WWE: Daniel Bryan packt aus über sein Comeback und Persönlichkeitstests bei WWE

  • 17 Januar, 2015
  • geschrieben von 
  • Gelesen 947 mal
  • Artikel bewerten
    (0 Stimmen)

Daniel Bryan gab vor wenigen Tagen dem Miami Herald und alternativenation.net Interviews, in denen er über seine Rückkehr, mögliche Änderungen seines In-Ring-Stils und Persönlichkeitstests bei WWE sprach.

Wie genau lief dein Comeback ab und warst du damit zufrieden?

"Der Tag, an dem ich vor die Kameras getreten bin und mein Comeback verkündet habe, war derselbe Tag, an dem ich die Freigabe der WWE-Ärzte erhalten habe. Seit November fing ich wieder an, mich etwas besser zu fühlen, aber die vorangegangenen Monate waren hart. Wenn du nur zuhause sitzt und mit Physiotherapie beschäftigt bist, ohne ein Zeichen der Besserung, fällst du in ein mentales Loch, aus dem sich nur schwer wieder rauskommen lässt.

Ich war mit meinem Comeback sehr zufrieden. Wäre ich einfach während des Rumbles in die Halle marschiert... ich weiß nicht, ob das denselben Impact gehabt hätte. Sicher wäre es auch ein großartiger Moment gewesen, aber ich mag es, den Fans etwas zu geben, worauf sie sich freuen können. Ich bin froh darüber, wie es bisher läuft."

Wirst du deinen In-Ring-Stil ändern?

"Ja, werde ich. Allerdings hat das absolut nichts mit meiner Verletzung zu tun. Natürlich bin ich von den WWE-Offiziellen gebeten worden, auf meine Gesundheit zu achten, aber ich habe schon immer mein eigenes Ding gemacht. Wrestling ist ein sehr künstlerisch-kreativer Prozess. Er muss sich entwickeln. Ich habe in den letzten Monaten zu Hause gesessen und die Shows beobachtet: Wovon haben die Fans genug, woran fehlt es, was könnte man besser machen?

Mein Stil wird sich definitiv ändern. Wird es eine Entlastung für mein Genick? Keine Ahnung. Ich habe keine Angst, weiterhin den Suicide Dive oder meinen Dropkick auszupacken. Ob ich das körperlich durchhalte, lässt sich nur durch Trial & Error herausfinden. Du musst eben deinen Körper kennen. Wenn mir etwas nicht gut tut, werde ich es lassen."

Wie lange wirst du noch wrestlen?

"Sehr gute Frage. So lange mein Körper es durchhält. Ich mache das aus Spaß, habe es lange Zeit für sehr wenig Geld gemacht und verdiene seit ich bei WWE bin zum ersten Mal richtig gut. Es ist meine Leidenschaft, das ist, als würdest du einen Musiker fragen, wie lange er noch Musik machen will. Es ist ziemlich schwer, mit dem Gedanken umzugehen, dass du an einem bestimmten Punkt aufhören musst.

Ich hoffe, ich bin clever genug, diesen Punkt nicht zu verpassen oder zumindest jemanden wie meine Frau zu haben, die mich darauf aufmerksam macht. Ich werde auf keinen Fall weiter machen, bis ich meine Knie, Hüften oder sonst etwas ersetzen muss. Ich will anschließend noch einen gesunden Lebensstil führen können."

Was war deine Reaktion auf die Kommentare von Vince McMahon, dass kaum noch ein Talent sich den Arsch für den Top Spot aufreißt?

"Ich fand das lustig. Er meinte ja unter anderem, den Leuten fehlen die Ambitionen. WWE macht mit ihren größeren Stars diesen Persönlichkeitstest, in dem Dinge wie dein Streben nach Macht usw. bewertet werden. Da ist auch Ambition dabei und als ich diesen Test gemacht habe, meinte die Lady zu mir, wie es denn nur möglich sei, dass ich so erfolgreich bin. Ich war bei 1%, der niedrigste Wert, den sie je gesehen hatte.

