Simon Weimer

Simon Weimer

Ja, auch ich komme an einem kleinen Jahresrückblick nicht vorbei. Bevor in unserem Forum für Promo, Moment und Match des Jahres abgestimmt wird, dachte ich, nutze ich diese Ausgabe mal um meine persönlichen Highlights zu präsentieren.

Einen einzigen Moment dabei rauszusuchen, ist verdammt schwer, alleine Daniel Bryan hat da so einige geliefert. Von Occupy RAW über seinen Turn gegen die Wyatt Family bis hin zu seinem Titelgewinn. Da gehen Dinge wie das One Night Only Comeback von Jake Roberts, die Opening von WrestleMania mit Rock, Hogan & Austin oder der Streakbruch des Takers fast unter. Moment Nummer eins ist und bleibt für trotzdem auch persönlichen Gründen das WWE-Debüt des Stingers.

Was Promos angeht, lief Paul Heyman dieses Jahr außer Konkurrenz, daher bekommt er neben meiner eigentlichen Nummer eins einen Ehrenplatz. Dies hier nur stellvertretend für sämtliche seiner absolut mitreißenden, Hass-schürenden, ekel- und gänsehauterregenden Promoarbeiten:

Die eigentliche Nummer eins geht an Daniel Bryan. Also nicht so ganz. Eigentlich eher... an uns. Nichts ist großartiger, als wenn die Crowd die Show übernimmt und auch dieses Jahr nach WrestleMania war es wieder soweit. Hat es jemals zuvor einen You deserve it-Chant gegeben? Wie dem auch sei, dieser hochemotionale Moment war hochverdient:

… und zu guter Letzt mein Match des Jahres, da muss ich einfach die Jungs von NXT nehmen. Was Zayn und Neville bei NXT Takeover R-Evolution gezeigt haben, darauf wartet man beim Mainroster vergeblich. Nicht nur, dass das ganze extrem schön anzusehen war, nein es gab auch noch Storytelling und Charakterentwicklung im Hintergrund. WWE bietet auf Youtube leider nur einen ganz miesen Zusammenschnitt, das Match sollte man sich definitiv nochmal in voller Länge gönnen.

Heute mal ein Leitspruch aus dem Yoga als Einstieg. Denn davon lässt sich nicht nur physisch so einiges lernen (wie DDP uns lehrt), sondern auch mental. Nachdem ich meinen NXT-Beitrag für unseren Adventskalender fertig hatte (den ihr morgen bewundern dürft, also schön wieder kommen), war mir klar, was der Nachwuchsbereich im Gegensatz zu den Hauptshows bietet: Eine gewisse Balance.

Zwischen Midcard und Main Event: Die Midcard hat ihren Spot. In der Mitte der Show und der wird ihr auch nicht streitig gemacht. Es herrscht eine klare Struktur: Der Opener gehört den Stars, die damit ihren Main Event aufbauen. Die Stars beenden auch die Show. Jedoch sind weder Zayn, noch Neville in zig verschiedenen Backstage-Skits zu sehen, die zu allem Überfluss kaum noch einem Zweck dienen (siehe Seth Rollins).

Zwischen gut und böse: Bei NXT gibt es tatsächlich blitzsaubere Heelsiege. Gut, inzwischen hat sich auch das in den Mainshows mit Rusev und Lesnar etwas gebessert, aber was die Charaktere angeht, hängt die die Hauptshow dem Nachwuchsbereich mit seinen Grautönen, die er hin und wieder aufblitzen lässt, meilenweit nach.

Zwischen Mainstream-Identifikationsfiguren und Paradiesvögeln: Mit Gold- und Stardust auf dem absteigenden Ast fehlen bei WWE die absurden, aber dennoch unterhaltsamen Midcard-Gimmicks, die das (TV-)Wrestling ja irgendwo zum Teil ausmachen. Worker wie die Vaudevillains, Bailey oder mit Abstrichen auch Enzo Amore.

Zwischen Erwartungshaltung und Innovation: Natürlich müssen die Erwartungen der Fans zu einem gewissen Grad erfüllt werden, um sie beim nächsten Mal wieder in die Halle zu bekommen. Aber auch wieder nicht soweit, dass man vorhersehen kann, was passieren wird und es langweilig wird. Grade der Überraschungsmoment spielt im heutigen Wrestling eine große Rolle. Warum soll ich mir eine Show anschauen, wenn ich von vorne herein weiß, wie sie ausgeht (was bei RAW in 90% der Shows der Fall ist)?

Vielleicht sollte man sich etwas davon zu Herzen nehmen, denn für WWE gilt nicht nur Balance is happiness, sondern auch: Balance is money.

Die 800. Ausgabe von SmackDown muss natürlich gebührend gefeiert werden und wurde daher nicht aufgezeichnet, sondern bereits am gestrigen Diesntag Live auf dem USA Network ausgestrahlt.

- Dean Ambrose & Bray Wyatt unterhielten sich über ihr Match vom Sonntag und hypten zugleich ihr Bootcamp Match beim kommenden Tribute to the Troops.

- Jimmy Uso lenkt so langsam ein und scheint die Zusammenarbeit Naomis mit The Miz zu akzeptieren.

- Seth Rollins war für ein Match gegen Ryback eingeplant, doch der Big Guy wurde auf dem Weg zum Ring von Rusev attackiert. Rollins wollte sich daraufhin frei nehmen, doch Dolph Ziggler hatte etwas dagegen und durfte einen weiteren Main Event bestreiten.

Fandango vs. Roman Reigns
Sieger via Pinfall: Roman Reigns

The Usos & Erick Rowan vs. The Miz, Damien Mizdow & Luke Harper
Siegr via Pinfall: The Usos & Erick Rowan

Divas Championship
Nikki Bella (c) vs. Naomi
Sieger via Pinfall: Nikki Bella

Kane vs. Adam Rose
Sieger via Pinfall: Kane

Seth Rollins vs. Dolph Ziggler
Sieger via Pinfall: Dolph Ziggler

So Jungs, NXT Takeover R-Evolution ist vorbei. Zeit, die Akoholvorräte aufzufüllen, denn: Es steht wieder ein PPV des Mainrosters an. Um sich das Programm schön zu saufen, oder wahlweise friedlich einfach einfach jedes Mal einen Kurzen trinken, wenn eines der folgenden Ereignisse eintrifft:

- Cole bekommt einen Schlaganfall, weil Cena beinahe seinen No.1 Contender Spot verloren hätte
- Du wünschst dir einen Eingriff von Kevin Owens, einfach nur damit das aktuelle Match vorbei ist
- Bei jeder Erwähnung von Big Shows eiskaltem Turn, der dem armen Cena den Sieg gekostet hat
- Bei jedem Mizdow-Chant
- … und den USA-Chant nicht vergessen
- Du stellst dir Sami Zayn anstelle von John Cena vor
- Der Name des PPVs wird genannt. Ernsthaft... das hält sonst niemand aus

Allen Abstinenten kann ich nur empfehlen, sich dieses Jahr das Grauen zu ersparen und sich lieber eine Wiederholung von R-Evolution zu gönnen.

Wrestling ist nicht real, ja?! Wrestling ist also nicht real?! Fickt euch! Die Emotionen, die R-Evolution nicht nur bei mir geweckt hat, waren realer, als alles was das vergangene Kinojahr zustande gebracht hat.

Man mag es kaum glauben, aber auf verdrehte Weise liefert WWE gerade genau das Programm, das die Smarks sehen wollen. Es wird Abwechslung geboten mit übermächtigen Powerhouses, Highflyern in der Tag Team Division, Diven mit über 10 Minuten im CO-Main-Event und einem Main Event, der im positiven Sinne jeder Beschreibung spottet.

Man würze das Ganze mit dem Höhepunkt eines „Slow Burns“ für ein Babyface, ein paar Charakteren in Grautönen und einem Cliffhanger, der den Zuschauer wortwörtlich zitternd zurück lässt und man hat zum Abschluss den absoluten Überflieger-Event des Jahres 2014.

