger von Gegenspielerin Furiosa alias Charlize Theron: Ja, das ist Nathan Jones, der u.a. anno 2003 mal bei der WWE angestellt war. Und man kann auch bei ihm sagen: Seine Kino-Karriere von „First Strike“ (6,6) über „Revenge of the Warrior“ (7,1) bis „Troja“ (7,2) war allemal interessanter und erfolgreicher als das Dasein im Ring. Und das hat er gegen den Verrückten Max mal wieder unter Beweis gestellt.

3.) Demolition Man (8,1)

Wir begeben uns aufs Treppchen und gehen hinein in die Film-Top-3, wobei man sagen muss, dass bereits ab dem vierten Platz des Kandidatenfeld so eng beieinander ist, das faktisch nur noch Nuancen… oder persönlicher Geschmack entscheidend sind. So auch in dem Fall, der stellvertretend für all die Filme des Multitalents stehen, der sowohl in Wrestling-Ring, Parlament als auch vor Kamera und Mikro immer seine Arbeit abgeliefert hat: Jesse „The Body“ Ventura. Ihm nahm man es ab, Federboas zu tragen, über Agent Orange zu reden oder verbal auszuteilen. Aber auch hier muss man feststellen: Schauspielerei und Politik machten ihn weitaus bekannter - wenngleich seine verbalen Entgleisungen als Gouverneur von Minnesota berüchtigt waren. Seine Filmkarriere war dagegen überschaubar - und man fragt sich, warum er mit dieser Minirolle Nennung findet, wo doch seine Parts in Predator (7,8) oder Running Man (6,6) weitaus bedeutender waren. Klare Frage - klare Antwort: Dieser Film ist einfach klasse. Sly als rustikaler Cop in einer anscheinend keimfreien und politisch (manchmal zu) korrekten Welt ist einfach ein tolles Setting. Und wer’s nicht mag - ein Fall für die Spülung. Aber bitte die Muscheln benutzen…

2.) Die Braut des Prinzen (8,1)

Es gibt Filme, deren Ruhm nebst guter Qualität meist von einem berühmten Schlagwort oder -satz herrühren. So zum Beispiel auch: „Hallo. Mein Name ist Inigo Montoya. Du hast meinen Vater getötet - jetzt bist du des Todes.“ Das Ganze am besten mit ordentlich Schmalz und spanischem Akzent verkleidet - so wie seinerzeit seitens Mandy Patinkin. In deutschen Gefilden nicht ganz so bekannt, genießt dieses Fantasymärchen in den USA eine beachtliche Beliebtheit - was sich auch in der Zitierfreude des genannten Satzes bsp. unlängst bei „The Big Bang Theory“ erklären ließe. Der Rest der Geschichte, die von der Liebe des vielseitigen Stallburschen Westley, gespielt von Cary „Saw“ Elwes, zu einer Prinzessin erzählt, ist recht linear: Dieser muss die Holde u.a. aus der Gewalt eines Räubertrios befreien - von denen einer ein hünenhafter Koloss ist. Und wer verkörpert diesen? André René Roussimoff alias der legendäre Andre The Giant. Die Ringkarriere des achten Weltwunders neigte sich aufgrund seines Krankheitsbildes damals (1987) schon fast dem Ende zu - und so versuchte er nach einigen vormaligen TV- und Kino-Ausflügen (u.a. „Conan - der Zerstörer“ (5,8)) es weiter in diesem Metier. „The Princess Bride“ blieb dabei (leider) sein einziger großer Erfolg - dessen Beliebtheit bis heute aber ungebrochen ist.

1.) Guardians of the Galaxy (8,1)

Und damit haben wir einen Sieger: einen charmanten, kurzhaarigen Endvierziger namens David Michael Bautista jr. - dem mehrfachen WWE-Titelträger, der bereits als Bond-Bösewicht im Ranking verewigt ist… damit aber nicht seinen Part als grau-rot-häutiger Drax, der Zerstörer in DEM Sommer-Blockbuster 2014 verdrängen konnte. Mit einem derartigen Erfolg hatte vermutlich nicht mal Marvel seinerzeit gerechnet, denn die actionreiche Space-Opera macht einfach Spaß beim Zusehen und das immer und immer wieder. Zirka 1,8 Millionen deutsche Kinogänger haben das bestätigt. Und endlich, möchte man sagen, gibt es kommenden März die langersehnte Fortsetzung - genügend offene Fäden und Handlungsstränge waren ja vorhanden wie mit Star-Lords noch unbekanntem Vater, Thanos und Nebula oder Wiedergeburt des lebenden Baumes Groot (der mit seinem einen Satz für mich einen der besten Kino-Oneliner der letzten Jahre abgeliefert hat). Ein gut aufgelegter Cast, in den Batze sich als Alien mit Metapher-Schwäche bestens eingefügt hat. Man darf daher gespannt sein, wie er sich im kommenden Frühjahr gibt. Der Top-Spot… ist, denke ich, aber mehr als verdient.

Der erste Titelgewinn ist immer etwas ganz Besonderes. Sowohl für den Athleten, der gerade den Sieg feiert, als auch für die Fans vor den Bildschirmen, die die ganze Zeit über mitfieberten. Teilweise vergehen Monate und Jahre, bis es zu diesem einen ganz besonderen Moment kommt. An dieser Stelle möchte ich euch meinen persönlichen Moment des Wrestling-Jahres 2016 vorstellen - der erste Titelgewinn von Sasha Banks bei RAW vom 25. Juli.