Ich merkte dann an, dass sie da einen Fehler in ihrem ganzen Test haben: Der Test ist darauf ausgelegt, ob man nach Dingen strebt, die in der Gesellschaft als wichtig erachtet werden wie Geld etc. Darum geht es mir nicht. Meine Ambitionen liegen darin, der beste Wrestler zu sein, der ich sein kann. Ich denke, das ganze läuft einfach auf einen Generationenkonflikt hinaus: Unsere Generation strebt einfach nach anderen Dingen, als Seine.

Die alte Generation beharrt eben oft noch auf ihren Werten und meint: 'Ihr müsst dies und das wollen.' Während meine Generation sagt: 'Nein wir wollen etwas anderes und einiges von dem, was ihr wolltet, ist der Grund dafür, dass die Welt heute so schlecht aussieht. Wir müssen unser Wertesystem ändern.'

Auf der anderen Seite: Die Worker müssen auch den Mund aufmachen und sagen: 'Ich will nicht auf diese Weise präsentiert werden, sondern lieber auf jene Weise.' In der aktuellen Situation ist das aber nicht so einfach. Vince sprach die Attitude Era an und dass damals viel mehr den Mund aufbekommen hätten. Ohne die WCW wäre das aber auch anders gewesen. Viele sagten sich eben: 'Wenn ich nicht bekomme, was ich will, gehe ich zur WCW und mache dort genauso viel Geld.' Momentan existiert diese Alternative nicht und manchmal muss man eben den Mut haben zu sagen: 'Okay, wenn ich das nicht bekomme, dann gehe ich.' Auf der anderen Seite ist das mit einer Familie in Hintergrund alles andere als einfach.

Also ja, ich fand den Podcast sehr interessant und habe so einige Gedanken dazu."

CM Punk meinte kürzlich, du könntest auch im MMA eine große Karriere haben. Würde dich so etwas reizen?

"Ich mache in der Tat viel Kickboxing und Jiu-Jitsu. Allerdings nutze ich das mehr zum Rumalbern mit Freunden, als dass ich ernsthaft jemanden verletzen würde. Mir fehlt einfach die Ambition, in den Ring zu steigen und zu sagen: 'Dem Kerl werde ich jetzt das Bein brechen.' Das habe ich nicht in mir."

Was hältst du von der Arbeit, die Triple H bei NXT leistet? Hast du mit ihm schon einmal über seine Vision für das Business gesprochen?

"Nein, über seine Vision habe ich noch nicht mit ihm geredet, aber ich sollte mal. Ich glaube, wir haben da einige Gemeinsamkeiten in unserer Denkweise. Hunter ist intelligent, er kennt Wrestling und weiß, was funktioniert. Ich finde es großartig, was er mit NXT gemacht hat. Das letzte Special war awesome! Vielleicht das aktuell beste Wrestling-Produkt da draußen. Samit Zayn, Adrian Neville, Finn Balor, Hideo Itami, den ich diverse Male selbst gewrestlet habe – allesamt großartige Talente, die wirklich gute Geschichten erzählen."

Viele dachten vor deiner Verletzung, du würdest beim Summerslam gegen Brock Lesnar antreten. Kürzlich meintest du in einem Interview, du würdest gerne bei WrestleMania mit ihm im Ring stehen. Glaubst du, ihr könntet da einige Strong-Style-Elemente einfließen lassen?

"Absolut. Ich bin mir sicher, sollte ich gegen Lesnar antreten, wäre es das realistischste Pro Wrestling Match, das jemals in den Staaten stattgefunden hat. Ob Weltweit weiß ich nicht, denn da gibt es schon jede Menge cooles Zeug in Japan, aber ja: Es würde sich extrem von dem unterscheiden, was die Menschen in den USA gewohnt sind. Und ich denke, wir brauchen das. Wir brauchen wieder etwas, das sich nach Spektakel anfühlt."

Letzte Änderung am Samstag, 17 Januar 2015 14:11

Kalender

« September 2020 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30