Alleine der Beginn mit Kevin Owens' Debüt und der wieder einmal überragenden NXT Crowd, die gleich den angepassten Chant für ihn parat hatte. Und auch anschließend keine Filler, selbst der Squash von Corbin war wieder nett anzusehen. Und zum Entrance von Balor erübrigt sich wohl jedes Wort. Gänsehaut pur, auch wenn das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein sollte.

Das sollte erst mit dem Main Event erreicht werden und da zeigten Zwei wirklich, was sie für großartige Künstler sind und bewiesen wieder mal meine These, dass Wrestling eine der unterbewertesten Kunstformen überhaupt ist. Du weißt von vornerein, was passiert. Die Story mit Samys Karriereende und dem letzten, großen Match ist so offensichtlich, dass einfach ein Titelwechsel stattfinden muss.

Da bedarf es dann zwei echter Könner, die dich das alles vergessen und in der Finishsequenz mitfiebern lassen, als ginge es um Leben und Tod. Das haben sie problemlos geschafft. Bei keinem Match der großen Shows in diesem Jahr habe ich so sehr geschwitzt, wie hier. Nachdem die beiden dann ihre großartige Story erzählt hatten, kam noch der Schock des Abends von Stee... Owens.

Auch diesen Turn hätte man vermutlich meilenweit gegen den Wind gerochen, wäre man nicht immer noch in dieser emotionalen Achterbahn gesessen. Ich habe gebangt. Ich habe gezittert. Ich hatte Tränen in den Augen. This is Wrestling!

Mit den dieswöchigen SmackDown-Tapings zeichnete man auch das diesjährige Tribute to the Toops Special auf. Was so passierte?

Tribute to the Troops

John Cena und Hulk Hogan zollten den Truppen Respekt.

The Usos vs. Goldust & Stardust
Sieger via Pinfall: The Usos

Santa's Helper Match
Naomi, Emma & Natalya vs. Paige & The Bellas
Sieger via Pinfall: Naomi, Emma & Natalya

Bootcamp Match
Bray Wyatt vs. Dean Ambrose
Sieger via Pinfall: Dean Ambrose

John Cena, Dolph Ziggler, Ryback & Erick Rowan vs. Seth Rollins, Luke Harper, Big Show & Kane
Sieger via Pinfall: John Cena, Dolph Ziggler, Ryback & Erick Rowan

Smackdown

Es wurde ein erstes Video gezeigt, um den Zuschauern The Ascension von NXT schmackhaft zu machen.

John Cena & Seth Rollins hypten noch einmal ihr Tables Match mit einer Promo.

The Usos vs. Cesaro & Tyson Kidd
Sieger via Pinfall: The Usos

Nikki Bella vs. Alicia Fox
Sieger via Pinfall: Nikki Bella

Jack Swagger vs. Titus O'Neil
Sieger via Submission: Jack Swagger

Goldust vs. Big E
Sieger via Pinfall: Big E

 

Mit diesem Satz eröffnen Blind Guardian ihre neueste Kreation. Als wollten sie uns einen Soundtrack zur aktuellen McMahon-Punk Schlammschlacht liefern. Da ist man mal zwei Wochen weg und schon explodiert das Internet.

Inzwischen hat man sich so einiges von der Seele und geredet und sich gegenseitig mit unglaubwürdigen Geschichten überboten. CM Punk muss übrigens Danas Standpunkt vor seinem zweiten Interview mit Cabana gelesen haben. Denn den Gedanken, dass die Wahrheit immer Ansichtssache ist, kann man eigentlich kaum mehr bestätigen, als mit seiner Aussage:

„I'm not a bad communicator, they just don't like the way I communicate.“

Allgemein muss man Punk aber für sein Strecken der Wahrheit zumindest einen gewissen Geschäftssinn zugestehen. Hat sich kurz vor seiner UFC-Ankündigung nochmal schön ins Gespräch gebracht.

Um gleich mal an den erwähnten Standpunkt anzuknüpfen: Was den Nagel auf den Kopf getroffen hat, ist dass Punk ein schwieriger Charakter ist – ich denke, daraus hat er selbst aber auch nie einen Hehl gemacht, ihm ist das durchaus bewusst. Auch, dass Anspruch und Realität nie so recht zusammenpassten ist wahr und in dieser Hinsicht hat Punk vielleicht etwas naiv agiert.

Er versuchte immer krampfhaft aus der WWE, zumindest in kreativer Hinsicht, sein Idealbild einer Company zu machen (was wohl auch dem Idealbild vieler Smarks entspricht). Und immer mit der Holzhammer-Methode. Dass das bei McMahon nicht funktioniert, muss ich wohl nicht betonen. Und dass es einem bei WWE, wo ohnehin jeder auf Eierschalen herumläuft, niemand ins Gesicht sagt, wenn man plötzlich nicht mehr in einem Film mitspielt, ist zwar nicht schön, aber gnadenlos vorhersehbar.

Punk hat seine Vergangenheit und damit auch ein Stück weit sein Seelenleben immer recht stark in die Öffentlichkeit getragen. Nennt mich einen Küchenpsychologen, aber wenn man so aufwächst wie er, wächst man mit jeder Menge Komplexen auf. Ich denke, er hat versucht, eine Menge davon über seine Erfolge im Wrestling zu kompensieren, hat mit wachsender Popularität eine Art Tunnelblick entwickelt  und sah diesen fehlenden WrestleMania Main Event nicht nur als Scheitern im Beruf, sondern auch zumindest ein Stück weit als Scheitern im Leben an.

Nun versucht er also sein Glück im Oktagon. Auch da ließe sich natürlich so einiges rein interpretieren. Will er bei der UFC das erreichen, woran er bei WWE gescheitert ist? Will er es Vince einfach nur heimzahlen? Ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen, dass Punk schon immer einen Hang zum MMA hatte und ich es für gesund halte, sich auf etwas neues zu konzentrieren (mental natürlich, körperlich wird sich herausstellen, wie das ausgeht). Zumindest, solange er das ganze nicht so verkrampft sieht, wie in den letzten Zügen seiner Wrestlingkarriere.

Sieht man Youtube-Kommentare als repräsentativ an, ist die UFC-Fanbase alles andere als begeistert über den Neuankömmling. Das wiederum fällt mir extremst schwer ernst zu nehmen, nachdem ich diverse geistige Tiefflieger darunter lesen musste, die alle in die Richtung „Punk, this is no fake bullshit!!!einseinself“ gingen. Zumindest in Sachen körperliche Belastung bin ich mir sehr sicher, dass Punk da nicht naiv an die Sache rangeht und durchaus weiß, worauf er sich einlässt.

Daniel Bryan sorgte mit seinem Auftauchen in der letzten Woche für einen kleinen Ratingschwung beim blauen Brand. Was ist also die logische Konsequenz? Wer darf heute GM spielen? Natürlich! Santino Marella!

Im Internet gerne als "nutzlos" betitelt tat er heute nicht viel dafür, diese Wahrnehmung der Fans zu ändern. Er setzte ein Ladder Match zwischen Luke Harper und Dolph Ziggler für TLC an, hielt jedoch sonst im Hintergrund.

The Miz schickte Naomi einen Strauß Blumen als Entschuldigung für die Ereignisse bei RAW. Jimmy Uso fand das gar nicht nett.

Dean Ambrose hielt eine Promo darüber, dass er Wyatt bei TLC vernichten werde. Rusev unterbrach ihn, um seine obligatorische Anti-Amerika-Nummer abzuziehen und Ambrose abzulenken. Der wurde daraufhin hinterrücks von Wyatt attackiert und auf einer Trage aus der Halle geschafft.

Non Title Match
Luke Harper vs. Dolph Ziggler
Sieger via DQ: Dolph Ziggler

The New Day vs. Cesaro & Tyson Kidd
Sieger via Pinfall: The New Day

The Miz vs. Jey Uso
Sieger via Pinfall: The Miz

Brie Bella vs. Naomi
Sieger via Pinfall: Naomi

Seth Rollins & Big Show vs. Ryback & Erick Rowan
Sieger via Pinfall: Ryback & Erick Rowan

Das wusste schon Daniel Bryan kurz vor seinem Titelgewinn und tatsächlich: So großartige Momente, wie die WWE auch manchmal erschafft: Sie können es nicht mit den Momenten aufnehmen, in denen die Crowd die Show übernimmt.  Und das passiert dank Internet in den letzten Jahren häufiger rund häufiger.