Sasha Banks bringt - wie ich an anderer Stelle bereits erwähnt habe - alles mit, um ein absoluter Mega-Star zu sein. Ich vergleiche sie immer gerne mit Ronda Rousey, da ich sehr viele Gemeinsamkeiten bei den zwei Damen sehe.

Der Moment ist intensiver, wenn man vorher gescheitert ist

Doch zurück zum 25. Juli 2016. Es ist der Main Event bei RAW. Allein das hat mich schon sehr gefreut. Ein Women's Match im Main Event gab es zuvor nicht allzu oft. Doch durch großartige Darbietungen seit geraumer Zeit - speziell bei NXT, wo die beiden beteiligten Damen auch ihren Teil beitrugen - hat die Women's Division enorm an Stellenwert gewonnen, sowohl bei den Fans als auch hinter den Kulissen. Allein die Zuschauerreaktionen für Sasha Banks oder Bayley zeigen, dass auch die Damen im Wrestling das Zeug dafür haben, zu den großen Stars zu zählen.

Sasha Banks hatte vor besagtem Match bei RAW gegen Charlotte schon einige Chancen auf den Titel, blieb bis dato erfolglos. Wie in den meisten Fällen stärkt dies die Verbindung zwischen Fan und Wrestler umso mehr. Man fiebert mehr mit, wünscht sich umso mehr, dass sein persönlicher Liebling endlich den Titel gewinnt. Gelingt dies sofort beim ersten Versuch, ist der Moment zwar schön, aber das Gefühl ist extremer und intensiver, wenn man zuvor gescheitert ist und erst der zweite, dritte oder vierte Versuch zum Glück führte.

So eben auch bei Sasha Banks. Hier waren daher sehr viele Emotionen im Spiel, wie man auch im Interview nach dem Match sah, als Sasha Banks die Tränen in den Augen standen. Sehr authentisch. Man sieht eben, dass dies auch für sie etwas ganz Besonderes ist. Kein Wunder, wenn man diesen Traum seit Kindheitstagen besitzt und man sich ihn endlich erfüllen kann.

Sportler erzählen eine Geschichte. Ihre Geschichte.

Mick Foley brachte die Szene in seinem unnachahmlichen Schreibstil zu Papier und beschrieb dabei auch die Szenen hinter den Kulissen. Kann ich nur empfehlen. Ich habe mir die Zeilen von Mick Foley gerade auch nochmal durchgelesen und sofort wieder Gänsehaut bekommen. Für jemanden wie mich, dem es beim Sport vor allem um Emotionen geht, ist dies ein herrliches Beispiel dafür, warum Sport - und in diesem Fall Wrestling - so geil ist.

Nirgendwo sonst erlebt man solche Moment mit, freut sich mit und über Personen, die man noch nie persönlich kennenlernen durfte. Doch Menschen im Sport erzählen dir eine Geschichte. Ihre Geschichte. Hier die Geschichte über den Traum, Women's Champion zu werden. Als Fan will man dann unbedingt dabei sein, wenn dieser Traum in Erfüllung geht. Ich war dabei, am 25. Juli bei RAW, bei meinem Moment des Jahres 2016.

Sonntag, 18 Dezember 2016 04:00

Top 20 Wrestling-Promos (Plätze 5-1)

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Ohne lange Vorrede, denn gleich verliere ich noch genug Worte für große Worte: Wir sind am Gipfel angekommen. Das sind meine fünf Lieblings-Wrestling-Promos. Wer sich nochmal durch die Plätze 20 bis 6 klicken will, bitte hier entlang: Plätze 20-16, Plätze 15-11, Plätze 10-6.

5. Mick Foley: „Cane Dewey“
ECW - 19. September 1995

„Cane Dewey“ ist die Anti-Hardcore-Promo schlechthin, ein absoluter Klassiker von Mick Foley. In der Wrestling-Welt der Brüllaffen schlug ausgerechnet Hardcore-Ikone Foley alias Cactus Jack bei ECW die sanften, geradezu weinerlichen Töne an – aber nicht ohne zwischendurch intensive Highlights zu setzen. Diese Art zu reden war revolutionär und ist bis heute wohl von niemandem wieder so umgesetzt worden wie damals von Foley. Auch für den WWE Hall of Famer selbst gehört diese Promo zum Besten, was er je gemacht hat.

Zum Hintergrund: Cactus Jack, selbst gebrochen von Hardcore, trat als Heel mit einer Anti-ECW-Einstellung auf und wollte Tommy Dreamer – der sich unbedingt Respekt in der Liga erarbeiten wollte – überzeugen, zu WCW zu gehen. Foley balancierte auf der Grenze zwischen Gut und Böse. Ihm war es wichtig, verriet er mal, dass der Heel überzeugt ist, er sei im Recht. Und dafür suchte er einen guten (und realen) Anlass.

Foley erinnerte sich an ein Schild, dass er Monate vorher im Publikum gesehen hatte und bei dem sich damals seiner Frau Colette der Magen umgedreht hatte. Auf dem Schild stand „Cane Dewey“: die Forderung eines Fans, dass Foley seinen dreijährigen Sohn Dewey mit einem Stock verdreschen solle. Bei Foley sprudelte die Kreativität geradezu.

