Samstag, 25 März 2017 07:00

Wertet die Andre the Giant Memorial Battle Royal auf!

geschrieben von Manfred Reisinger
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Das Money in the Bank Ladder Match wurde einst speziell für WrestleMania kreiiert, feierte sein Debüt bei WrestleMania 21 und wurde jahrelang auch exklusiv beim größten Event des Jahres ausgefochten. Erst als man aufgrund der Popularität dieser Matchart auf die Idee kam, daraus einen eigenständigen PPV zu stricken, verschwand die Matchart von WrestleMania. Als inoffizieller Nachfolger fungiert heute die Andre the Giant Memorial Battle Royal.

Gerade bei der Recherche für diesen Artikel fiel mir aber erstmals auf, dass doch eine beachtliche Lücke zwischen dem Wegfall des Ladder Matches und der Entstehung der Battle Royal besteht. Gefühlt war es für mich nämlich ein nahtloser Übergang. Doch das letzte Money in the Bank Ladder Match fand im Jahr 2010 bei WrestleMania 26 statt, während die Andre the Giant Battle Royale erst zu WrestleMania 30 entstand.

Siegerpreis der Battle Royal gehört aufgewertet

Doch worin unterscheiden sich beide Matcharten, wo liegen die Vor- und Nachteile? Ich denke, das Konzept des Money in the Banks Ladder Matches brauche ich an dieser Stelle nicht groß erklären. Als Sieger erhält man ein zukünftiges Match um den World Title. Bei der Battle Royal indes muss man sich mit einer Statue des Namensgebers Andre the Giant begnügen. Kann man sich zwar zu Hause ins Wohnzimmer stellen und damit prahlen, doch für die weitere Wrestling-Karriere blieb bei allen bisherigen Siegern ein Push aus.

An dieser Stelle die Preisfrage nach den letzten Siegern: 2014? Cesaro als Erster! Darauf kann man noch kommen. 2015? Das ist schwierig, die Battle Royal fand nur in der Pre-Show von WrestleMania 32 statt. Es war Big Show! Und vergangenes Jahr? Jup, tatsächlich, Baron Corbin. Respekt an diejenigen, die alle ohne Google-Suche noch wissen, doch ich vermute, der Prozentteil derer ist gering, was schon viel über die Relevanz dieser Battle Royal aussagt. Es wäre daher an der Zeit, den Siegerpreis aufzuwerten. Und sei es nur ein Titleshot für die United States oder Intercontinental Championship. Muss ja nicht immer gleich der World Title sein.

Money in the Bank war die bessere Karriereförderung

Der Sinn hinter “MITB” und “ATGMBR” ist bei beiden Matcharten ist zweigeteilt. Zunächst kann man natürlich schon die Idee der Karriereförderung erahnen. Beim ursprünglichen Money in the Bank Ladder Match waren stets etablierte Midcarder die Sieger, die somit die Chance erhielten, in den Main Event reinzuschnuppern. Diesen Gedanken, mit dem Sieg neue Wrestler zu fördern, besteht auch heute noch bei der Battle Royal, allerdings gelang dies bisher so gar nicht.

Bei Cesaro gab man sich zunächst sogar Mühe, stellte ihm in Folge des Sieges gar Paul Heyman als Sprachrohr an die Seite, doch so recht funktionieren wollte es nicht, die Langfristigkeit fehlte, ehe der Push fallengelassen wurde. Darin mag man natürlich eine Gemeinsamkeit mit den Ladder-Match-Sieger sehen. Meist wurden auch sie in der Zeit, in der sie den Koffer mit sich rumtrugen, nur selten wie zukünftige World Champions eingesetzt. Doch im Gegensatz zu Cesaro und Co. hatten sie eben den Titleshot, der notgedrungen (!) irgendwann eingelöst wurde und sie so zu 95% der Fälle zum World Champion machte.

WrestleMania-Auftritt ohne Aufmerksamkeit

Einen zweiten Sinn kann man schlicht und ergreifen darin sehen, dass man durch solche Multi Men Matches möglichst viele Leute auf die WrestleMania Card bekommt. Midcarder, für die man keine Ideen und Storylines hatte, oder die auch einfach nicht genug Zugkraft hatten, ein Singles Match bei WrestleMania bestreiten zu können, wurden früher einfach ins Ladder Match gesteckt. Nahezu jeder Teilnehmer konnte dort durch einen coolen Move oder mit einem Flug durch eine Leiter auf sich aufmerksam machen und so seinen eigenen kleinen "WrestleMania Moment" erschaffen.

Dies ist natürlich nun nicht mehr möglich. Sofern man nicht gerade zu den Final Four der Battle Royal gehört, wird man kaum auffallen inmitten von 29 anderen Teilnehmern. Einen eigenen Entrance gibt es natürlich auch nicht mehr. Von daher können nun zwar mehr Wrestler WrestleMania-Luft schnuppern, doch stellt sich hier die klassische Frage, ob Quantität gleich Qualität ist.

Als großer Fan von Battle Royals kann ich zwar mit dem neuen Konzept gut leben und freue mich auch jedes Jahr wieder auf dieses Match, vor allem mit dem Wissen, dass es im späteren Jahresverlauf noch das Money in the Bank Ladder Match gibt. Doch ich kann Kritiker verstehen, die dieses Match verurteilen. Denn profitieren konnte bisher kein Wrestler von seiner Teilnahme. Somit frisst das Match nur Zeit, die manch anderem Match gut getan hätte.

Gelesen 845 mal Letzte Änderung am Samstag, 09 September 2017 20:29

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