So auch wieder Liverpool in dieser Woche. Alleine, wie sie die Show mit einem gefeuerten „John Cena Suuuuucks“ eröffneten, ließ jedem Smark das Herz aufgehen. Dolph Ziggler dürfte sich trotz seiner Heimat in den USA sehr zu Hause gefühlt haben. Und trotzdem gönnt man ihm nicht wenigstens diesen einen kleinen Moment des Triumphes. Erst durfte er sein obligatorisches Beating einstecken, um dann anschließend beim Main Event (wo jeder nur gespannt auf „I'm here to show the world“ gewaret hatte) backstage zu bleiben.

Aber immerhin wird sowas dann auch gnadenlos von der Crowd abgestraft, die hirnlose Segmente und langweilig Matches mit Boring-Chants begleitet, oder lieber verstorbene Wrestler bechantet. Von daher kann ich mich nur für eine großartige RAW-Ausgabe bei Liverpool bedanken. Auch wenn das Essen grausam sein mag: Was Wrestling angeht, haben die Briten durchaus Geschmack.

... und damit verabschiedet sich das T-Bone Topic in die wohlverdiente, naja... Herbstpause. ;) Wir sehen uns in drei Wochen wieder.

Na, wer erinnert sich nicht gerne an Ric Flair gegen Sting beim Great American Bash zurück? Ein alternder Star legt sich für einen Newcomer hin und bringt ihm ganz nebenher noch eine Menge bei. Ein schönes Stück Geschichte. Würde man es deshalb heute noch mal erleben wollen? Nein! Natürlich nicht! Besonders bei Flair fragt man sich langsam ohnehin, ob man noch bei einer Wrestlingshow, oder schon bei Körperwelten gelandet ist.

Und trotzdem werden wieder und wieder Uralt-Paarungen herausgekramt. Neuestes Gerücht: Die kommende Niederlage der Authority beim Summerslam soll der Startschuss zur großen WrestleMania-SL Vince vs. Hunter um die Company führen. Oh nein, keine Angst, Vince wird dafür nicht selbst in den Ring steigen – dafür aber Hunter. Wozu auch den gerade zum zweiten Top-Heel aufgebauten Seth Rollins nehmen?

Und welcher Jungspund darf sich gegen Hunter beweisen? Wer bekommt nach Daniel Bryan als nächstes diesen unglaublichen Push? Nach aktuellen Plänen soll es, kein Scherz, The Rock werden. Dwayne The Toothfairy Johnson, der sich doch eigentlich schon wieder verabschiedet hatte. Zudem steht Brock Lesnar im Titelmatch. Und Cena in einem großen Match. Willkommen zurück in der Zukunft!

Gleich vorab: Nein. Clothesline übernimmt keine Haftung für bleibende Schäden, die beim Lesen oder beim Anschauen des heutigen TBTs entstehen könnten.

Was haben wir nicht schon alles gesehen? Die Geburt des Gobbledy Gooker, die Geburts von Kane fünffingrigem Sohn, Snitsky, der ein Baby durch die Halle kickt und und und. Wie sagte Colt Cabana einmal so schön über das Wrestling: "When it's good, it's good. But when it's bad, it is great-"

Wer dachte, der Ritter aus dem All, Thunder in Paradise und Mr. Babysitter wären Trash, wer dachte, Vince Russo habe anno 2000 in der WCW Mist verzapft, der sollte sich das hier genau anschauen. Ich... ich will es gar nicht weiter kommentieren. Schaut es euch einfach an:

Es gibt viele Dinge, die aus dem Nichts kommen. Langeweile, ein Problem, eine Kündigung, eine Todesnachricht, die Bewerbung des WWE Networks durch die Kommentato... (nein, streicht das) eine zwischenmenschliche Begegnung, in ganz unangenehmen Situationen ein Samenerguss oder auch ein RKO.

In aller Regel also unangenehme Dinge. Aber das müssen sie nicht immer sein. Bleiben wir doch gleich beim RKO, bzw. bei Randall. Ich war nie ein großer Orton-Fan und habe selten ein gutes Wort über ihn verloren. Was er diese Woche allerdings bei RAW abgeliefert hat... holy carb! Ich kann mich an keine Promo erinnern, in der Orton ein derartiges Feuer gezeigt hat.

Ich weiß, dass das Legenkiller-Gimmick als Ortons beste Zeit angesehen wird, für mich war er damals gnadenlos überbewertet und nicht mehr als ein solider Mid- maximal Uppercarder. Diese Promo war Main Event Material. Allgemein gefällt mir Orton die letzten Wochen verdammt gut und legt immer mehr Professionalität an den Tag, in dem er ordentlich sellt und sogar mit einer ordentlichen Portion Motivation klare Jobs für Andere macht. Das hat man früher vergeblich bei ihm gesucht.

So schwer es mir auch fällt, aktuell ziehe ich meinen Hut vor der Viper, die gerade ihren ersten Frühling im Herbst ihrer Karriere erlebt.

Mal ganz ehrlich: Wer traut sich an einem Abend wie diesem mit den Bella Twins und ihrer trashigen Stipulation und dem 10.000sten Aufeinandertreffen von Superman und Snakeman schon ohne Vodkaflasche vor den Fernseher?

Vermutlich ist es ohnehin gnädiger, vorher sanft und friedlich einzuschlafen, als sich das anzutun, was WWE einen Main Event schimpft. Damit ihr euch die Buddel nicht komplett beim Opener in den Hals schütten müsst, haben wir hier einen Vorschlag für euch: Kippt einfach jedes Mal einen Kurzen, wenn:

- Brie versucht, sich an ihren Text zu erinnern und trotzdem in-Character zu bleiben
- das Wort „Bitch“ fällt
- die Kommentatoren ein Midcard-Titelmatch komplett ignorieren, um Cena & Orton zu hypen
- Cole sich zum Affen macht und von JBL dafür abgestraft wird (bitte vorher Rückspache mit dem Hausarzt halten)
- ein „verdammt, das muss es doch gewesen sein“-false finish zwischen Ziggler und Cesaro stattfindet
- Seth Rollins kurz davor ist, von der Zelle aufgespießt zu werden
- ihr euch Mizdow anstelle des Originals im Ring wünscht
- ein USA-Chant ausbricht (nur für diejenigen mit attestierter Ric-Flair-Gedächtnisleber)

Nach diesen ganzen Regeln ist es vielleicht ratsam, noch eine Ersatzflasche parat zu haben.

It never rains,
It pours on me,
So let the saints,
Set up the courtyard,
The unpleasant cage,
The obvious point is I'm insane.

Als Wrestlingfan könnte man nun diskutieren: Haben Blind Guardian da nun über Friedrich Nietzsche geschrieben oder doch über Dean Ambrose? Egal, uns geht es heute mehr um das HiaC, mit Nietzsche sich Foley ja schon bei RAW ausführlich beschäftigt.

Es ist mal wieder PPV-time und wieder mal, joa... tangiert es nur so peripher. Das Programm ist nicht wirklich schlecht. Mit Foley zauberte man kurz vor dem PPV nochmal eine großartige Überraschung aus dem Hut, Sheamus und Miz haben tatsächlich sowas wie eine Midcard-Fehde mit Hintergrund Geschichte, ein 2-ou-of-3 Falls Match zwischen Ziggler und Cesaro verspricht ganz großes Kino und sogar beim Main Event muss ich einfach eines hervorheben:

Randy Orton, über den ich noch nie ein positives Wort verloren habe (auch, als es noch uncool war) scheint auf seine alten Tage noch einmal so etwas wie Professionalität zu lernen. Seit seinem letzten Run als Champ zeigt er zum ersten Mal konstant gute Leistungen, die nicht abhängig vom eigenen Push sind. Habe ich so noch nie von ihm gesehen. Sogar bei cleanen Niederlagen zeigt er eine Motivation, den Gegner gut aussehen zu lassen, die man bis dahin kaum von ihm kannte.