4. Jon Moxley: „I’m just a sick guy“
IPW - 1. November 2008

Überraschung – eine weitgehend unbekannte Promo! Bevor es Dean Ambrose in der WWE gab, gab es Jon Moxley in den Indys. Schon vor Jahren, in der Ultra-Violent-Promotion IPW bewies er, dass er zu den Großen am Mikrofon gehören kann. Vor allem in dieser Promo: So ein junger Bursche mit so einer genialen Kamerapräsenz und einem Verständnis, den gesamten Raum komplett zu nutzen. Moxley präsentiert sich herrlich abgedreht und gefährlich, wie im Trauma oder Wahn nach einer harten Schlacht mit Drake Younger.

Erst die Apathie, wenn er in der Ecke hockt, das Gesicht der Wand zugewandt, die schief gesungenen Töne. Und dann der blinde Griff an die Kehle der Interviewerin. Er haut coole und durchgeknallte Sprüche raus und wirkt mit der Gabel in seiner Hand völlig unberechenbar. Jon Moxley – so müsste man Dean Ambrose mal als Heel in der WWE loslassen. Vielleicht hat man diese Chance verpasst. Und vielleicht geht das im PG-Zeitalter auch nicht. Gut aber, dass diese Promo existiert – sie ist ein Meisterwerk.

3. CM Punk und The Rock: „Your arms are just too short to box with God“
WWE RAW - 7. Januar 2013

Diese Promo könnte auch glatt auf Platz eins stehen. CM Punk zündet in der ersten Hälfte dieses fast halbstündigen Segments eine weitere seiner Pipebombs – und trifft auch als eigentlich astreiner Heel wieder ins Schwarze. Ungefähr anderthalb Jahre nach seinem ursprünglichen Worked Shoot trug Punk wieder so viel Ballast auf seinen Schultern, dass er fürs Live-Publikum sogar eine TV-Werbepause durchpredigt. Und dann kam danach noch ein großes Rededuell mit The Rock. Rocky ist eine absolute Legende am Mic, für Manche der Größte ever – und Punk stellt ihn in den Schatten, wie es das vielleicht noch nie gegeben hat.

Punk entlarvt The Rock als Sprücheklopfer und glänzt mit kritischem Content, leidenschaftlich und mitreißend vorgetragen. Rock, der beim Royal Rumble gegen Punk um die WWE Championship antreten soll, hat zwar auch den einen oder anderen guten Spruch auf Lager, zieht auch das Publikum auf seine Seite, aber Punk ist es, der die ganz großen Sätze rauskloppte wie: „Come Royal Rumble, understand, when you step in the ring, your arms are just too short to box with God.“ Stoff für Ohrwürmer. Das Segment zeigt viel Klasse von The Rock, noch mehr aber von Punk. Auch wenn’s lange dauert: Guckt euch jede Sekunde an.

2. Mick Foley und Edge: „I understand“
WWE SmackDown - 1. August 2008

Das war 2008 ein absoluter Überraschungs-Kracher. Vor dem Hell in a Cell Match zwischen Edge und dem Undertaker beim SummerSlam 2008 war Mick Foley unangekündigter Special Guest im Cutting Edge und hielt eine bockstarke Brandrede über die teuflische Stahlkonstruktion, die ihn zehn Jahre vorher zur Legende gemacht hatte. Der Aufbau der Rede, die Wortwahl, die Aussprache, die Sätze, die sich ins Gedächtnis einbrennen, und vor allem die sich steigernde Intensität – das ist die hohe Kunst von Mick Foley.

Wichtig war dieser großartige Monolog aber vor allem, um aus dem Feigling Edge vor dem Hell in a Cell wieder ein Raubtier zu machen. In den Wochen und Monaten zuvor hatte Edge mit SmackDown-General-Manager Vickie Guerrero geturtelt, geschaukelt und Schaumbäder genommen, statt im Ring voll anzugreifen. Nach der Trennung des (Alb-)Traum-Paars entfachte erst Foley wieder das Feuer in Edges Charakter – denn sonst, sagte Foley, würde der Undertaker ihn in Stücke reißen.

Foley fragte Edge am Ende, ob er verstanden habe – das hatte er. Und dann zerstörte Edge Foley nach allen Regeln der Kunst. Er legte ihn auf einen Tisch und sprang von einer Leiter mit einem Klappstuhl durch ihn durch. Edge hatte verstanden, Edge war wieder da, Edge war heiß. Und mit einem Mal war in einem Match ohne Spannung (der Taker würde sowieso seine Revanche für die Niederlage im TLC bei One Night Stand bekommen) plötzlich Spannung drin. Edge war wieder ernst zu nehmen. Beim SummerSlam lieferte er sich mit dem Deadman eines der feurigsten Hell in a Cell Matches aller Zeiten. Und diese Promo ist eine der besten Promos aller Zeiten.

1. CM Punk: „I hate this idea that you’re the best“
WWE RAW - 27. Juni 2011 und 11. Juli 2011

Ich weiß, ich weiß, es gibt nichts Dämlicheres als eine Top-Liste ohne eine klare Eins. Aber hier muss ich die beiden großen Teile von CM Punks Worked Shoot gemeinsam listen. Es gab schon einige Shoots in der Geschichte der WWE, aber CM Punk ist der Meister. Allein das macht den Second City Saint für mich zur größten Wrestling-Erscheinung der vergangenen zehn Jahre.

