Finn Balor: Darum funktionierte der „Demon“ bei WWE nicht

  • 18 September, 2020
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Wenn Finn Balor zum Demon wird, bedeutet das Spektakel. Seine Entrances sorgen für Gänsehaut, Fans geraten ins Staunen. Doch sein düsteres Alter Ego hat der Wrestling-Star schon lange nicht mehr in der WWE von der Kette gelassen. Und das hat einen guten Grund: Es hat ihm geschadet. Findet sogar Finn Balor selbst.

Schon zu seiner Zeit in der Indy-Wrestling-Szene war Finn Balor für atemberaubende Entrances bekannt. Der Wrestler, der als Prince Devitt auftrat, zog schon als „Joker“, „Hannibal“ oder „Freddy Krueger“ in die Halle ein. In der WWE entwickelte Balor schließlich einen ganz besonderen gelegentlich wiederkehrenden Charakter, der für das Spektakel stand: The Demon oder sogar The Demon King.

Der Demon war die düstere und wilde Seite von Finn Balor, der sich dafür das Gesicht bemalte, mit Bodypaint seinen Körper zu einer Leinwand machte und mit Rauch zu einem Licht- und Schatten-Spiel in die Halle einzog. Die Fans liebten es. Als Demon wuchs Balor auch im Ring über sich hinaus, so die Darstellung. Kein einziges Match verlor er mit seinem zweiten Gimmick. Doch das, was alles so positiv klingt, wurde nach und nach im Main Roster der WWE zu einem Problem.

Finn Balor: The Demon wurde bei WWE zu oft eingesetzt

„Eigentlich sollte The Demon etwas Einmaliges im Tokyo Dome in Japan sein“, erzählt Finn Balor im Interview mit Stephanie Chase von „Digital Spy“, „aber er wuchs zu einem eigenständigen Wesen, das ich zunächst beherrschte, das dann aber außer Kontrolle geriet.“ Weil er zu vielen Leuten habe gefallen wollen, habe der Charakter seine eigentliche Bestimmung verloren.

„Der Demon war als etwas Besonderes konzipiert“, sagt Finn Balor gegenüber „ViBe & Wrestling“. „Der Schlüssel ist das Überraschungsmoment, und den haben wir verloren, als er in den Medien angekündigt wurde. Meiner Meinung nach haben wir den Demon möglicherweise zu oft benutzt.“ Tatsächlich ließ sich in einigen Storys feststellen, dass Finn Balor als „normaler Wrestler“ selten die großen Matches gewinnen konnte. Erst wenn er sich in sein Alter Ego verwandelte, konnte er seine Gegner schlagen. Als Demon King gewann er etwa beim WWE SummerSlam 2016 als erster Mann die neue WWE Universal Championship.

Finn Balor: Lieber The Prince als The Demon King bei WWE NXT

Der 39-Jährige, der bürgerlich Fergal Devitt heißt, nennt den Demon eine „crutch“, eine Krücke, die Finn Balor brauchte. Der eigentliche Charakter habe sich so nicht entwickeln können, sagt Balor. „Ich glaube, es hat beiden geschadet – Finn Balor und dem Demon.“ Balor hing schließlich eine ganze Weile ohne Ziel und Plan in der Midcard der WWE fest. 2019 wurde er zurück zu NXT versetzt – ein Neustart, ohne den Demon.

Balor vermarktet sich aktuell als The Prince, ein Heel-Gimmick, das er seit Monaten schärft. Dabei konzentriert sich wieder viel stärker auf das eigentliche Wrestling – das, was er am besten kann. „Ich fühle mich im Ring wohler als je zuvor“, sagt Balor, der kürzlich zum zweiten Mal NXT Champion wurde. Auf dieser Welle will er jetzt reiten. Den Demon in nächster Zeit zurückzubringen, empfände er aktuell eher als einen Schritt zurück. Ein Comeback des Alter Egos will er aber nicht ausschließen, im Gegenteil.

Finn Balor: Comeback von The Demon bei einer WWE WrestleMania?

„Der Tag wird kommen, an dem der Demon zurückkehrt, aber zurzeit bin ich sehr auf den Prince fokussiert“, sagt der Ire, der Wert darauf legt, das besondere Gimmick dann „effektiver“ einsetzen zu wollen. Am liebsten wäre ihm ein Auftritt „in einem vollen Stadion mit 50.000 oder 60.000 Fans bei WrestleMania“, meint Balor: „Sparen wir uns den Demon für große Arenen auf.“ Bis es soweit ist, kann es noch eine ganze Weile dauern.

Gegenüber „Bleacher Report“ sagt Finn Balor: „Ich denke, es wird Gelegenheiten geben, den Demon in der Zukunft zurückzubringen, aber das könnte in drei, vier Jahren sein.“ Und dann hat Balor schon einige Ideen, gegen wen er im Ring antreten soll: The Fiend Bray Wyatt, Brock Lesnar und Braun Strowman. Große Namen, schwere Gegner – da tut dem Cruiserweight ein kleiner Unbesiegbarkeits-Nimbus sicher nicht schlecht.

(Titel-Foto: By Miguel Discart from Bruxelles, Belgique - 2016-04-01_23-14-16_ILCE-6000_7070_DxO, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48957564)

Letzte Änderung am Freitag, 18 September 2020 13:19

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