Würden die ganzen willigen Worker jetzt noch mit anständigen Geschichten versorgt, hätten wir eigentlich einen PPV, den man nicht verpassen darf. Im großen und ganzen also alles wie immer bei WWE: Die Talente reißen sich den Arsch auf und das Internet bekommt es aufgrund des Versagens hinter dem Vorhang nur teilweise mit...

Das war der Name eines Memes, das letztes Jahr die nicht einmal mehr halbvolle Bound for Glory Halle zeigte. Was ist da das naheliegendste? Aggressivere Werbung? Richtungsänderung des Produkts? Erschließen neuer Märkte? Nein, man lädt die lästige finanzielle und kreative Verantwortung eines riesigen PPVs einfach bei einer Partnerpromotion ab.

Bound for Glory fand letzte Woche statt und es hat buchstäblich niemanden interessiert. Viele Topstars von TNA nicht dabei und Team 3D machten einfach mal ihr eigenes Dings und forderten ohne Rücksprache mit TNA oder Wrestle-1 den Bullet Club, welcher bei NJPW zuhause ist, heraus. Ja.... was soll man dazu noch sagen. Angeblich hat man BfG abgegeben, um sich auf die Verhandlungen für einen neuen TV-Deal zu konzentrieren.

Solange der nicht unterschrieben ist, sind auch die Verhandlungen mit Wrestlern auf Eis gelegt. Allerdings nur mit so unwichtigen Leuten wie Samoa Joe oder Austin Aries, die sich dann bald anderen Projekten widmen dürften (ebenso wie Team 3D, die sich direkt nach ihrer Einführung in die Ruhmeshalle vom Acker machten). Da passt auch wunderbar James Michells Enthüllung ins Bild, wie ihm damals von Vince Russo seine Entlassung erklärt wurde: Dixie war damals noch Mark und hasste Mitchell.

So gerne ich mir diese Pointe auch ausgedacht hätte: Nein, das war wirklich seine Begründung...

… komm bald wieder nach Haus'. Aber bitte, bitte lass nächstes Mal die Schaufel in Florida! WWE scheint sich in letzter Zeit mal wieder heftig zu verzetteln. Die Push der Wyatt Family wurde ziemlich abrupt gestoppt, aktuell sind sie kaum noch in den Shows, Cena darf einfach mal so die wunderbare Fehde zwischen Ambrose und Rollins unterbrechen und dann kommt der Heilsbringer: The Rock. Und was macht er?

Er darf einfach mal so den einzigen glaubhaften und gefährlichen Heel neben Brock Lesnar niedermetzeln. Er hat kein Programm gestartet, nichts. Das alles für einen einzigen Pop. Und da hat man wirklich alles aufgefahren, damit Rocky nicht ausgebuht wurde: Gleich beim Entrance modetechnisch bei der Hometown eingeschleimt, Cheap Pops inklusive und natürlich den bösen Russen als Gegner.

Aber nicht, dass es reichen würde, dass nur ein aufstrebender Superstar unter dem Comeback Rockys zu leiden hätte, nein. Das ganze zog noch einen kleinen Rattenschwanz nach sich, als Rusev bei SmackDown wieder aufgebaut werden und dafür Ziggler abklopfen musste. Gerade als der wieder so ein bisschen Momentum hatte.

Um es mit den Worten von Hermann Hesse zu sagen: Es brennt alsdann in mir eine wilde Begierde [...] einigen Vertretern der bürgerlichen (Wrestling-)Weltordnung das Gesicht ins Genick zu drehen.

… thick, but with very few moves. You have the Ryback of cocks! Niemand macht so schöne Komplimente, zieht so schöne Vergleiche und und kann so schön fluchen, wie Mr. 18F'n59 Cliff Compton. Den WWE-Fans vermutlich besser bekannt als Domino.

Die Wrestlingwelt wird momentan wie nie zuvor von Podcasts zugeschissen. Manche davon mehr interessant, manche weniger, aber die wenigsten haben ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Das Konzept: Ex-WWEler klopfen sich gegenseitig auf die Schulter und schwelgen in alten Erinnerungen, die man irgendwo schon 1000x gehört hat.

Der einzige Ort, an dem man noch frischen Geschichten lauschen darf, ist die Art of Wrestling von Colt Cabana. Kenner wissen, dass sich besonders Compton in der Vergangenheit als hervorragender Geschichtenerzähler bewiesen und inzwischen ein kleine Kult-Fangemeinde um sich gescharrt hat. Um es ganz Unwissenden ein wenig zu verdeutlichen: In den letzten Jahren ist er zum John Cena des T-Shirt Verkaufs im Indybereich avanciert.

Ja, das heutige T-Bone Topic ist eine schamlose Promotion für Cabanas neuesten Podcast. Super Domino ist zurück und damit Mr. 1.859.218. Wie schon erwähnt mit Kommentaren zu Colts Genitalien, einer Lobpreisung auf den Podcast an sich und einer wie immer verdammt unterhaltsamen Geschichte über einen Junggesellinnenabschied. Anhören könnt ihr euch das ganze hier. Episode 59, die ihn unsterblich gemacht hat, gibt es hier.

Heute zieht es uns zurück ins Jahr 2008. WWE hat noch zwei große Titel, den Rostersplit und eine tatächlich erträgliche B-Show namens SmackDown, die von der Titelfehde Edge vs. Undertaker getragen wird. Die Fehde ging zu diesem Zeitpunkt schon einige Monate und Edge konnte sich dank La Familia immer wieder durchsetzen.

Doch nun war sein Split/die Scheidung von Vickie Guerrero durch und sie steckte ihn in ein Hell in a Cell mit dem Undertaker. Der Ultimate Oppotunist wusste natürlich, bei wem man sich am besten Rat für so ein Match holt: Mick Foley. Der tat auch sein bestes, dem Rated R Superstar zu helfen, aber naja... seht selbst.

Interessant ist, dass Edge sich selbst zu diesem Zeitpunkt als "feritg und ausgelaugt" bezeichnete. Oh man, hätten auch nur 50% des Rosters von heute die Hälfte von seinem Feuer...

Hallo Slinky. Zuerst mal danke, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Da unsere Leser schon einiges über die Vorbereitung und den anstrengenden Weg zum Wrestler gelesen haben, starten wir doch direkt bei deiner aktiven Karriere: In deinem ersten Match 2010 wurdest du gleich mal von einer gestandenen Legende ausgeknockt: Steve Corino. Wie kam es dazu und hattest du seitdem noch einmal die Möglichkeit mit einem größeren Namen zu arbeiten und bessere Erfahrungen zu machen?

Gut, beginnen Wir mit meiner aktiven Karriere. Aber auch ich möchte mich zuerst bei Euch für Eure Arbeit bedanken. Wrestling-Gemeinschaften wie clothesline.eu können ein Motor für die Wrestling-Industrie und die Karrieren von professionellen Wrestlern sein.

Joe Legend hat mich sehr beeinflusst. Bei einigen Veranstaltungen konnte ich ihn beobachten. Ich habe gelernt, und lerne noch, aus beruflicher Sicht mit Pro Wrestling umzugehen und Sports Entertainment zu betrachten. Und Joe Legend hat einige außergewöhnliche Dinge gezeigt, bei denen ich mich gefragt habe, warum er das so macht. Daraufhin habe ich das getan, was mir von meinen Trainern Ahmed Chaer und Crazy Sexy Mike in der Trainingsschule der German Wrestling Federation beigebracht worden ist: Ich habe gut beobachtet, nachgedacht, und mir die Antwort selbstverantwortlich erarbeitet.