Während Stone Cold Steve Austin in seiner Prime Vince McMahon alles antat, was gerne auch jeder andere seinem Boss mal sagen und antun würde, sagte CM Punk alles, was enttäuschte Fans schon lange mal Vince McMahon sagen wollten. Mit so viel Kayfabe- und Tabubruch, so viel Wahrheit wie nie zuvor. Als Smark oder Smart fühlte man sich endlich mal wieder repräsentiert. Punks Promos waren große Unterhaltung, bestachen aber vor allem mit Inhalt.

Am 27. Juni 2011 saß CM Punk also im Stone-Cold-T-Shirt mit einem Mikrofon in der Hand auf der Rampe, und ließ die Zuschauer schnell merken, dass das hier keine gewöhnliche Promo ist. „I hate this idea that you’re the best“, sagte Punk eingangs zu WWE-Posterboy John Cena, der in dieser Grundsatz-Brandrede natürlich das Gegenstück zu Punk bilden musste.

Diese erste Worked-Shoot-Promo, die so überraschend kam und so wichtig wurde, war schon klasse. Die Vertrags-Verhandlung mit Vince McMahon über die Zukunft von CM Punk wenige Wochen später war dann vielleicht die noch bessere Promo. Es war so passend, dass der Boss nach Jahren der Missachtung nicht mal Punks Namen richtig aussprechen konnte. Vieles wurde danach extrem gut gemacht: Wie Vince McMahon den Blickkontakt vermied, wie Punk ihn schubste und zur Weißglut trieb, wie Punk sich so viele Zugeständnisse heraushandelte – nur um am Ende zu realisieren, warum er die WWE doch so viel lieber verlassen will.

Punk ging es nicht um Geld, sondern um Anerkennung und um die Sache. „You don’t give a damn and I care too much“, sagte er zu McMahon. Und Punk sagte noch so viele andere ikonische Sätze, die wir nie mehr vergessen werden und längst Eingang in die Verkehrssprache von Wrestling-Fans gefunden haben: „You don’t know what makes a superstar in 2011“, „I am the voice of the voiceless“ und zu John Cena „You are what you hate. You have become the New York Yankees“. Das war großes Kino. Und am Ende saß Punk dann wieder auf der Rampe wie bei seinem ersten Shoot – und zerriss seinen WWE-Kontrakt. Rundum das vermutlich beste Segment, das ich je gesehen habe. So intensiv und klug, dass man einfach nicht aufhören kann zu gucken und zu hören.

Die Frage nach Vorbildern ist schwer zu beantworten. Denn bei prominenten Stars oder Sportlern kann man bestimmte Merkmale oder Eigenschaften zwar für vorbildlich empfinden, dennoch kennt man die "wahre" Person viel zu wenig.

Und trotzdem ist Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Ronda Rousey für mich in gewisser Weise ein Vorbild. Bis hin zu WrestleMania 31 kannte ich sie gar nicht. Erst durch einen für mich imponierenden Auftritt bei diesem Event wurde ich auf sie aufmerksam, habe mir dann ihre UFC-Fights angesehen, wurde zu einem kleinen Fan von UFC und zu einem großen Fan von Ronda Rousey. Nach dem Lesen ihrer Autobiographie hat sich dieser Eindruck nur noch mehr verstärkt. Eine in meinen Augen außergewöhnliche Person.

UFC führt erst mit Ronda Rousey Frauen-Kämpfe ein

Ihre Zielstrebigkeit zunächst im Judo und danach im MMA finde ich beeindruckend, ebenso den Schritt, die Sportart zu wechseln. Ich meine, du gehörst zu den Top-Five-Athleten der Welt im Judo, bist die Beste in deinem Land und entscheidest dich dann gegen den Willen deiner Mutter (der Vater starb schon, als Ronda noch ein kleines Kind war) dafür, ins MMA zu wechseln, wo du ein Niemand bist.

Bei UFC war es Frauen zunächst nicht einmal erlaubt zu kämpfen. Dass sich das mittlerweile geändert hat, liegt vor allem an Ronda Rousey, die durch ihre Matches und ihre Person einen derartigen Hype bei einem Tochterunternehmen von UFC hervorrief, dass der UFC nichts anders übrig blieb, als sie auch bei UFC antreten zu lassen – sie war schließlich im ersten Frauen-UFC-Fight beteiligt und gewann (selbstverständlich) sofort den Bantamweight Title. Wer kann schon von sich behaupten, bei einem Multi-Millionen-Dollar-Unternehmen aus dem Nichts etwas geschaffen zu haben?

Doch zurück zum Wechsel vom Judo zu MMA: Der Schritt war auch deswegen beeindruckend, weil sie alle Sicherheiten hinter sich ließ. Klar, mit Judo konnte sie keine Reichtümer anhäufen, aber ein sicherer Lebensunterhalt war möglich. Nun mit UFC verdiente sie lange Zeit gar nichts, sie war schließlich ein Niemand. Also arbeitete sie am Tag in einem Cafe und ging nachts im Gym für die MMA-Karriere trainieren. Sie schlief meist im Gästezimmer des Trainers, mehr war finanziell nicht drin. Mit ihrer Mutter sprach sie zu dieser Zeit kein Wort.

