Undertaker: WWE-Karriereende mit Hintertürchen Empfehlung

  • 30 Juni, 2020
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Nach 30 Jahren in der WWE ist das Ende einer Legende gekommen: Der Undertaker will nicht mehr in den Wrestling-Ring steigen, seine aktive Karriere ist damit sehr wahrscheinlich beendet. Aber ein Hintertürchen lässt er sich offen.

„An diesem Punkt in meinem Leben und meiner Karriere habe ich kein Verlangen mehr danach, in den Ring zurückzukehren“, erklärte der Mark Calaway alias The Undertaker im fünften und letzten Teil der WWE-Doku-Serie „Undertaker: The Last Ride“. Fans haben also wohl das letzte Match der Wrestling-Legende gesehen. Eine offizielle in Stein gemeißelte Erklärung des Karriereendes gab er allerdings nicht ab. Denn der Taker stellte noch einen wichtigen Satz voran: „Sag niemals nie.“

Undertaker: Karriereende in der WWE? Sag niemals nie

Sag niemals nie. Das trifft es beim Undertaker. Schon mehrfach hatte der Deadman beschlossen, dass seine aktive Karriere im Ring beendet sei. Etwa nach dem Match gegen Roman Reigns bei WrestleMania 33, als er symbolträchtig Hut, Mantel und Handschuhe im Ring ablegte. Oder nach WWE Extreme Rules 2019, als er an der Seite von Reigns gegen Shane McMahon und Drew McIntyre endlich nochmal ein gutes Match auf die Matte legte.

Doch in den vergangenen drei Jahren, das wurde in der Dokumentation deutlich, war der Undertaker in einem Kreis gefangen, in dem er kein Ende finden konnte. War sein letztes Match schlecht (wie bei WrestleMania 33), konnte er damit nicht ruhigen Gewissens abtreten. War sein letztes Match gut (wie bei Extreme Rules 2019), glaubte er, dass er doch noch zu mehr im Stande ist und einen noch besseren Abgang schaffen könnte.

Undertaker-Retirement: Letztes Match bei WrestleMania 36 gegen AJ Styles

Nun scheint er aber endlich seinen Frieden gefunden zu haben – mit dem Boneyard Match gegen AJ Styles bei WrestleMania 36 als Abschluss. Einzig für Ausnahmekönner Styles habe er sich nochmal in Form gebracht, mit dem Ergebnis war und ist er nun hochzufrieden: „Ist es das, was ich mir vorgestellt habe, als ich Ja zu dem Match gesagt habe? Absolut nicht. Aber es war verdammt gut. Und verdammt gut war das, wonach ich gesucht habe. Wie soll ich das toppen?“

Eigentlich hatte der Undertaker vor 80.000 Zuschauern im Raymond James Stadium von Tampa ein richtiges Wrestling-Match gegen AJ Styles bestreiten wollen. Doch die Coronavirus-Pandemie machte WWE und Co. einen Strich durch die Rechnung. Die Wrestling-Promotion verlegte die Show ins leere WWE Performance Center – oder wie beim Boneyard Match an eine ganz besondere Location. Und aus dem Wrestling-Match gegen Styles wurde ein Mini-Action-Film.

Undertaker: Symbolischer Abgang sein persönlicher „Last Ride“

„Wirklich cool“ sei das Cinematic Match geworden, sagt der Undertaker. Mit dem wohl coolsten Moment am Ende. Der Undertaker setzt sich auf sein Motorrad, lässt noch einmal Feuer hinter sich in die Höhe steigen und braust in die Nacht davon – eine bewusst symbolträchtige Inszenierung. „Dieses Mal reitet der Cowboy wirklich davon“, sagt der Undertaker über sein Karriereende. Ganz klar: Es war sein „Last Ride“.

In den Ring braucht er nicht mehr zurück. Das habe er auch durch die Produktion der Doku gelernt. „Sie hat meine Augen geöffnet, das große Ganze zu sehen und nicht zu hart mit mir ins Gericht zu gehen wegen der letzten paar Jahre.“ Die Doku war das eine, mehrere Schicksalsschläge das andere. Zum einen das katastrophale Match gegen Goldberg in Saudi-Arabien, als der Taker bei einem verunglückten Jackhammer seines Gegners so schlimm auf den Nacken fiel, dass er nur knapp einer Lähmung oder gar dem Tod entging.

Undertaker: Schicksalsschläge in der Familie als Zeichen für das Karriereende

Auch privat vernahm der Undertaker die Zeichen, dass es Zeit für das Karriereende ist. Nur einen Tag vor seinem WrestleMania-Match mit AJ Styles, ausgerechnet einem Boneyard Match, starb Mark Calaways Bruder Timothy, am Sonntag nach der Show zudem der erst 18-jährige Neffe von Calaways Ehefrau Michelle McCool. Zuvor habe ihn Anfang 2020 auch der plötzliche Tod von Basketball-Legende Kobe Bryant sehr mitgenommen. „Ich habe erkannt, dass ich die Zeit nicht zurückbekomme. Es ist Zeit, da zu sein und meiner Familie das zu geben, was ich dem Business gegeben habe. Denn man weiß nie, wann seine Zeit gekommen ist.“

Jetzt ist der Undertaker zufrieden. „Meine Karriere und mein Erbe sprechen für sich und ich bin glücklich damit. Am Ende ist es das, was zählt. Ich habe noch ein anderes Leben, das ich erleben will, ich will die Früchte meiner Arbeit genießen und das Glück, das ich mit meiner Frau und meinen Kindern habe.“ Nach 30 Jahren in der WWE, etlichen Titeln, legendären Matches und Momenten soll nun also wirklich Schluss sein im Wrestling-Ring.

Undertaker hat noch lange Vertrag: WWE-Comeback denkbar

Das heißt: Wenn er es sich nicht noch einmal anders überlegt. Oder, und das ist wahrscheinlicher, wenn sich WWE-Boss Vince McMahon, mit dem der Taker befreundet ist, im Notfall doch noch einmal meldet und ihn um ein Comeback bittet. „Das wird die Zeit zeigen. Ich würde darüber nachdenken.“ Klar: Sag niemals nie. Schließlich hat der Undertaker erst 2019 einen neuen WWE-Vertrag über 15 Jahre abgeschlossen. Ganz loslassen kann er bisher dann doch nicht.

Vielleicht war also WrestleMania 36 das Ende der aktiven Karriere des Undertakers, vielleicht gibt es eines Tages doch noch ein allerletztes Match. Die Dokumentation „Undertaker: The Last Ride“ schließt jedenfalls mit emotionalen Worten, Aufnahmen aus einem glücklichen Familienleben und einem Tribute-Video auf die einmalige Karriere – Eindrücke, die eines vermitteln: Das ist das Ende. Und es ist gut so.

Letzte Änderung am Dienstag, 30 Juni 2020 14:00

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