Meinen ersten Auftritt in einem Wrestlingring hatte ich am 9. Oktober 2010 bei GSW Unstoppable. Dort stand ich tatsächlich Steve Corino gegenüber. Für mich kam das sehr überraschend, denn ich war eigentlich nur als Zuschauer bei der Show. Meine Trainer Ahmed Chaer und Crazy Sexy Mike hatten einen Kampf, und ich wollte sie im Publikum unterstützten. Kurz vor der Show wurde ich von "The Chief", einem Manager in der GSW, gefragt, ob ich nicht mein erstes Match haben wollte. Er wusste Bescheid, dass ich schon ein Jahr in der Wrestlingschule der German Wrestling Federation (GWF) trainierte und heiß auf meinen ersten Kampf war.

Frank Bouncer und ich griffen später, im Auftrag von "The Chief", Steve Corino und seinen Sohn, Colby Corino, an. Von dem Geschehen im Ring sind mir allerdings nur Fragmente in Erinnerung geblieben. Ich schlug auf Steve Corino ein, was er mit einem gezielten Tritt beantwortete. Ein Tritt, der mich ausknockte. Später sah ich den Kampf auf DVD. Man kann ganz genau den Augenblick erkennen, wo er das Bewusstsein aus mir heraustritt. Irgendwie habe ich es damals geschafft noch ein paar Sekunden weiterzumachen. Aber letztendlich war ich der riesigen Erfahrung und Routine des "King of Old School" unterlegen.

Nach der Show halfen mir Steve Corino und Axel "Axeman" Tischer meine Technik zu verbessern und zeigten mir ein paar Tricks. Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber sie wussten damals, dass ich noch sehr grün war, keine Ringerfahrung und keinen Namen hatte. Aber nicht nur an diesem Tag habe ich sehr viel kollegiale Unterstützung erfahren. Vor allem in der German Wrestling Federation gab und gibt es das. Pascal Spalter ist ein gutes Beispiel dafür. Von ihm habe ich - neben meinen Trainern - sehr viel gelernt. Und in jedem Kampf, jeder Veranstaltung und jeder Tour gibt es etwas zu lernen. Bei verschiedenen Shows habe ich sehr viele großartige Leute getroffen, von denen ich lernen konnte. Darunter auch einige ehemalige und aktuelle Arbeiter aus WWE, TNAW und aus anderen großen Verbänden. Vor wenigen Tagen hatte ich z.B. einen kleinen Spot in der Internet-Serie "Helden der Hauptstadt" an der Seite von WWE Tough Enough-Teilnehmer Matt Cross gehabt. Sowas motiviert mich sehr und ich versuche mir zugleich sehr viel von solchen erfahrenen Arbeitern abzuschauen.

Mit der Zeit haben sich für mich auch Kontakte und Freundschaften im Wrestling entwickelt, und über das Internet kann ich diese Verbindungen auch über große Entfernungen hinweg pflegen. Mit Sunny Nanda, ein Freund und Wrestler aus Indien,  tausche ich mich z.B. regelmäßig über das Pro Wrestling in Indien aus. So erfahre ich, was dort in Sachen Wrestling los ist. Und er weiß ungefähr was hier geschieht. Auf diese Weise können wir effizient lernen. Das ist cool. Und ich denke, es ist auch anders als es vor 25 Jahren war, wo es die neuen Medien noch nicht gab. Es war viel schwerer sich mediale Aufmerksamkeit zu erarbeiten - und es war viel schwerer Kontakte zu knüpfen. Dementsprechend gab es auch eine gewisse negative Rivalität. Die neuen Medien können nun jedoch ein angenehmes Arbeitsklima entstehen lassen, was für Promoter, und letztendlich für ein gutes Produkt, enorm wichtig sein kann.

Zaid I. Khan ist ein Paradebeispiel dafür: Ein sehr talentierter britischer Wrestler, der auch schon den ein oder anderen Fuß in ein Trainings Camp der WWE gesetzt hat. Er hat mir sehr geholfen zu verstehen wie das Geschäft funktioniert. Es ist ein Geben und Nehmen. Es braucht diesen "guten Willen" das Beste aus sich und seinem Gegenüber rausholen zu wollen. Das ist extrem wichtig für das Geschäft. Es geht nicht ums Beinstellen, sondern um das Türöffnen. Was herum geht, kommt herum. Und keine Sorge: Die positive Rivalität bleibt ganz sicher erhalten. Denn niemand möchte gerne den Ring als Verlierer verlassen. 

Und natürlich stehe ich auch mit Promotern aus verschiedenen Ländern in Kontakt. Beispielsweise mit Damien Plaitin, der in Belgien "Extreme Catch Attitude (ECA)" promotet. Das ist ein Mann der extrem hart daran arbeitet, dass in Belgien Pro Wrestling wächst. Aber ich sehe nicht nur Europa: Indien, Südafrika, Brasilien und China sind genauso Optionen für mich. Es ist absolut spannend wie sich Pro Wrestling in diesen Ländern entwickelt.

Ich bin über ein halbes Jahr hinweg in Frankreich aufgetreten, was eine sehr gute Erfahrung war. Der Umgang und der Stil war ein anderer. Beispielsweise erfuhr man erst im Ring gegen wen man antrat. Nach dieser guten Erfahrung habe ich mir als mittelfristiges Ziel gesetzt weitere Erfahrungen im Ausland zu sammeln und mich auch in Deutschland weiter zu produzieren. Und was ich mir vorgenommen habe, das mache ich auch. Vor wenigen Wochen kämpfte ich z.B. in Kiel gegen das niederländische Tag Team "G-Spot" (Mot Van Kunder und Louis Van Eden). Von den beiden war ich sehr begeistert. Sie arbeiten sehr professionell, sind kreativ, und haben genau diesen "guten Willen".  Ich erinnere mich an meinen Kampf gegen die beiden noch ganz genau. Denn ich steckte dort meinen ersten Piledriver ein. Ein Wrestlingmove der sehr gefährlich ist, und bei dem ein hohes Verletzungsrisiko besteht. 

Interessant, dass du Indien ansprichst. Gerade das hat schließlich schon Jeff Jarrett vor Jahren für sich als Wachstumsmarkt entdeckt. Sein Ring Ka King Konzept hat er nun ausgeweitet und möchte mit seiner neuen GFW den Fokus mehr auf das „Global“ legen. Noch weiß niemand so recht, was das bedeuten soll, aber die Wrestlingwelt redet. Hast du bestimmte Erwartungen an Jarretts neues Projekt?

Die Sprache, die in den Promos für Global Force Wrestling gewählt wurde, ist voller Gleichnisse und Symbolik. Ich mag das sehr. Besonders die Verknüpfung von Erdentstehung und NASCAR-Rennen hat mir sehr gut gefallen. Hätte ich von der "Global Force" gesprochen, hätte ich natürlich etwas von Zuckerwatte erzählt. Aber egal wie man es dreht oder wendet, es geht um die Kraft, die aus kleinen, regionalen Ligen etwas Größeres, eine globale Promotion, formt. Ob das nun ein Dachverband wird oder tatsächlich eine globale Liga, das wird sich zeigen.

Ich kann da Jeff Jarrett nur viel Erfolg wünschen. Ich weiß selbst, wie schwer es ist, nur eine einzige Show auf die Beine stellen zu wollen - was da für gewaltige Aufgaben hinterstehen. Bei Global Force Wrestling habe ich mich sofort beworben. Und wenn mich Jeff Jarrett will, wird er sich bei mir melden. Die Woche hat sieben Tage. Und wenn mir die Möglichkeit geboten wird, an jeden Tag gut bezahlt zu catchen, würde ich diese Möglichkeit lieben. Das ist der Traum von vielen Wrestlern, mit denen ich zusammenarbeite.

Hattest du in deiner noch jungen Karriere schon mal eine ernsthaftere Verletzung? Was war das Schmerzhafteste, das du bislang im Ring erlebt hast?

Die Schmerzen im Pro Wrestling sind eher weniger das Problem. Das ist eine Sache der Abhärtung. Irgendeine Aktion kann zwar bei mir einen Reiz auslösen, aber ich lerne zu steuern wie ich auf diesen Reiz reagiere. Was eine Herausforderung ist, das ist, wenn im Körper etwas zerstört wird. Und ja, im Pro Wrestling kann so etwas schon mal passieren. Das sind aber Einzelfälle. Denn wir trainieren über Jahre hinweg, um solche Verletzungen zu vermeiden.