Nicht zuletzt gibt Ronda Rousey in ihrer Biographie einige Tipps für das tägliche Leben. Diese lesen sich zwar mit “niemals aufgeben”, “du musst dich jeden Tag neu beweisen – gegenüber jedem” usw. zwar nicht besonders innovativ, aber selbst beim Lesen merkt man, dass Ronda diese Phrasen mit Leben füllt und selbst jeden Tag vorlebt. Und mir persönlich helfen sie weiter, vor allem beim Sport. Dienen wunderbar als Motivationshilfe

Das Comeback naht: "Fear the return"

Daher freue ich mich auch, dass sie noch in diesem Jahr - am 30. Dezember gegen Amanda Nunes - ihr UFC-Comeback feiert unter dem Motto "Fear the return". Denn nach 12 Siegen in 12 Kämpfen verlor sie im November 2015 ihren Titel und trat seitdem nicht mehr an. Nun kommt sie zurück, aber für wie lange?

Denn seit langer Zeit halten sich die Gerüchte, Ronda Rousey werde "bald" ihre Kampf-Karriere beenden. Erst zuletzt wurde vermeldet, dass es nach einem Sieg bei ihrem Comeback-Fight und der damit verbundenden Titel-Rückeroberung so weit sein könnte. Was käme danach? Vielleicht der Sprung in die Wrestling-Welt der WWE?

Ronda Rousey ist seit jeher ein großer Wrestling-Fan, und für WWE gibt es nahezu keine bessere Werbung, denn neben Conor McGregor ist Ronda Rousey die mit Abstand bekannteste und beliebteste Person im ganzen Mixed-Martial-Arts-Bereich.

Selbstverständlich darf man nicht alles auf möglichst große Aufmerksamkeit richten. Was käme denn wrestlerisch für ein Mehrwert auf uns Fans zu? Natürlich fehlt Ronda Rousey der wrestlerische Hintergrund, sodass man hier zunächst einmal notwendige Grundlagen schaffen müssten. Aber andererseits bringt sie natürlich alles mit, um voll durchstarten zu können. Physisch ist sie selbstredend topfit und durch ihre Judo-Vergangenheit (Olympia-Bronze 2008) sowie allgemein durch UFC, wo bekanntlich zahlreiche Kampfstile angewendet werden dürfen, wäre sie mit einem guten Vorwissen ausgestattet.

Plötzlich wird die Armbar wieder populär

Netter Nebeneffekt: Der Armbar wäre auf einen Schlag wieder populär. Denn nahezu jeden ihrer UFC-Fights gewinnt Ronda Rousey durch den Armbar (wie gesagt: Judo-Vergangenheit). Ein simpler, aber enorm effektiver Aufgabegriff, der in der Wrestling-Welt seit Jahren (bzw. Jahrzehnten) total stiefmütterlich behandelt wird.

Mich würde es enorm freuen, wenn Ronda Rousey über kurz oder lang den Weg nach Stamford findet. In meinen Augen wäre das für alle Seiten ein Gewinn. Wer sich schon zuvor von ihr überzeugen will, dem sei ihr Kampf Ende des Jahres wärmstens empfohlen.

Mittwoch, 14 Dezember 2016 04:00

Geschichte und Geschichten: Lest Wrestling-Biografien!

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In Zeiten des Internets und den zahlreichen Interviews von Wrestlern bekommt man als Fan immer wieder Einblicke, wie das einst so geheime Geschäft im Hintergrund abläuft. Welche Kuriositäten geschehen, wer kann wen nicht leiden und warum wurde im Jahr X eigentlich der Push von Wrestler Y so abrupt gestoppt? All die gerade aufgezählten Merkmale (und viele mehr) findet man allerdings auch in den Wrestling-Biografien. Ob es sich überhaupt lohnt, die Bücher zu lesen? Ja – und wie!

Ich will hierbei gar nicht auf jedes von mir gelesene Buch eingehen, dafür ist zum einen der Platz etwas begrenzt, zum anderen wüsste ich gar nicht mehr ganz genau, was etwa Edge in seiner Biografie schrieb. Diese las ich vor sechs Jahren. Es sei mir also verziehen. Grundsätzlich kann ich nach mittlerweile bei mehr als 15 gelesenen Biografien nur dazu raten, sich mal solch ein Buch zu holen. Sie sind günstig zu erwerben, fördern die eigenen Englisch-Kenntnisse und liefern unbekannte Einblicke in den Wrestling-Zirkus.

Story vom Aufstieg bis in die WWE

Dabei handelt jede Biografie – darum der Name – zunächst vom Aufstieg des betreffenden Wrestler bis hin zur WWE. Schon hier gibt es viele Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Gab es bei Shawn Michaels oder Bret Hart noch keine WCW oder ECW, über die sich etwa ein Jahrzehnt später Chris Jericho oder Eddie Guerrero für die WWE beweisen konnten, so ging es für einen Batista auf direkten Wege zur WWE.

Dadurch erlebt man auch ein wenig die Geschichte des Wrestlings an sich mit und wie sich alles verändert hat. Zudem schön: Man bekommt Einblicke von WCW und ECW, aber auch etlichen kleinen Ligen. Ebenso nett: Wie kamen die Wrestler eigentlich erstmals mit Wrestling in Kontakt? Wurde man in eine Wrestling-Familie hineingeboren wie Eddie Guerrero oder Bret Hart, war der Weg vorgezeichnet. Doch wie verhielt es sich bei Edge oder Mick Foley?

Mick Foley und Chris Jericho besonders empfehlenswert

Besonders Mick Foley und Chris Jericho haben bereits mehrere Teile ihrer tatsächlich selbst verfassten Autobiografie auf den Markt. Für ihre Qualität ist das Beleg genug – sonst gäbe es ja keine Nachfrage nach Nachfolge-Werken. Besonders Chris Jerichos erstes Buch kann ich jeden Fan nur ans Herz liegen. In diesem Teil ist man echt überall auf der Welt unterwegs: Mexiko, Japan, Amerika, Europa – ein kleiner Teil spielt sogar in Deutschland. So lernt man auch die Unterschiede der einzelnen Wrestling-Kulturen kennen.

Mick Foley ist gewissermaßen „speziell“. Zum einen ist sein Erstling “Have a nice day” sehr lang und war mir persönlich zunächst zu anspruchsvoll bzw. gefallen mir bis heute die ersten 100 Seiten nicht besonders. Ich bin kein allzu großer Foley-Fan, daher interessierte mich seine Kindheit jetzt nicht so detailliert, wie er sie beschrieb. Dafür fand ich den Rest dann umso besser, als ich es einige Jahre später nochmals mit dem Buch aufnahm.

Ich kann jedem Wrestling-Fan nur empfehlen, den Biografien eine Chance zu geben. Sie liefern tolle Einblicke und unzählige Infos, die ihr bisher gewiss noch nicht kanntet. Eine besondere Empfehlung: Vergleicht mal die Bücher von Shawn Michaels und Bret Hart und deren unterschiedliche Auffassungen über den berühmt-berüchtigten Montreal Screwjob.

Freitag, 16 Dezember 2016 04:00

Top 10 verpasste WWE-Chancen

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Für manche Chancen gibt es nur ein kleines Zeitfenster. Wenn das verstreicht, ist die Chance für immer dahin. Das gilt auch - oder besonders - im Wrestling. Das hier sind zehn der ärgerlichsten verpassten WWE-Chancen. Bei einigen möchte man sich noch Jahre später die Haare raufen, wie man diese riesigen Potentiale so mit Karacho gegen die Wand fahren konnte. Bei anderen waren es einfach unglückliche Verstrickungen von Zufällen, Verletzungen oder individuellen Dusseligkeiten. Bitte nehmt das Ranking nicht todernst. Es geht mehr um Richtwerte als feste Platzierungen - und vergessen werden wir auch einiges haben aus der langen Geschichte des Wrestlings.

10. William Regal

William Regal gehört sicherlich auf die Liste der besten Wrestler, die nie einen World Title gewannen. Er ist aber auch einer von denen, die nie ernsthaft eine Chance bekamen. 2008, als es für den alternden Regal eigentlich schon zu spät war für eine Karriere-Verjüngung, hatte er noch eine Chance, sich ins Rampenlicht zu spielen. Er gewann das King of the Ring Tournament und fing an, als unberechenbarer und explosiver General Manager von RAW zu überzeugen.

Im Gedächtnis bleibt der Moment, als Regal während eines Titelmatches zwischen Triple H und Randy Orton die TV-Übertragung abbrechen ließ. Regal zeitgleich als Wrestler und GM, das hatte Potential, und hätte ihn auch vielleicht zu World-Title-Matches tragen können. Doch wegen einer Wellness-Policy-Suspendierung war mit einem Mal alles dahin.

9. Sting in der WWE

Es hätte irgendwie etwas gehabt, wenn Sting auf ewig als der letzte große Rebell gegolten hätte, der nie in der WWE war. Doch auf seine alten Tage wollte Sting unbedingt noch ins McMahon-Land, hatte nach einem verheißungsvollen Start aber nur ein paar mäßige Matches und musste verletzungsbedingt wenig später seine aktive Karriere beenden.

Zu allem Überfluss wurde Sting in seinem einzigen großen WWE-Match bei WrestleMania 31 von Triple H nach Strich und Faden vorgeführt, als ob die WWE nochmal beweisen wollte, dass sie ja schon immer so viel besser als die WCW gewesen sei. Immerhin, kann man sagen, hatte Sting noch seine großen Auftritte. Manchen Fans dürfte aber das Wie so sehr wehtun, dass sie vielleicht wünschten, er wäre doch nie zur WWE gegangen.

8. Hulk Hogan vs. Ric Flair

Hulk Hogan und Ric Flair – für viele Fans gehören die beiden in den Mount Rushmore der größten Wrestling-Stars aller Zeiten. Die beiden vereinen unzählige Titel, legendäre Matches und Momente. In den 80er- und 90er-Jahren gehörten sie zu den Aushängeschildern von WWE und NWA beziehungsweise später WCW. Dass die beiden zeitgleich aktiv waren, aber nie ein ernsthaftes Programm miteinander hatten, ist eine Schande.

Ja, die beiden haben Matches gegeneinander bestritten, etwa beim WCW Bash at the Beach 1994. Groß in Erinnerung bleibt aber keines davon. In der WWE soll es zu WrestleMania 8 große Pläne für ein Duell der beiden gegeben haben. Doch es sollte nie dazu kommen. Stattdessen bekamen wir bei WrestleMania Hogan gegen Sid Justice und Flair gegen Macho Man Randy Savage. So bleibt der Gedanke an Hogan vs. Flair Fantasy Warfare – obwohl beide praktisch zeitgleich auf dem Karrierezenit waren.