Trotzdem habe auch ich mich schon im Ring verletzt. Aber über sowas redet man eigentlich nicht. Ich bin zum Arzt gegangen. Und ich bin weiter zum Training gegangen. So einfach ist das. Für solche Situationen gibt es sogar spezielle Trainingspläne.

In Deinen Interviews redest du gerne über deine Familiengeschichte, die sowohl Zirkus, als auch Pro Wrestling beinhaltet und scheinst sehr stolz darauf zu sein. Was hältst du von Quereinsteigern wie ehemaligen Footballprofis oder Models in den großen Ligen?

Pro Wrestling hat sehr viel mit dem Bedienen von "Streamlines" zu tun. Ist das Kinofilmgeschäft und der American Football populär, dann holst Du jemanden von dort in die Wrestling-Shows. So wachsen alle beteiligten Industrien. Eine Win-Win-Situation. Wenn die Leute vom Bahnhof zum Fußballstadion laufen, verkaufst Du Deine Hamburger ja auch nicht 1000m weiter weg - im Wald - wo keiner Dich sieht. Das würde keinen Sinn machen. Weder für Dich als Verkäufer, noch für die hungrigen Leute. Also versuchst Du Dich da zu positionieren, wo die Leute auch tatsächlich entlangströmen. Zwischen dem Bahnhof und dem Fußballstadion. Tun sie es zwischen Modelsteg und American Football, dann positionierst Du Dich dort.

Ganz sicher gibt es auch Situationen wo man mit dieser Herangehensweise bricht. Und um auf die Frage zurückzukommen: Ich denke, dass die Mehrheit der Zuschauer beim Wrestling schwergewichtige und muskulöse Männer und gutaussehende Frauen sehen möchte. Und jemand aus dem American Foorball ist meist massig und muskulös. Und Models sehen meist sehr gut aus. Und beide kommen aus einem populären Unterhaltungsbereich. Die Frage ist nur, wie man diese Leute trainiert und wie es mit ihrer Persönlichkeit aussieht.

Ich mag schwergewichtige Wrestler, Riesen, Zwerge, den stärksten Mann der Welt - und auffällige Persönlichkeiten. Wie "die fette Frau mit Bart", "den mystischen Elefantenmenschen", und auch eine Linda Blair könnte dem Pro Wrestling sicher nicht schaden... Aber das liegt wohl daran, dass ich den amerikanischen Stil bevorzuge. Doch ich sehe auch, was es für grandioses Catchen, Puroresu und Lucha Libre gibt. Ich bin noch am Anfang meiner Karriere, ein Rookie, und werde noch viel lernen. Auch noch mehr über die verschiedenen Stile.

Du bezeichnest dich selbst noch als Rookie. Hast du schon eine Idee, wo du mal mit deinem In-Ring-Stil hin willst, vielleicht sogar ein Vorbild?

Meine gegenwärtigen Vorbilder sind meine Trainer in der German Wrestling Federation. Crazy Sexy Mike. Ahmed Chaer, Flying Dragon und Ivan Kiev lehren mich verschiedene Stile. Zusätzlich beobachte ich eigenständig Matches, Veranstaltungen und die Arbeit von verschiedenen Promotionen. Ich sauge alles wie ein Schwamm auf. Und ich habe mich schon dabei erwischt, wie ich drei Wrestlingshows gleichzeitig gesehen habe.

Ich möchte überall auf der Welt auftreten. Und darum möchte ich auch alle Stile erlernen. Allerdings ist DER Name im Pro Wrestling nun mal World Wrestling Entertainment. Und ich glaube, der amerikanische Stil - und mit den Kameras arbeiten zu können - wird mich dort besser voranbringen. Und wenn ich dort hinschaue, dann muss ich sagen: John Cena hat es einfach drauf. Ich liebe seinen Stil. Vor allem, weil ich auch verstehe, warum er tut was er tut.

Verfolgt man dein Facebook, kann man davon ausgehen, dass du das aktuelle Geschehen in den amerikanischen Ligen verfolgst. Wer fesselt dich momentan an den Bildschirm (sei es am Mic oder im Ring)?

Der Hase. Ich versuche schon seit Monaten rauszubekommen wer der Hase ist. Ja, ich verfolge WWE regelmäßig. Und gegenwärtig gefällt mir, neben John Cena, Heath Slater sehr gut. Auch hat diese Promotion zurzeit sehr starkes Tag Team-Wrestling. Goldust und Stardust und die Los Matadores (mit El Torito) sehe ich sehr gerne. Und auch diese randalierende Alicia Fox.

Es sind die ungewöhnlichen Persönlichkeiten und die ineinandergreifenden Geschichten die mich fesseln. WWE bietet das den Zuschauern, obwohl das eine riesige Herausforderung ist. Sie haben eine dreistündige Live-Sendung, daneben noch die aufgezeichnete Weeklies. Es ist nicht wie in Europa, wo die Shows meistens nur am Wochenende sind und maximal für einen Stream oder eine DVD aufgezeichnet werden. Und dann baut WWE gerade mit dem WWE Network ein riesiges und weltweit abrufbares Archiv auf. Wir wissen alle, dass sich lineares Fernsehen verändern muss. Und das WWE Network ist die Zukunft.

In Foren liest man oft von Leuten, die sich weigern, eine Euroshow zu besuchen, weil ihnen das Entertainment, die Charaktere und die Gimmicks aus den großen Ligen wichtiger sind, als der sportliche Aspekt. Von fehlendem Gimmick kann man bei deinem Look wahrlich nicht sprechen. Erzähl' uns ein bisschen über Slinky! Wie ist er zustande gekommen, was ist seine Geschichte, wie bist du auf den Look gekommen und vor allem: Wie viel Liter Farbe braucht du pro Show für Facepaint und Zähne?

Mein bürgerlicher Name ist nicht "Slinky", das sollte jedem klar sein. Den Namen gaben mir Crazy Sexy Mike und Ibo Latino. Wahrscheinlich, weil ich mich bei einer Fallübung, dem Frontflip, besonders gut angestellt hatte. Das sah vermutlich so aus, wie bei dieser Spielzeug-Feder namens "Slinky". Das verrückte Verhalten ist jedoch Teil meiner eigenen Persönlichkeit. Ich habe schon solche krassen Sachen gesehen und kam dann in eine "normale" Umgebung zurück, dass man einfach nur von "verrückt" sprechen kann. Ich glaube, die Fachsprache nennt das "warped personality". Aber ich vermute mal, dass jeder Pro Wrestler sowas kennt.

Das weiße Gesicht und die schwarzgefärbten Zähne entstammen ebenso meiner eigenen Persönlichkeit bzw. der Geschichte meiner Familie. Ich habe etwas Ungewöhnliches gebraucht, um als Sports Entertainer wiedererkannt zu werden. Diese schwarzgefärbten Zähne waren das Ungewöhnliche was ich brauchte. Ich kannte das aus meiner Jugend, in der ich Ninjutsu erlernte. In der Tradition des Ninjutsu wird das Schwärzen der Zähne "Ohaguro" genannt. Warum das weiße Gesicht? Vor sehr langer Zeit engagierte meine Familie, die in Berlin ein Theaterunternehmen führte, den ersten sogenannten "Weißclown". Ohne dieses Engagement hätte es vermutlich keine weißgesichtigen Clowns, wie wir sie heute kennen, gegeben. Das weiße Gesicht sollte ein Ehrerweis an meine Vorfahren sein.