7. Edge und Chris Jericho als Tag Team

Edge und Chris Jericho, das sind zwei der phänomenalsten Einzelperformer des bisherigen Jahrtausends. Im Sommer 2009 bei SmackDown aber hingen sie ein wenig in der Luft. So bildeten sie ein vielversprechendes Duo und wurden wie aus dem Nichts WWE Tag Team Champions. Edge und Jericho hätten ein großartiges Duo bilden können, beide waren als Heels unweit ihres Karrierezenits. Die beiden entwickelten sogar einen coolen Team-Finisher. Den sah aber kaum einer, so kurzlebig war das Team. Denn Edge riss sich die Achillessehne und fiel monatelang aus.

Die WWE hoffte gar nicht mehr auf ein Comeback des Teams, sondern splittete es umgehend, setzte mit Big Show einen Ersatzmann ein und baute mit gehässigen Jericho-Kommentaren früh eine Fehde mit Edge auf. Beim Royal Rumble 2010 kehrte Edge zurück und startete mit Jericho eine WrestleMania-Fehde – die übrigens auch nicht ihr volles Potential ausschöpfte. Eine Chance für ein Tag-Team-Comeback gab es danach nie wieder, Edge beendete im Frühjahr 2011 seine Karriere. Es ist schade, dass das Tag Team nie richtig loslegen konnte, es ist schade um einige unterhaltsame Monate in der zweiten Jahreshälfte 2009 mit Edge und Chris Jericho, Seite an Seite.

6. Der Nexus

Eigentlich könnte man hier unzählige Fehden mit John Cena aus den vergangenen zehn Jahren aufzählen, vor allem die, in denen frische, junge, heiße Talente, die in den Himmel zu schießen drohten, dem Erdboden gleichgemacht wurden. Bray Wyatt kann zum Beispiel ein Liedchen davon singen. Besonders drastisch war es 2010, als Cena darauf bestand, gleich eine ganze Generation neuer Talente auf einen Schlag fertigzumachen: Es geht um Wade Barrett und seinen Nexus. Die NXT-Absolventen waren „over“ wie sonst was, als sie im Sommer 2010 über die WWE herfielen.

Beim SummerSlam kam es zu einem großen Sieben-gegen-sieben-Match zwischen dem Nexus und einem Team WWE. Während sich angeblich etwa Edge und Chris Jericho für einen Sieg der Neulinge stark machten, setzte Top-Dog Cena bei den Verantwortlichen seinen großen Triumphzug durch. Der Nexus lebte danach noch weiter, das große Feuer war aber weg. Anschließend gab es auch noch Möglichkeiten, Nexus-Leader Wade Barrett zum World Champion zu krönen. Aber auch diese Chance ließ die WWE verstreichen. Barrett verlor danach völlig den Anschluss an die Spitze. Von den anderen Nexus-Mitgliedern brauchen wir gar nicht anzufangen.

5. Angle mit Dean Ambrose und Mick Foley

Fast hätte Dean Ambrose einen ganz anderen Start in der WWE gehabt. Nicht als Shield-Mitglied, aber ähnlich vielversprechend in einem Angle mit Mick Foley. Ambrose, selbst Wrestler mit Ultra-Violent-Vergangenheit, sollte ausgerechnet als Gegner des harten Stils auftreten und Hardcore-Ikone Mick Foley anklagen. Foley habe eine ganze Generation junger Wrestler dazu verleitet, sich selbst zu verletzen. Dafür wollte Ambrose, schon damals ein starker Talker, ihn zur Rechenschaft ziehen.

Es gab sogar schon die ersten Aufeinandertreffen: Im Rahmen des WrestleMania-Weekends 2012 stellte Ambrose Foley bei Fantreffen zur Rede, Fans filmten mit ihren Handys und stellten das Material ins Netz. Niemand kannte Ambrose, er war einfach nur irgendein ein Typ, der Foley konfrontierte. Es war ein extrem realitätsnaher Ansatz einer Story. Für Mick Foley wurde es allerdings etwas zu real: Als Ambrose auf Twitter Foley und dessen Familie beleidigte, wollte der Altstar nicht mehr mitmachen. „Vielleicht hätte ich 1995 eine Riesen-Promo rausgehauen“, erklärte Foley später mal. 2012 wollte er damit einfach nichts mehr zu tun haben.

Die Story entflammte nie. Auch deswegen weil Foley eh keine Ring-Freigabe bekommen hätte. Jetzt ist die Chance verpasst und einen manischen, durchgeknallten Heel-Ambrose werden wir in dieser Form wohl nie mehr sehen. Zumal man eben nur einmal in der WWE starten kann.

4. Späte Traum-Matches um die Streak

Ob es ein Fehler war, die die WrestleMania-Streak des Undertaker zu brechen, diskutieren Wrestling-Fans auch zweieinhalb Jahre nach dessen Ende noch. Über den damaligen Zeitpunkt kann man streiten, über Brock Lesnar als Streak-Killer sowieso. Klar ist aber: Das Potential für zwei, drei ganz dicke Money-Matches wäre noch da gewesen.

An allererster Stelle stünde da natürlich ein Match gegen Sting, das WCW-Äquivalent des Deadmans, das so gern im Karrierewinter noch mit dem Undertaker gearbeitet hätte. Jetzt ist die Streak Geschichte, Sting ist gesundheitsbedingt in Rente. Das WrestleMania-Match, das alle am liebsten schon vor vielen Jahren gesehen hätten, gab es nie.