Zusammen wirkte das Schwarz-Weiß sehr gut. Und so entschied ich mich für ein Outfit im Corporate Design. Das ein oder andere kleine Geheimnis gibt es diesbezüglich ganz sicher noch zu lüften. Die gefärbte Zunge und meine außergewöhnliche Frisur sind noch ein Teil des Erscheinungsbildes von Slinky. Das machte das Ganze noch einen Schliff abgedrehter. Das Make-up und die Frisur sind sehr arbeitsaufwändig. Aber ich liebe es einfach!! Ich sehe wie die Kinder zu den Shows kommen, und sogar Erwachsene färben sich die Zungen, um mich zu unterstützen. Das ist einfach süß!!

Ich habe noch nicht so viele Matches gewonnen. Aber obwohl ich verliere, sind viele Zuschauer von mir beigeistert, und imitieren mich, oder kommen mit einer Gesichtsbemalung zur Show. Wenn ich in den Ring gehe, rufe ich "Choo Choo" und ziehe an einem imaginären Dampfventil. (Ich imitiere Tugboat. Das ist so sicher wie das "Log in "Goldust".) Die Leute lieben das und machen es nach. Und wie gesagt: Ich verliere. Fakt ist: Ich brauche keinen Titel. Ich brauche keinen Sieg. Die Menschen kommen trotzdem um mich zu sehen und sind begeistert von mir. Es gibt eine Menge Jungs, die uninteressant werden, wenn sie erst einmal verloren haben. Die ohne einen Titel blass aussehen. Dann zahlt niemand mehr für sie und sie sind aus dem Geschäft.

Für mich ist darum die Unterstützung der Zuschauer sehr wichtig. Wenn Ihr mich gut oder schlecht findet, kommt zu den Shows und teilt es den Leuten mit!! Egal ob Ihr nun mehr auf sportliche Aspekte steht, oder die bunte Zirkusnummer mögt. Bleibt nicht weg, sondern macht Pro Wrestling riesig!! Eure Unterstützung und Eure Meinungen sind sehr wichtig!!

Klingt ganz so, als sei es dir auf der einen Seite aus künstlerischer Sicht wichtig, etwas von dir selbst in deine Figur zu stecken. Andererseits weißt du dich aber auch zu vermarkten. Ich frage mal ganz dreist: Was wäre dir wichtiger, käme es drauf an – würdest mit deinem jetzigen Charakter weiter durch die Indies tingeln? Oder angenommen Vince McMahon käme zu dir und würde sagen „wir machen aus dir eine 2014er Version von Tugboat“, würdest du den Sprung wagen?

Wow, über ungelegte Eier mache ich mir normalerweise nicht so viele Gedanken. Ich habe mich 2011 oder 2012 bei der WWE-Rekrutierung eingeschrieben. D.h. die Produzenten von WWE wissen, dass ich für sie arbeiten will. Und ja, ich würde auch als moderne Version eines Tugboat für WWE auftreten. Das ist meine Arbeit. Wenn ein Promoter mich so haben will, bekommt er mich so. Aber ob nun als "Copycat" oder als authentische Persönlichkeit: Für WWE zu arbeiten wäre eine große Ehre!!

Vince McMahon sollte sich klar sein, dass er mich nicht für einen Apfel und ein Ei bekommt. Du siehst ja, dass ich für WWE Werbung mache, obwohl ich nicht für WWE arbeite. Was werde ich dann erst alles machen, wenn WWE mich für meine Arbeit entlohnt. Ich meine WWE will weltweit agieren. Aber sie hatten noch nie eine Show in der Antarktis. Und ich würde sogar dort für sie auftreten. Kennst Du einen Wrestler, der sowas schon mal von sich behauptet hätte? Nein!! Ich bin der erste und momentan der einzige Wrestler, der das von sich sagt. Und ich mache das auch in Südgeorgien, wo es auch noch nie eine Wrestlingshow gab. Für die WWE würde ich mich sogar ins Weltall schießen lassen, um dort den ersten Wrestlingkampf in Schwerelosigkeit zu bestreiten. Und Vince McMahon: Wir wissen ja alle, dass Du Milliardär bist. Du kannst es Dir leisten. Das ist eine Herausforderung!!

Du siehst, selbst als ein moderner Tugboat, wäre ich noch einzigartig. Und Fred Ottman hat mich in meiner Kindheit und Jugend schon sehr gut unterhalten. Ich bin eine neue Generation, und sehe es als Herausforderung an, ebenso gut zu unterhalten und Emotionen zu erzeugen. Auch wenn es nur das Lächeln im Gesicht eines alten Mannes ist.

Du liebst offensichtlich Shootinterviews, aber wie sieht es mit dem direkten Fankontakt z.B. nach Shows aus? Wie streng trennst du da zwischen Slinky und Robert Grosskopf?

Ich liebe einen guten RIB und ich liebe Shoot-Interviews. Aber dabei muss es zwei Regeln geben. Niemand sollte dadurch verletzt werden und keinem sollte deshalb ein Geschäft kaputt gehen. Und ich denke, viele Menschen können diese Linie einfach nicht ziehen. Darum, und aufgrund meiner professionellen Ausbildung, hat mich noch niemand schlecht über einen anderen Kollegen reden hören. Kleine Streiche finde ich hingegen ganz sympathisch. Wenn sie intelligent gemacht sind.

Ich finde es übrigens besser, wenn Unterstützer mich Slinky nennen. Manchmal können sich Leute meinen bürgerlichen Namen nicht richtig merken, und nennen dann irgendetwas ähnlich Klingendes. Darum ist Slinky viel cooler. Als Slinky mache ich zwar oft Sachen, die ich als Robert Grosskopf vielleicht nicht unbedingt machen würde, aber letztendlich ist Slinky ein großer Teil von meiner eigenen Persönlichkeit.

Vor Kurzem hast du auf Facebook einen Link zu Vince Russos Homepage geteilt – sicherlich eine der kontroversen Figuren im Business. Deine Meinung zum Mann, der gerade wieder mit TNA in den Schlagzeilen ist?

Die Homepage von Vince Russo - http://www.pyroandballyhoo.com - ist wirklich gut. Er interessiert sich, genau wie ich, für die aktuelle Unterhaltung. Und heutzutage ist es ja nicht mehr so ein großes Problem mit anderen Arbeitern in Kontakt zu kommen. Es gibt E-Mails und Facebook. Ich frage mich sowieso, warum sich Leute mit ihrer Kritik und ihren Verbesserungsvorschlägen nicht direkt an Vince McMahon wenden oder ihn anrufen, wenn ihnen etwas an dem WWE-Programm nicht gefällt. Vince Russo hat das gemacht und er war - genau wie Vince McMahon - einer der Menschen, die Pro Wrestling als Sports Entertainment groß gemacht haben.

Ich mag an Vince Russo, dass er Geschichten erzählen kann. Ich habe schon so viel von ihm gesehen. Und viele brillante Geschichten gehört. Seine Arbeit ist mit einer Logik und einem Aufbau der Extraklasse verbunden!! Ja, dieser Mann ist kontrovers, Aber was ist falsch daran? Das einzige was mich an Vince Russo stört, ist, dass er mich an Richard Ramirez erinnert. Aber das ist anderen vor mir bestimmt auch schon aufgefallen…

Und bezogen auf TNAW? Ich würde gerne für TNAW arbeiten. Wenn Ihr mich unterstützen wollt, dann schreibt an TNAW und Vince Russo!! Schreibt ihnen, dass Ihr Slinky bei TNAW sehen wollt!! Aber Vince Russo ist ein Profi - und wird ganz bestimmt wissen wer für TNAW arbeiten möchte.

Ich habe gelesen, du beschäftigst dich neben Wrestling auch mit diversen Comedy-Projekten. Was ist deine Meinung zu Comedy im Wrestling? Auch ein gerne genommenes Thema im Internet. Ich persönlich liebe Jungs wie Colt Cabana oder Eric Young. Viele Fans (und auch einige Leute innerhalb des Business) sind jedoch der Meinung es müsse ernst genommen werden und es gebe keinen Platz für Comedy in dieser Form der Unterhaltung („funny don't equal money“). Wie stehst du dazu?

"Red is green" - Und trotzdem erwirtschaftet WWE seit Jahren viel Geld. Obwohl kein Blut fließt. Ich sage: "Bunny is money!!". Und Colt Cabanna macht doch sehr unterhaltsame Kämpfe. Da steckt Geld drin. Die meisten Arbeiter, die Comedy machen, sind ausgebildete Pro Wrestler. Können also kämpfen. Klar, sie machen auch zwischendurch Spaß mit ihren Gegnern. Aber wenn es ernst wird, können sie den Gegner ausschalten.

Ich bin dieses Jahr in Berlin als Stand-up-Comedian aufgetreten. Und ich war nicht sonderlich gut. Sonst wüsstet ihr sicherlich schon mehr darüber. Aber das war auch für meine Wrestling-Karriere nützlich. Eine Erfahrung mehr. Und ich werde mich in diesen Bereich weiter probieren. Und übrigens: Dort wo in Berlin Pro Wrestling entstand, befindet sich heute der Quatsch Comedy Club. Und macht enormen Profit. Kein Wrestling mehr. Woran liegt das? Wir hatten schon "Streamlining" zum Thema. Warum nicht etwas Populäres mit Wrestling verbinden? Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn Pro Wrestling wieder an den alten Orten stattfinden würde.

Schau Dir Sachen auf Youtube an! Was ist da populär? Wenn sich einer auf die Fresse packt, die süße schlafende Katze und das Baby, was zum ersten Mal an einer Zitrone lutscht. Dieses Baby hat 5.000.000 Klicks auf Youtube. Comedy und süße Geschichten haben genauso im Pro Wrestling etwas zu suchen, wie knallharte Kämpfe.

In einem Interview sagtest du einmal, Wrestling könne in Deutschland wieder boomen. Du sagtest, du kannst dir sogar vorstellen, es gebe deutsche Fernsehsender, die daran interessiert seien, europäisches Wrestling auszustrahlen. Es liege mehr an der Wrestling-Landschaft und dem fehlenden Willen Einiger, dass daraus bisher nicht geworden ist. Was bringt dich zu dieser Annahme? Für mich als Außenstehenden macht es eher den Eindruck, dass es an den Fernseh-Verantwortlichen liegt, die sich nicht so recht an eine neue Form der Unterhaltung heran wagen wollen (zumal Pro Wrestling in der Gesellschaft jetzt auch nicht den allerbesten Ruf hat...).

Auch hier sind die Zuschauer gefragt. Ihr wollt Pro Wrestling unterstützen? Schreibt an die Fernsehsender, dass Ihr deutsches Wrestling im Fernsehen sehen wollt. Ich weiß von einigen Wrestling-Begeisterten, dass sie sowas schon machen. In der Psychologie gibt es etwas, was man "Themenkreis" nennt. Jeder Mensch, auch die Entscheidungsträger im Fernsehgeschäft, haben in ihrem Themenkreis eine bestimmte Anzahl von Themen, mit denen sie sich beschäftigen. Und wenn sie niemand anspricht, Tag für Tag für das Wrestling interessiert, dann wird auch Wrestling kaum ein Thema für sie sein. Auf der Straße ist das kein Problem. Ich mache fast jede Woche für Wrestling Promotion auf der Straße. Und die Leute geben nahezu IMMER ein positives Feedback zum Thema Wrestling.

Dieses Jahr hat Pro7 eine Millionen Euro an einen Verein verschenkt. Wenn sowas möglich ist, warum sollte es dann nicht möglich sein für sechs Monate eine wöchentliche Wrestlingshow für das Fernsehen zu finanzieren und zu produzieren? Was sehr wahrscheinlich auch weniger kostet und sogar noch Einnahmen u.a. aus Werbung, Merchandising und Eintrittsgeldern erwirtschaften kann.

Es gibt auch genug Veranstaltungsorte, die sich über eine wöchentliche Show, freuen würden. Solche Kooperationen und Investitionen setzen aber eine gute Struktur innerhalb eines Unternehmen voraus. Ich denke, jeder Beteiligte - vor allem auch Wrestler - sollte sich fragen: "Bin ich bereit für so ein Unternehmen alles zu tun, jede kleine dreckige Arbeit dafür zu machen? Bin ich bereit Pro Wrestling als Beruf auszuüben, und nicht nur als Hobby?"

Ich sehe Leute wie CM Jakobi und Ingo Vollenberg, die es wirklich riskiert haben und für ein regelmäßiges Wrestlingprogramm hart arbeiten. Ich sehe meine Trainer, Ahmed Chaer und Crazy Sexy Mike, wie sie uns Schüler lieben, nur das Beste für uns wollen, und versuchen uns groß rauszubringen. So viele aus der German Wrestling Federation waren schon im Fernsehen zu sehen - und dort wurde Pro Wrestling immer positiv aufgenommen. Pascal Spalter bei Berlin Tag und Nacht. Salsakid Rambo war  für mehrere Millionen Menschen während der Fussball-WM in Werbespots zu sehen. Und unzählige von Uns waren in Serien, Musikvideos und Filmen engagiert.

Du darfst mich nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen Leute, die Wrestling als Hobby betreiben. Doch ich will von Pro Wrestling Leben können, ich will Wrestling professionell betreiben. Darum stecke ich alles was ich habe und kann in meinen Beruf. Wenn Du ein positives Arbeitsklima schaffst und das liebst was Du tust, auch zeigst, dass Du Herz hast, dann wird Pro Wrestling boomen und alles Weitere wird sich wie von alleine fügen.

Herzlichen Dank an Slinky für dieses Interview!

Slinky findet ihr übrigens auch bei Facebook.

Oder auch: Warum ein Superman manchmal interessant sein kann. Nein, ich rede hier nicht von John Cena, aber die vergangenen Tage haben mir wieder mal gezeigt, wie bescheuert Smartmarks doch sein können. Dean Ambrose' angehender Push wird fast schon wieder verteufelt, weil er einigen zu dominant dargestellt wird.

Die Angst vor Supermännern bei Smarks lässt sich ein bisschen mit der Angst des Menschen vor wilden Tieren vergleichen: Beide längst überflüssige Überlebensinstinkte aus längst vergangenen (gut, bei WWE noch nicht so lange, aber denke nicht, dass die so schnell wieder kommen) Zeiten. Die Gefahr, dass mir morgen ein Säbelzahntiger über den Weg läuft, ist vermutlich größer, als die dass uns Ambrose das WWE Programm kaputt macht.

Und warum? Weil Ambrose weiß, was er tut! Ich weiß nicht, von ich gerade mehr beeindruckt sein soll: Dem Lunatic Fringe vor der Kamera oder dem Menschen hinter der Kamera. Ich zitiere den Bekloppten mal selbst aus seinem Interview beim AOW Podcast (was absolut hörenswert ist):


I like to think six steps ahead of everybody. In their head, what's gonna happens is: It's gonna end up XYZ. But in my head, it's gonna end up ZYX. And I try to be prepared for that.


Soll heißen, wenn er einen Plan vom Kreativteam vorgeschlagen bekommt, führt ihn brav aus, ist ihnen aber schon einen Schritt voraus – wenn das mal kein Erfolgsrezept für WWE ist. Und im aktuellen Programm zeigt sich durchaus, dass er das ganze schon perfektioniert hat. Immerhin steckt er in einem Programm mit Seth Rollins – Hunters persönlichem Projekt. Der will natürlich alles daran setzen, ihn over zu bringen.

Schaut man sich die Zuschauerreaktionen an, wird aber sehr deutlich: Der einzige, dem die ganze SL wirklich nutzt, ist Ambrose. Was allerdings nicht nur mit der Performance der beiden, sondern auch mit ihrem Booking zu tun hat. So, wie man Ambrose vor ein paar Wochen aus den Shows geschrieben hat... lucky lunatic fringe! Es gibt fast keinen besseren Weg, ein Babyface over zu bringen.

… und Jungs, ganz ehrlich: Lasst die Cena-Vergleiche. Ambrose ist so 'ne coole Sau, der Typ ist so einzigartig, selbst wenn er zum Superman mutiert, sollte er sich keine Cena-Vergleiche anhören müssen.

Kalender

« August 2020 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
          1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31