Spannend hätte auch ein Angle mit Ted DiBiase Jr. sein können. Dessen Vater, der Million Dollar Man, hatte den Taker einst in die WWE gebracht. Jahre später hätte der Sohnemann versuchen können, die Karriere des Takers zu beenden. Zugegebenermaßen, auch ohne Streak-Ende wäre die Story kaum mehr umzusetzen – DiBiase hat die WWE schon vor Jahren verlassen. Der Gedanke ist trotzdem spannend.

Und dann ist da noch John Cena. Wie unfassbar spannend wäre es gewesen, wenn Cena gegen die Streak angetreten wäre? Es hätte nicht nur Geld, sondern auch Riesen-Reaktionen gezogen. Alleine schon, weil Cena als das große Feindbild vieler Fans der Letzte hätte sein dürfen, der die Streak beendet. Der Allerletzte. Natürlich hätte Cena die Streak nicht beenden sollen, aber der Hype vor dem Match und die Stimmung während des Matches wären krass gewesen. Ich bin gespannt, ob WWE dieses Match trotzdem noch bringt – ob mit Streak oder ohne.

3. Summer of Punk

CM Punk leitete 2011 einen Trend ein, der eine Zeitenwende hätte sein können, das, was Leute glaubten, könnte eine Art „Reality Era“ sein. Mit seinen Worked Shoots hat Punk die größten Wrestling-Tabus gebrochen, er war damit das heißeste Eisen im Wrestling-Feuer seit Stone Cold Steve Austin. Als Punk die WWE Championship bei Money in the Bank in seiner Heimatstadt Chicago gewann und vermeintlich die WWE verließ, gab es so viele Möglichkeiten.

Man hätte perfekt eine WWE-Titel-Auszeit ausnutzen können. Punk hätte den Titel überall auf der Welt in anderen Promotions verteidigen können, er hätte in Talkshows auftreten können, oder es wäre eine Weile einfach still gewesen. Alleine dadurch wären er und sein späteres Comeback relevant geworden. Stattdessen kam Punk sofort zurück, verlor den Titel schnell wieder und musste zu allem Überfluss noch danach etwa gegen Triple H verlieren. Die WWE hat es eben nicht gern, wenn sie öffentlich kritisiert wird…

2. Die Invasion

2001 war doch eigentlich ein goldenes WWE-Jahr. Ein Jahr der ganz großen Wrestler, ein Jahr der ganz großen Matches, und das Jahr mit der wohl besten WrestleMania aller Zeiten. Beim Gedanken an die größte Story des Jahres werden sich langjährige Fans aber noch heute an den Kopf packen und fragen: Verdammte Axt, wie konnte man das nur verhauen? Es geht natürlich um die Invasion.

Als die WWE nach den Monday Night Wars seinen großen Konkurrenten WCW und auch die ECW aufkaufte und einen Großteil der Wrestler übernahm, gab es die große Invasion-Story, die Bedrohung, dass die Neuankömmlinge – die Alliance – die WWE übernehmen könnten. Die WWE verdiente damit zwar gut, hätte aber sicher ein Vielfaches erzielen können. Denn so richtig Spannung wollte nie aufkommen.

Der Zuschauer merkte im Prinzip die ganze Zeit, dass das einzige Ziel dieser Story es war, die Alliance vorzuführen und als WWE gut da zu stehen. Die Botschaft: Selbst die Besten der Besten aus WCW und ECW sind noch lange nicht so gut wie die aus der WWE. In your face, WCW. Dabei waren viele der Besten aus der WCW wie Goldberg, Sting oder Kevin Nash überhaupt nicht dabei. Viele der erhofften Dream-Matches zwischen WWE und WCW fanden also nie statt.

1. Mr. Kennedy

Was für eine kolossale Aneinanderreihung von Ärgernissen und Fehleinschätzungen. Mr. Kennedy, der Ende 2006 durch seine Fehde mit dem Undertaker zum Aufsteiger des Jahres avancierte, gewann bei WrestleMania 23 Money in the Bank. Mr. Kennedy als künftiger World Champion – das war geradezu ein Versprechen. Doch der grandiose Talker verlor den Koffer und die sichere Titelchance – wegen einer Verletzung, von der man dachte, dass sie ihn monatelang außer Gefecht setzen würde, sich aber später als relativ harmlos herausstellte.

Die WWE hatte mit Kennedy aber weiter große Pläne: Er sollte angeblich in einer groß angelegten Geschichte den uneheliche Sohn von Boss Vince McMahon geben. Start der Story war der „Tod“ von McMahon in einer explodierenden Limousine – doch diese Story musste wegen der Tragödie um Chris Benoit urplötzlich abgebrochen werden. Die WWE entwickelte alternativ einen Comedy-Angle mit Hornswoggle als unehelichem Sohn.

Als Mr. Kennedy dann auch noch wegen eines Verstoßes gegen die Wellness Policy suspendiert wurde, war sein Schwung dahin. Mr. Kennedy kam in der WWE nie mehr aus den Startlöchern, fehlte auch verletzungsbedingt. Sein Name wurde gleichbedeutend mit Stress. Als Topstars wie Randy Orton und John Cena sich dann auch noch beschwerten, Mr. Kennedy sei ein gefährlicher Worker im Ring, setzte die WWE Kennedy vor die Tür. Als Mr. Anderson ging der Wrestler zu TNA, gewann dort auch mal die TNA World Championship. Mit der großen Karriere war es aber vorbei.

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